Bevorratungsaktionen werden im LEH fortgesetzt und es gibt genug Angebote der Erzeuger, um diese zu bedienen – schließlich läuft die Haupternte noch und kommt flott voran. Gute Qualitäten sind eher knapp und werden auf Seite gelegt. An den Preisen ändert sich nichts.
Wie in der Vorwoche, als es mit Sonderangeboten von Kartoffeln in größeren Packgebinden im Rahmen der Bevorratungsaktionen losging, ist der Absatz von Speisekartoffeln weiterhin etwas umfangreicher. Viele Befragte melden allerdings, dass nach erster üppiger Ausstattung des LEHs umfangreichere Nachbestellungen ausblieben und die Erstausstattung länger reichte als zunächst gedacht. Der Eindruck wird vermittelt, dass die Bevorratungssaison weiter an Bedeutung verliert. Das kommt dem Absatz von Kleingebinden zugute, meldet mancher.
Die Speisekartoffelernte fürs Lager schreitet flott voran und ist in einigen Landesteilen im Süden bereits abgeschlossen. Auch im Norden kommen die Landwirte unter günstigen Bedingungen auf den Äckern gut voran. Anfängliche Verspätungen dürften bald vergessen sein. Was bleibt ist aber der Eindruck deutlich schwächerer Qualitäten, und zwar von Nord bis Süd. Eigentlich sind alle Probleme anzutreffen. Häufiger erwähnt werden aber Drahtwurm- und auch Mäusefraß, grüne Knollen sowie Fäulen. Auch sind viele Knollen größer als sonst, weil Bestände schlecht aufliefen und Stauden weniger ansetzten. Nachdem es vor Wochen noch an entsprechenden Belegen für Einlagerungsware fehlte, ist man sich nun zunehmend sicher, dass von der Bruttoernte netto wohl weniger übrigbleiben wird als sonst.
Der Markt bleibt allgemein ziemlich ausgeglichen. Beste Qualitäten für die Langzeitlagerung werden je nach Region für 25,00 bis 29,00 EUR/dt eingelagert. Die Tagespreise für Kartoffeln in Regional- und Premiumprogrammen sind mitunter noch höher. Es gibt aber auch Meldungen von größeren Preiszugeständnissen für qualitativ abfallende Ladungen, die aber wohl eher selten in Kleingebinden für den LEH landen. Wer gute Kartoffeln erntet, legt sie erst einmal auf Seite. Dafür wird es im Winter und Frühjahr noch genug Bedarf geben – wie 2022/23 wohl auch beim Export, der in Richtung Südosten schon früher als sonst gestartet ist. Aber auch aus Polen kommen längst viele Anfrage zur späteren Lieferung von Lagerkartoffeln. (Quelle: AMI)



