Niedersächsisches Landvolk Kreisverband Rotenburg-Verden e.V.

Unsere Tradition: Die Zukunft sichern

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Lokales aus dem Kreisverband

Die wichtigsten Veranstaltungen und Verbandsinformationen auf einen Blick. Informieren Sie sich über anstehenden Events sowie lokale Nachrichten aus dem Kreisverband und erhalten Sie täglich aktualisierte Informationen zu den verschiedenen Betriebszweigen von unserem Landesverband.

Aktuelles aus dem Kreisverband

04.05.2026
Amerika, China und Mercosur - was tut die EU für unsere Unternehmen?

Europa-Union und VWN laden ein zum Themen-Abend

Europa-Union und VWN laden ein zum Themen-Abend: Am Mittwoch, den 13. Mai 2026, im Hotel Niedersachsenhof in Verden (Lindhooper Straße 97). Die Veranstaltung beginnt um 19.30 Uhr. Im Fokus steht das Thema: Amerika, China und Mercosur - was tut die EU für unsere Unternehmen?

Tritt der Handelsteil des Mercosur-Abkommens zeitnah in Kraft? Wohin wendet sich Südamerika bei einem Scheitern des Abkommens? Wie sind landwirtschaftliche und Industrieinteressen zu vereinbaren? Diese und weitere Fragen sollen beantwortet werden bei einem Vortrag und einer Podiums-Diskussion mit David McAllister (Vors. des Ausw. Ausschusses des EU-Parlaments), Jörn Ehlers (Vorsitzender Niedersächsisches Landvolk) sowie Tobias Jondral (IHK Elbe-Weser / Referent Außenwirtschaft).

Eine Anmeldung ist per E-Mail erforderlich unter info@vwn-verden.de oder info@eu-kv-verden.de.

Auf Grund begrenzter Sitzplätze ist der Einlass nur mit vorheriger Anmeldung möglich!

04.05.2026
Praxisseminar: Chancen im Batteriespeicher-Markt nutzen

Landvolk und Landwirtschaftskammer laden am 4. Juni nach Verden ein

Batteriespeicher entwickeln sich rasant zu einem zentralen Baustein der Energiewende – und eröffnen landwirtschaftlichen Betrieben neue wirtschaftliche Perspektiven. Gleichzeitig stellt sich für viele Betriebe die Frage: Lohnt sich ein Einstieg? Welche Chancen gibt es konkret? Und wie lässt sich ein Projekt erfolgreich umsetzen? Antworten darauf liefert ein praxisnahes Seminar, das das Landvolk Niedersachsen gemeinsam mit der Landwirtschaftskammer Niedersachsen und Landvolkdienste Niedersachsen am 4. Juni 2026 von 9.30 bis 16.30 Uhr im Niedersachsenhof in Verden anbietet.

Allein im vergangenen Jahr wurden in Deutschland Batteriespeicher mit einer Gesamtleistung von rund 3,7 Gigawatt und einer Kapazität von 7,255 Gigawattstunden neu installiert – ein deutlicher Hinweis auf die hohe Dynamik des Marktes. „Für landwirtschaftliche Betriebe entstehen daraus neue Geschäftsmodelle, sowohl als Vermieter von Flächen als auch als Investoren“, erklärt Silke Foget, die als Rechtsanwältin für Erneuerbare Energien, insbesondere die Bereiche Agri-PV, Batteriespeicher sowie Netzanschluss beim Landvolk Niedersachsen begleitet. Das Seminar richtet sich daher nicht nur gezielt an Betriebe, die landwirtschaftliche Flächen für Batteriespeicher zur Verfügung stellen und vermieten möchten, sondern auch an jene die selbst investieren und einen Speicher errichten und betreiben wollen. Ebenso sind Beraterinnen und Berater angesprochen. Im Mittelpunkt steht dabei nicht die Theorie, sondern die konkrete Entscheidungsunterstützung für die Praxis.

Die Teilnehmenden erhalten einen kompakten Überblick über alle zentralen Erfolgsfaktoren von Batteriespeicherprojekten: Von der wirtschaftlichen Bewertung und Vermarktung über Netzanschluss und regulatorische Rahmenbedingungen (EEG/EnWG) bis hin zu Genehmigungsfragen und baurechtlichen Anforderungen. Ergänzt wird dies durch praxisrelevante Themen wie Vertragsgestaltung, Versicherungsfragen sowie Risikobewertung, zum Beispiel im Hinblick auf Brandschutz und Betriebssicherheit. Besonderen Mehrwert bieten auch konkrete Praxisbeispiele aus der landwirtschaftlichen Umsetzung. Dazu zählen Stand-Alone-Speicher in umgenutzten Betriebsgebäuden sowie die Kombination von Agri-Photovoltaik und Batteriespeichern (Co-Location). Damit erhalten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer direkte Einblicke in bereits realisierte Projekte und deren wirtschaftliche wie technische Rahmenbedingungen. „Ziel ist es, den Teilnehmenden eine realistische Grundlage für Investitions- und Vermietungsentscheidungen zu geben“, heißt es seitens des Landvolks. Gerade angesichts dynamischer gesetzlicher Rahmenbedingungen und eines sich schnell entwickelnden Marktes sei fundiertes Wissen entscheidend für erfolgreiche Projekte.

Die Teilnahmegebühr beträgt 199 Euro brutto pro Person oder 149 Euro für Landvolk- Mitglieder und umfasst Tagungsunterlagen sowie Verpflegung. Anmeldungen sind bis zum 17. Mai 2026 HIER möglich.

30.04.2026
Landwirtschaft und Klimaschutz: Wie gelingt mehr Nachhaltigkeit?

NDR Info-Beitrag mit Landwirtin Rieke Ehlers aus Holtum-Geest

Landwirtin Rieke Ehlers aus unserem Verbandsgebiet spricht in dem NDR Info-Beitrag über regenerative Landwirtschaft und die Herausforderung, Wirtschaftlichkeit und Klimaschutz unter einen Hut zu bekommen.

Hört rein: HIER

23.04.2026
Zukunftstag begeistert junge Besucher

Ein Blick hinter die Kulissen moderner Landwirtschaft

Wie sieht moderne Landwirtschaft heute aus und welche Perspektiven bietet sie für die Zukunft? Antworten auf diese Fragen erhielten auch in diesem Jahr wieder zahlreiche Schülerinnen und Schüler im Rahmen des Zukunftstags auf vielen engagierten landwirtschaftlichen Betrieben in der Region.

Während Schüler Bjarne seinen Tag bereits früh am Morgen auf dem Hudes Hof begann, sammelten die Schülerinnen Mientje, Lene und Juno auf dem Milchhof Reeßum vielfältige Eindrücke rund um die Milchviehhaltung. Alle konnten den Arbeitsalltag hautnah erleben und selbst mit anpacken: vom Füttern der Tiere über das Melken bis hin zur Aussaat und Einblicken in den Pflanzenbau. Dabei wurde deutlich, wie vielseitig, verantwortungsvoll und technologisch geprägt die Landwirtschaft heute ist.

„Wir möchten zeigen, wie abwechslungsreich und zukunftsorientiert die Landwirtschaft ist und junge Menschen dafür begeistern“, erklärte Betriebsleiter Jörn Ehlers. Auch Marina Lindhorst-Cordes vom Milchhof Reeßum betonte: „Der Zukunftstag ist eine tolle Gelegenheit, Transparenz zu schaffen und Interesse für die Landwirtschaft zu wecken.“

Besonders die Begegnung mit den Tieren blieb den Jugendlichen in Erinnerung: Bjarne war vor allem von der Arbeit im Stall begeistert, während Mientje, Lene und Juno die Nähe zu den Kühen und Kälbern beeindruckte. Gleichzeitig sorgte der Einsatz moderner Technik auf beiden Höfen für großes Interesse.

Auch der persönliche Bezug spielte eine Rolle: Bjarne interessierte sich schon zuvor für die Natur und landwirtschaftliche Betriebe, während Mientje berichtete, dass ihr Vater früher selbst auf einem Bauernhof gelebt habe, ein Grund für sie, den Zukunftstag auf einem Hof zu verbringen.

Wir möchten uns bei allen Betrieben bedanken, die ihre Hoftore zum Zukunftstag für Schülerinnen und Schüler öffnen, um jungen Menschen authentische Einblicke in die Landwirtschaft zu ermöglichen. Dieses Engagement ist von großer Bedeutung, denn es fördert das Verständnis für die Herkunft unserer Lebensmittel, stärkt die Verbindung zwischen Gesellschaft und Landwirtschaft und leistet einen wichtigen Beitrag zur Berufsorientierung.

22.04.2026
Online Seminar zum ANK-Förderprogramm Palu

Förderung der Wiedervernässung und nachhaltigen Nutzung von Moorböden

Das ANK-Förderprogramm Palu fördert deutschlandweit Projekte, die auf eine dauerhafte und weitgehende Wiedervernässung von land- und forstwirtschaftlich genutzten Moorböden abzielen. Gleichzeitig unterstützt es Nutzungsformen dieser Flächen unter erhöhten Wasserständen. Ziel ist es, einen dauerhaften und ökologisch nachhaltigen Beitrag zur Verringerung von Treibhausgasemissionen zu leisten und im Idealfall zusätzlich Kohlenstoff in Mooren zu speichern. Das Kompetenzzentrum Natürlicher Klimaschutz bietet ein Online-Seminar mit Informationen zur Förderung am 29.04.2026 von 10:00 Uhr bis 12:00 Uhr. Samantha Faber und Anna Blomenkamp von der Landwirtschaftlichen Rentenbank stellen die Inhalte des Förderprogramms vor und beantworten Fragen der Teilnehmenden. HIER geht es zur Anmeldung.

22.04.2026
Opferraps im Praxistest

Bausteine für einen neuen Pflanzenschutz

Ein milder Frühlingstag, erste gelbe Blüten im Raps und viele Gespräche am Feldrand: Der Feldtag zum „Opferraps-Projekt“ in Langwedel-Daverden begann in angenehmer sachlicher Atmosphäre. Die Teilnehmenden, die Mitte April vor Ort waren, nutzten die Gelegenheit, um praxisnahe Einblicke und Erfahrungen direkt am Feld zu gewinnen.

Zwischen zwei Schlägen, klar gekennzeichnet durch Informationstafeln, stellten die Landwirte Schweder und Rudolf Lüdemann gemeinsam mit Imker Heinrich Kersten ihre Versuchsflächen vor. Zwei Varianten des sogenannten Opferrapses lagen direkt nebeneinander, ergänzt durch eine Referenzfläche. Ziel des Projekts ist es, den Einsatz von Insektiziden im Rapsanbau zu reduzieren, nicht theoretisch, sondern unter realen Bedingungen.

Ende 2024 hörte Kersten erstmals von der Idee, nahm Kontakt auf, organisierte eine Informationsveranstaltung. Als es um die konkrete Umsetzung ging, bot Schweder Lüdemann spontan Flächen für einen Versuch an. Im August 2025 wurde ausgesät, inklusive einer erweiterten Variante, die er zusätzlich entwickelte.

Mit der Aussaat begann ein Projekt, das schnell über die Region hinaus Aufmerksamkeit bekam. Fachleute aus verschiedenen Ländern verfolgten die Entwicklung u.a. beim INTERTEK-Webinar „Honey-Day 2025“, Diskussionen wurden geführt, Erfahrungen ausgetauscht. Dennoch blieb der Kern in Daverden bodenständig: Was passiert tatsächlich auf dem Acker? Die Antworten darauf fielen differenziert aus. „Der Raps ist gut geworden, die Beisaat nicht wie erhofft“, erklärte Lüdemann. Gesät wurde in Direktsaat, mit möglichst wenig Bodenbearbeitung, ein Ansatz, der Ressourcen schont, aber stark von Witterung und Standort abhängt. Der heiße Sommer 2025 erschwerte die Entwicklung der Begleitpflanzen, die eigentlich Nährstoffe im Boden binden sollten.

Ein zentrales Thema war der Rapsglanzkäfer. Mehrere Zählungen zeigten, wie dynamisch sich der Befall entwickeln kann. Während zunächst keine kritischen Werte erreicht wurden, stiegen die Zahlen mit Beginn der Blüte deutlich an. Auf einzelnen Pflanzen wurden über 40 Käfer gezählt. Schließlich entschied sich Lüdemann für einen gezielten Insektizideinsatz mit Ausnahme einer Nullparzelle.

Berater Heinrich Romundt ordnete die Situation ein: „Die Schadschwelle ist abhängig vom Entwicklungsstadium des Rapses. Je weiter die Blüte fortgeschritten sei, desto mehr Käfer könnten toleriert werden.“ Gleichzeitig verwies er auf regionale Unterschiede und wechselnde Befallsjahre. „Es gibt viele Parameter, die man berücksichtigen muss“, ergänzte auch Lidea-Beraterin Louisa Rohmeyer.

Genau hier setzt das Opferraps-Konzept an. Es soll ein zusätzlicher Baustein sein, kein Ersatz für alle bestehenden Maßnahmen. Ziel ist eine Pflanzenschutzstrategie, die mit weniger Insektiziden auskommt und gleichzeitig praktikabel bleibt. Für die Beteiligten ist klar, dass es dabei nicht um einfache Lösungen geht.

Warum dieser Aufwand? Für Romundt liegt die Antwort auf der Hand: „Viele Wirkstoffe verlieren an Wirksamkeit, Resistenzen nehmen zu.“ Der Bedarf an Alternativen wächst. Gleichzeitig betont Lüdemann, dass es ihm nicht um einen radikalen Verzicht auf Pflanzenschutzmittel geht. Im Gegenteil: Entscheidend sei das Zusammenspiel verschiedener Ansätze. Mechanische Beikrautregulierung und ein gezielter, verantwortungsbewusster Einsatz chemischer Mittel sollen sich sinnvoll ergänzen. An einem simplen Beispiel erläutert er, weshalb ein Schwarz-Weiß-Denken wenig hilfreich ist: „Um pfluglos arbeiten zu können, ist Glyphosat für uns ein wichtiger Baustein.“

Seine Strategie folgt keinem starren Konzept, sondern einem Baukastensystem. Viele kleine Maßnahmen greifen ineinander. Nicht jede funktioniert in jedem Jahr, aber gemeinsam können sie ein stabiles System ergeben. Eines, das nicht nur Ressourcen schont, sondern langfristig auch wirtschaftlich tragfähig bleibt.

So blieb am Ende des Feldtages vor allem ein Eindruck: Landwirtschaftliche Entwicklung verläuft selten geradlinig. Sie besteht aus Versuchen, Anpassungen und manchmal auch Korrekturen. Der Opferraps ist einer dieser Versuche.

16.04.2026
Einschränkung bei den Landvolk-Infobriefen

Behebung in Arbeit

Liebe Newsletter-Abonnenten,

aufgrund einer komplexen technischen Störung können wir Euch derzeit leider keine Meldungen aus den Landvolk-Infobriefen zur Verfügung stellen. Die Behebung des Problems ist voraussichtlich Anfang bis Mitte Mai abgeschlossen.

Vielen Dank für Euer Verständnis.

14.04.2026
Wenn Inklusion Wurzeln schlägt und auf dem Hof Früchte trägt

Ein Interview mit Rebecca Kleinheitz über das Netzwerk alma

Inklusion ist in der Landwirtschaft kein neues Konzept, sie wurde auf vielen Höfen schon immer ganz selbstverständlich gelebt. Unterschiedliche Menschen, unterschiedliche Fähigkeiten, gemeinsames Arbeiten: Was heute oft als innovativer Ansatz beschrieben wird, hat in der Landwirtschaft eine lange Tradition. Genau hier setzt das Netzwerk alma an und entwickelt diese gewachsene Realität weiter.

Rebecca Kleinheitz, Geschäftsführerin des Netzwerks, spricht nicht von Theorie, sondern von gelebter Praxis. Ihr Ansatz ist so simpel wie wirkungsvoll: Menschen und Betriebe zusammenbringen, sodass beide Seiten profitieren. Eine klassische Win-Win-Situation – allerdings eine, die Fingerspitzengefühl braucht. Denn im Hintergrund stehen komplexe Fragen zu Finanzierung, rechtlichen Rahmenbedingungen und individueller Unterstützung. „Es geht nicht darum Behinderte Menschen als günstige Arbeitskräfte auszunutzen“, betont sie, „sondern faire Bedingungen für alle zu schaffen.“

Eine Idee, die gewachsen ist

Die Wurzeln von alma reichen weiter zurück, als man vermuten würde. Erste Impulse entstanden bereits am FiBL (Forschungsinstitut für biologischen Landbau), wo sich zeigte, wie groß der Bedarf an Beratung in diesem Bereich ist. Aus einer Vision wurde ein Verein, später sogar eine Genossenschaft, eine notwendige Weiterentwicklung, um finanzielle Mittel direkt dorthin zu bringen, wo sie gebraucht werden: auf die Höfe. Denn das bestehende Sozialrecht sieht in der Regel keine direkte Vergütung landwirtschaftlicher Betriebe vor, finanzielle Mittel richten sich primär an soziale Einrichtungen. Die Genossenschaft fungiert daher als vermittelnde Struktur, um diese Lücke zu schließen.

Die Idee dahinter ist ebenso pragmatisch wie innovativ: Menschen mit Behinderung werden angestellt und über Kooperationsverträge in landwirtschaftliche Betriebe integriert. So entsteht ein System, das nicht nur funktioniert, sondern echte Teilhabe ermöglicht.

Inklusion neu gedacht

Doch was bedeutet Inklusion eigentlich konkret, jenseits von politischen Schlagworten? Für Kleinheitz ist die Antwort klar: „Die Arbeit muss sich an den Menschen anpassen, nicht umgekehrt.“ Ein Ansatz, der nicht nur inklusiv ist, sondern grundsätzlich sinnvoll erscheint. Denn wer die Fähigkeiten seiner Mitarbeitenden in den Mittelpunkt stellt, schafft oft bessere Arbeitsbedingungen für alle.

Gerade die Landwirtschaft bietet dafür einen fruchtbaren Boden. Kaum ein Berufsfeld ist so vielfältig, so sinnstiftend und so unmittelbar erfahrbar. Hier wird Arbeit sichtbar: Pflanzen wachsen, Tiere werden versorgt, Abläufe greifen ineinander. Diese direkte Rückmeldung stärkt das Gefühl von Selbstwirksamkeit und ist ein zentraler Faktor, gerade für Menschen, die im klassischen Arbeitsmarkt oft übersehen werden.

Überraschend normal

Ein häufiges Aha-Erlebnis für die teilnehmenden Betriebe: Inklusion fühlt sich oft viel weniger „anders“ an, als erwartet. Anfangs herrscht Unsicherheit – Was darf ich? Was muss ich beachten? Doch Missverständnisse lösen sich schnell auf, etwa die Sorge, ständig begleiten zu müssen. In den meisten Fällen arbeiten Menschen mit Behinderung nach einer sorgfältigen Einweisung auch selbstständig. Gleichzeitig entstehen neue Strukturen, so werden Arbeitsabläufe klarer und Kommunikation bewusster. Veränderungen, die letztlich dem gesamten Betrieb zugutekommen.

Mehr als ein Arbeitsplatz

Für die Menschen selbst bedeutet die Arbeit auf dem Hof weit mehr als nur Beschäftigung. Sie schafft Identität, Stolz und Zugehörigkeit. „Der Job spielt in unserer Gesellschaft eine enorme Rolle“, sagt Kleinheitz. „Und genau das spüren wir hier auch.“ Die Rückmeldungen sind durchweg positiv, unabhängig davon, ob jemand langfristig in der Landwirtschaft bleibt oder neue Wege einschlägt.

Zwischen Vision und Realität

Trotz aller Erfolge bleibt der Weg herausfordernd. Strukturelle Hürden, insbesondere bei der Finanzierung, bremsen die Entwicklung. Im internationalen Vergleich liegt Deutschland noch hinter Ländern wie den Niederlanden zurück, wo bessere Rahmenbedingungen bestehen.

Die Vision von alma ist deshalb klar: Eine Gesellschaft, die den sozialen Mehrwert solcher Modelle nicht nur erkennt, sondern bewusst wertschätzt und die damit verbundene Mehrleistung auch entsprechend honoriert. In der verstanden wird, dass Inklusion kein „Zusatz“ ist, sondern ein Beitrag zum Gemeinwohl, der Ressourcen, Zeit und Engagement erfordert. Und in der genau dafür tragfähige Rahmenbedingungen geschaffen werden, sodass Vielfalt nicht nur mitgedacht, sondern selbstverständlich gelebt werden kann.

Und was können wir tun?

Veränderung beginnt bei uns allen - im Kleinen und ganz konkret. Jede und jeder kann einen Beitrag leisten: beim Pendeln unterstützen, Strukturen mitdenken oder kreative Lösungen finden, wie die Person, die mit Fotos einem tauben Mitarbeiter den Arbeitsalltag erleichtert hat. Es sind genau diese individuellen Impulse, die deutlich machen: Inklusion ist keine abstrakte Aufgabe, sondern eine, die wir gemeinsam gestalten.

Am Ende bleibt ein Gedanke, der nachwirkt: Die Landwirtschaft stellt sich seit jeher eine zentrale Frage: Was braucht es, damit Wachstum möglich wird? Vielleicht ist genau das auch die entscheidende Frage für unsere Gesellschaft.

14.04.2026
Energiepreise, Dünger und Marktstrukturen setzen Landwirtschaft weiter unter Druck

Landvolk fordert schnelle politische Maßnahmen zur Sicherung der Landwirtschaft

Die landwirtschaftlichen Betriebe in Niedersachsen stehen weiterhin unter massivem wirtschaftlichem Druck. Vor allem stark gestiegene Diesel- und Düngerpreise sowie anhaltend niedrige Erzeugerpreise verschärfen die Situation zunehmend. Das Landvolk Niedersachsen fordert daher kurzfristige Entlastungen und strukturelle politische Maßnahmen, um die Wettbewerbsfähigkeit der Landwirtschaft und die Versorgungssicherheit zu gewährleisten.

„Um die aktuell höchst schwierige Situation der Landwirte zu entschärfen, muss dringend gehandelt werden“, betont Landvolkpräsident Holger Hennies. Das im Koalitionsausschuss am 12. April beschlossene Energiesofortprogramm mit einer Absenkung der Energiesteuer auf Diesel und Benzin um rund 17 Cent je Liter für zwei Monate sei ein wichtiger Schritt, den das Landvolk ausdrücklich begrüßt. „Für die landwirtschaftlichen Betriebe reicht diese Maßnahme jedoch bei weitem nicht aus. Es braucht weitere gezielte Entlastungen, um die stark gestiegenen Betriebskosten wirksam abzufedern.“ Neben einer temporären Aussetzung oder einer Absenkung der Abgaben könnte eine Erstattungsregelung für Landwirtschaft und Transportwesen kurzfristig und zielgenau Abhilfe schaffen.

Zugleich sieht das Landvolk vor allem die Entwicklung am Düngermarkt als zentrales Risiko für den Pflanzenanbau. „Beim Dünger sprechen wir inzwischen von einem strukturellen Problem, das viele Betriebe im Sommer und Herbst vor existenzielle Entscheidungen stellen wird und sich kurzfristig kaum lösen lässt“, erklärt Konrad Westphale, stellvertretender Vorsitzender des Ausschusses für pflanzliche Erzeugnisse im Landvolk Niedersachsen. Steigende Energiepreise, internationale Handelswege und geopolitische Unsicherheiten treiben die Kosten weiter in die Höhe.

Das Landvolk fordert daher neben der kurzfristigen Entlastung beim Dieselpreis auch mittel- und langfristige Maßnahmen zur Stabilisierung der Energie- und Gaspreise sowie eine zeitweise Aussetzung des CO₂-Grenzausgleichsmechanismus, um die europäische Düngemittelproduktion zu sichern.

Weiterhin spiegelt die Kostenentwicklung für Verbraucher bislang nicht die Entwicklung an den Erzeugermärkten wider. „Die Preisentwicklung zeigt deutlich, dass die landwirtschaftlichen Betriebe zwischen steigenden Produktionskosten und stabil hohen Verbraucherpreisen aufgerieben werden“, kritisiert Hennies. Während die Erzeugerpreise nach der Pandemie wieder auf Vor-Corona-Niveau gesunken sind, blieben die Verbraucherpreise im Lebensmitteleinzelhandel weiterhin hoch. Landwirtschaftliche Betriebe profitieren somit nicht von den steigenden Lebensmittelpreisen. Diese Entwicklung lässt sich anhand der Zahlen des Bundesstatistikamtes (Destatis) ablesen. Für Verbraucher sind Getreideprodukte seit 2020 gut 40 Prozent teurer geworden, Erzeuger erhalten für ihr Getreide jedoch nur etwa 3 Prozent mehr.

Westphale ergänzt: „Die entscheidende Frage ist, wie die steigenden Kosten entlang der gesamten Wertschöpfungskette so verteilt werden können, dass landwirtschaftliche Betriebe wirtschaftlich arbeiten können und die Versorgungssicherheit erhalten bleibt.“ Ein Blick auf die Preise entlang der Kette zeige, dass die Markt- und Machtstrukturen im Energie- und Lebensmittelsektor dringend überprüft werden müssen.

Als ein weiterer Aspekt sei in diesem Zusammenhang die nationalen Versorgungssicherheit zu nennen, sagt Hennies. Dazu gehöre auch die Verfügbarkeit von Düngemitteln für die Nahrungsmittelproduktion. „Rund 60 Prozent des Stickstoffdüngers in Niedersachsen stammen aus Tierhaltung und Biogasanlagen“, betont der Landvolk-Präsident. Ein politisch forcierter Abbau der Tierhaltung gefährde die Resilienz der Landwirtschaft somit auch indirekt. Regional geschlossene Nährstoffkreisläufe in der Landwirtschaft seien nur mit Tierhaltung möglich.

Das Landvolk Niedersachsen fordert die Politik auf, jetzt entschlossen zu handeln, um die wirtschaftliche Stabilität der landwirtschaftlichen Betriebe zu sichern und die heimische Lebensmittelproduktion langfristig zu erhalten.

02.04.2026
Immer mehr Frauen finden ihren Weg in die Landwirtschaft

Landvolk-Podcast: Sonderstaffel zum UN-Jahr der Landwirtin

In der ersten Folge der neuen Podcast-Staffel stehen zwei Generationen der Landwirtschaft im Mittelpunkt: die Auszubildende Clara Freudenstein und ihre Ausbilderin Sandra Sohnrey. Gemeinsam geben sie Moderatorin Wibke Langehenke Einblicke in ihren Weg in die Branche, beleuchten Entwicklungen im Berufsbild und diskutieren Zukunftsperspektiven – insbesondere für Frauen.

Clara Freudenstein absolviert derzeit ihr drittes Lehrjahr zur Landwirtin auf dem Milchviehbetrieb von Sandra Sohnrey bei Göttingen. Aufgewachsen ist sie auf einem Ackerbaubetrieb, den sie perspektivisch übernehmen möchte. Die Entscheidung für die Ausbildung sei bewusst gefallen – vor allem, um praktische Erfahrungen zu sammeln. Besonders der Wechsel auf einen Milchviehbetrieb habe ihr neue Perspektiven eröffnet. „Man lernt Dinge, die man von zu Hause nicht kennt“, beschreibt sie die Vielfalt der Ausbildung.

Ausbilderin Sandra Sohnrey blickt auf langjährige Erfahrung zurück. Seit 2010 bildet ihr Betrieb aus – zunehmend auch Frauen. Sie beobachtet, dass weibliche Auszubildende heute selbstverständlicher ihren Platz in der Landwirtschaft einnehmen. Unterschiede zwischen den Geschlechtern sieht sie vor allem in der Kommunikation und im Umgang mit Tieren. Der Vergleich zwischen früher und heute zeigt: Während sich die Ausbildungsinhalte kaum verändert haben, ist die Rolle der Frauen im Wandel. „Immer mehr junge Frauen trauen sich zu, Verantwortung zu übernehmen und eigenständig einen Betrieb zu leiten“, lobt Sohnrey die Entwicklung.

Dennoch bleiben Herausforderungen. Themen wie Vereinbarkeit von Familie und Beruf, fehlende Planungssicherheit und politische Rahmenbedingungen beschäftigen beide Gesprächspartnerinnen. Besonders kritisch sehen sie den fehlenden Mutterschutz für Selbstständige sowie kurzfristige Gesetzesänderungen und mangelnde Verlässlichkeit in der Agrarpolitik.

Für ihre eigene Zukunft plant Freudenstein nach der Ausbildung ein Studium und möglicherweise Auslandserfahrung. Langfristig sieht sie sich auf dem elterlichen Betrieb. Trotz bestehender Unsicherheiten überwiegt bei ihr die Motivation: „Wenn man Freude an der Arbeit hat, ist vieles machbar.“

Die Podcast-Staffel wird im Laufe des Jahres weitere Perspektiven von Frauen in der Landwirtschaft beleuchten – von Hofübernahme über Betriebsführung bis hin zu unterschiedlichen Lebensmodellen in der Landwirtschaft. HIER auf Spotify hören.

Den Podcast gibt es seit genau einem Jahr. Am 2. April 2025 ging die erste Folge online, und seitdem freut sich das Landvolk über viele spannende Themen und blicken motiviert auf weitere Staffeln und Themenbereiche.

Aktuelles aus dem Landesverband

09.04.2026
Agrarfinanztagung am 14. April in Frankfurt/M.: Schwerpunkt Tierhaltung
Öko-Landbau

(DBV) Die Agrarfinanztagung von DBV und Renten­bank findet kommende Woche, am 14. April, in Frankfurt/Main statt. Neben einer Keynote der „Wirtschaftsweisen“ (Prof. Grimm) stehen die Tierhaltung, Bioenergie, Agri-PV, Robotik und Geschäftsmodelle durch Kooperation im Fokus. DBV-Mitglieder nehmen vergünstigt teil.
Weitere Informationen und Anmeldung unter:
https://www.bauernverband.de/kalender-veranstaltungen/termin/agrarfinanztagung-2026

09.04.2026
Nur Kleinstgeschäfte mit Bio-Speisegetreide
Öko-Landbau

(DBV/AMI) Das Geschäft mit Bio-Getreide läuft im März sehr ruhig. Die Biofach im Februar hatte mehr Klarheit gebracht, welche Mengen noch zur Verfügung stehen – aber die Mühlen scheinen im Großen und Ganzen ganz gut eingedeckt. Immer wieder tauchen noch kleinere unverkaufte Partien bei den Landwirten auf. Die Partien werden nun in kleinen Mengen noch verkauft – das bleibt aber insgesamt ein mühsames Geschäft. Mit der Neuen Ernte halten sich alle noch zurück.

09.04.2026
Bio-Kartoffeln: Bio-Kartoffelmarkt gut versorgt
Öko-Landbau

(DBV/AMI) Das Angebot an vermarktungsfähiger und qualitativ einwandfreier Ware bleibt groß und übersteigt den Bedarf deutlich. Die Nachfrage ist saisonüblich und erhält durch vereinzelte Werbeaktionen Impulse. Begünstigt durch die milden Temperaturen nehmen die Frühjahrs­arbeiten auf den Ackerflächen zunehmend Fahrt auf. Im Südwesten wurden bereits erste Frühkartoffeln gepflanzt.

09.04.2026
Anhaltend begrenztes Angebot bei Bio-Rindern
Öko-Landbau

(DBV/AMI) Das Angebot an Bio-Rindern bleibt weiterhin knapp, auch wenn tendenziell im ersten Halb­jahr mehr Jungbullen geschlachtet werden. Zu­sätzlich birgt die seit dem letzten Jahr geltende Weidepflicht immer noch das Risiko, dass Betriebe, die bislang noch ökologisch zertifi­ziert gelten, bei anstehenden Kontrollen ihre Anerkennung verlieren und dem Bio-Markt ent­zogen werden. Dies könnte das Angebot weiter­hin verknappen.

09.04.2026
Bio-Milch: Rohstoffaufkommen trotz guter Nachfrage teilweise zu hoch
Öko-Landbau

(DBV/AMI) Trotz weiterhin guter Nachfrage ist das aktuelle Rohstoffaufkommen am Bio-Milchmarkt spür­bar gestiegen. Günstige Witterungsbedingun­gen verstärken die meist ohnehin höheren An­lieferungs­mengen im Frühjahr. Vor diesem Hin­tergrund bleibt der Markt sensibel, da bereits kleinere Verschiebungen spürbare Aus­wirkungen ent­falten können. Das Preisniveau 2025 von knapp 66 Ct/kg ist leicht gesunken.

08.04.2026
ASP in Sachsen erneut ausgebrochen
Schwein

Am 31. März 2026 wurde ASP bei einem tot aufgefundenen Wildschwein in den Königshainer Bergen nachgewiesen und durch das Friedrich‑Loeffler‑Institut (FLI) bestätigt. Derzeit wird noch geprüft, ob es sich um einen Neueintrag der Seuche handelt. Der Freistaat Sachsen galt seit dem 5. Februar 2026 offiziell als ASP‑frei, nachdem ein Jahr lang kein neuer Fall festgestellt worden war. Nach dem Fund hat das Landestierseuchenbekämpfungszentrum der Landesdirektion Sachsen seine Arbeit wieder aufgenommen und erste Sofortmaßnahmen eingeleitet. Eine Sperrzone II wurde mit einem Radius von etwa 10 km um den Fundort festgelegt und eine Pufferzone (Sperrzone I) schließt sich im Westen an den bestehenden Schutzkorridor entlang der Grenze zu Polen an und umschließt die Sperrzone II. Des Weiteren wurden Kadaversuchhundeteams sowie Drohnen eingesetzt, um eine intensive Suche nach weiterem Fallwild durchzuführen. Der Rückbau bestehender Zäune um den Fundort wurde ausgesetzt.

08.04.2026
Agrarfinanztagung: Schwerpunkt Tierhaltung
Schwein

Die diesjährige Agrarfinanztagung von DBV und Rentenbank am 14. April 2026 in Frankfurt am Main beleuchtet die Auswirkungen aktueller wirtschaftlicher und agrarpolitischer Entwicklungen auf die Finanzierung landwirtschaftlicher Betriebe. Expertinnen und Experten diskutieren, welche konjunkturellen, politischen und gesellschaftlichen Impulse die Branche prägen und wie die Unternehmen darauf reagieren können. „Die gesamte Landwirtschaft – und besonders die Tierhaltung – ist auf verlässliche Investitionen angewiesen, um ihre wesentliche Rolle in unserer Volkswirtschaft dauerhaft erfüllen zu können“, betont DBV-Generalsekretärin Stefanie Sabet. Weitere Informationen zum Programm und zur Anmeldung finden Sie hier.