Info Schwein
(DBV) Die Schlachtschweinepreise habe im letzten Monat ein Rekordhoch
verzeichnet. Lag die VEZG-Preisempfehlung Anfang des Jahres noch bei
1,36 €/kg SG, wurden Mitte Dezember sagenhafte 2,03 €/ kg SG verkündet.
China und andere von der ASP betroffene Länder Asiens haben aufgrund der
dort grassierenden Schweinepest einen hohen Einfuhrbedarf an
Schweinefleisch. Bis Ende September führte die EU knapp 3,2 Mio. t
Schweinefleisch aus, wovon fast die Hälfte nach China ging. Deutschland
zählt hierbei neben Spanien zu den wichtigsten Lieferländern. Durch das
knappe Angebot sowie die hohe Nachfrage Chinas lagen die Preise für
Schlachtschweine, Schlachtsauen und Ferkel erheblich über dem
entsprechenden Vorjahresstand. Auch 2020 könnte Deutschland vom enormen
Importbedarf Chinas profitieren. Unwägbarkeiten bestehen aus jetziger
Sicht aufgrund der Auswirkungen des Brexit, da Großbritannien der
Hauptmarkt für deutsche Wurstwaren ist, und bei einem möglichen
ASP-Ausbruch in Deutschland mit evtl. Exportsperren.
Der Strukturwandel in der Schweinehaltung setzt sich weiter fort.
Waren es 2015 noch 28 Mio. gehaltene Schweine in Deutschland,
verminderte sich der Viehbestand gegenüber 2018 um fast 4 % auf 25,9
Mio. Tiere. In der längerfristigen Betrachtung verringerte sich die
deutsche Schweineherde innerhalb von fünf Jahren um fast 8 %. Bei den
Sauen ist seit 2014 ein Rückgang um 13 % zu verzeichnen. Ursächlich
hierfür sind die wirtschaftlich schwierigen Bedingungen für die
Schweinehalter, aber auch die immer weiter steigenden gesetzlichen
Vorgaben für die Tierhaltung.
Ein Rückgang der Schweinebestände ist EU-weit zu beobachten. Ausnahme
bildet Spanien, das in den letzten Jahren seinen Schweinebestand und
damit auch die Schlachtungen massiv ausgebaut hat. Weiter rückläufig ist
auch die Anzahl der Schweine haltenden Betriebe, die nun bei 21.600
liegt. Zum Vergleich: im November 2018 gab es noch 3,5 % oder 800
Betriebe mehr. Die Zahl der gehaltenen Schweine pro Halter steigt
hingegen seit 2001 kontinuierlich an.