Niedersächsisches Landvolk Kreisverband Rotenburg-Verden e.V.

Unsere Tradition: Die Zukunft sichern

Auf dem neusten Stand

Lokales aus dem Kreisverband

Die wichtigsten Veranstaltungen und Verbandsinformationen auf einen Blick. Informieren Sie sich über anstehenden Events sowie lokale Nachrichten aus dem Kreisverband und erhalten Sie täglich aktualisierte Informationen zu den verschiedenen Betriebszweigen von unserem Landesverband.

Aktuelles aus dem Kreisverband

14.11.2023
Mindestlohn und Minijob-Grenze

sollen zum 1. Januar 2024 steigen

Ab dem 1. Januar 2024 steigt der Mindestlohn voraussichtlich auf 12,41 Euro brutto pro Stunde. Die Mindestlohnkommission hat diese Erhöhung vorgeschlagen. Aktuell liegt der gesetzliche Mindestlohn bei 12 Euro pro Stunde.

Allen Beschäftigten ist mindestens der Mindestlohn zu zahlen. Er gilt also nicht nur für Arbeitnehmer*innen mit einer versicherungspflichtigen Hauptbeschäftigung, sondern auch für Minijobber*innen. Die monatliche Verdienstgrenze im Minijob – auch Minijob-Grenze genannt – ist dynamisch und orientiert sich am Mindestlohn. Wird der allgemeine Mindestlohn erhöht, steigt auch die Minijob-Grenze. Diese erhöht sich ab Januar 2024 voraussichtlich von 520 Euro auf 538 Euro monatlich. Die Jahresverdienstgrenze würde sich entsprechend auf 6.456 Euro erhöhen.

09.11.2023
Aktuelle Vorschläge bedrohen Existenzen und Erträge

Landvolk koordiniert Widerstand gegen die mögliche Abstimmung zu SUR-Vorgaben

Als „Mogelpackung“ bezeichnet Landvolkpräsident Dr. Holger Hennies die in den Fachausschüssen des Europäischen Parlaments (EP) erzielten Kompromisse bezüglich der künftigen Vorgaben zur nachhaltigen Nutzung von Pflanzenschutzmitteln („Sustainable Use Regulation“, SUR). „Monatelanger Protest und wissenschaftlich fundierte Gegenargumente haben bei einem Teil der EU-Parlamentarier leider wenig genützt“, stellt Hennies fest. Die aktuellen Vorschläge der EU zur Pflanzenschutzmittel-Regulierung würden dem „Niedersächsischen Weg“ die finanzielle und administrative Grundlage entziehen und viele Landwirt*innen ruinieren.

„Wir können und wollen weniger chemische Pflanzenschutzmittel als in der Vergangenheit einsetzen, auch wenn wir einen europaweiten Verzicht von 50 Prozent wegen der damit verbundenen Auswirkungen nicht für sinnvoll halten. Vollständig indiskutabel sind für uns die darüberhinausgehenden Verbote für so genannte ‚empfindliche Gebiete‘, die nach den aktuellen Plänen des Parlaments mindestens 25 Prozent des Ackerlands und 45 Prozent des Dauergrünlands in Niedersachsen umfassen“, bekräftigt der Landvolkpräsident und ruft die Berufskolleg*innen dazu auf, sich auf allen politischen Ebenen Gehör zu verschaffen und vor den Folgen der überzogenen Vorgaben zu warnen.

Das von der Kommission vorgeschlagene absolute Verbot der Anwendung chemisch-synthetischer Pflanzenschutzmittel (PSM) in diesen Gebieten soll zwar geringfügig gelockert werden, indem die im Ökolandbau zugelassenen Mittel dort weiter zulässig bleiben sollen. Insbesondere der Anbau von Kulturen wie Kartoffeln, Raps, Zuckerrüben, Obst und Gemüse wäre massiv betroffen, aber auch Getreide und Futtermittelanbau würden teilweise sehr starke Ertrags- und Qualitätseinbußen hinnehmen müssen.

„Aus Sicht des Ökolandbaus ist es wichtig und richtig, dass PSM mit Zulassung im Ökolandbau von geplanten Totalverboten in den so genannten empfindlichen Gebieten ausgenommen werden“ erklärt der Vorsitzende des Ausschusses für Ökolandbau im Landvolk Niedersachsen, Carsten Bauck. Konventionelle Betriebe dürften in diesen Gebieten aber durch diese Hintertür nicht zu ökologischer Bewirtschaftung gezwungen werden, so die einhellige Meinung im Ökoausschuss. „Ökolandbau geht nur freiwillig und aus Überzeugung. Andernfalls drohen Richtlinienbrüche aus Unkenntnis und mangelnder Erfahrung“, warnt Bauck. Der Anteil an ökologischer Landwirtschaft müsse zusammen mit dem Markt wachsen; politisch getriebene Zwangsumstellungen führten zu unnötigen Verwerfungen. Die schon jetzt schwierige Marktsituation darf nach Ansicht des Ausschusses nicht künstlich verschärft werden. Die Förderfähigkeit für Ökolandbau in sensiblen Gebieten muss weiterhin gegeben sein.

Nach der Abstimmung im EU-Planum am 22. November muss es noch zu einer Einigung zum Entwurf mit den Mitgliedstaaten kommen. Dann könnten die pauschalen Verbote in den empfindlichen Gebieten schon Ende 2024 in Kraft treten, teilt das Landvolk mit. Mit Befremden reagiert der Verband darauf, dass die EU-Kommission im Nachhinein ein Dialogformat mit den Landnutzern einrichten möchte. „Wir können das nur als Hinhaltetaktik der scheidenden Kommission bewerten, weil es den Verantwortlichen in Brüssel dämmert, dass man spätestens bei der SUR beim ‚Green Deal‘ überzogen hat“, kommentiert Hennies diesen Vorschlag.

09.11.2023
„Transparenz schaffen“ nominiert für die Agricultural & Rural Inspiration Awards

Jetzt an der Abstimmung teilnehmen

Mit den Agricultural & Rural Inspiration Awards (ARIA, zu deutsch: Preisverleihung für landwirtschaftliche und ländliche Innovation) wird die EU im Dezember 2023 Projekte für zukunftsweisende Ansätze in der Landwirtschaft und der ländlichen Entwicklung auszeichnen. Die EU-Mitgliedsstaaten haben insgesamt 92 Projekte nominiert, von welchen eine Jury nun 24 Projekte ausgewählt hat, für die bis zum 01. Dezember 2023 öffentlich abgestimmt werden kann. Das Projekt „Transparenz schaffen“, zudem auch das Projekt “Vom Hof auf den Teller” unseres gemeinnützigen Fördervereins NEUA e.V. gehört, wurde von einer Jury als Finalist bei den Agricultural & Rural Inspiration Awards (ARIA) gewählt. Wer möchte kann HIER an der Abstimmung teilnehmen.

08.11.2023
Beregnungsverband Verden

stellt Bindeglied zwischen seinen Mitgliedern und den Behörden dar

Der Beregnungsverband Verden wurde im Frühjahr 2023 durch den Landkreis Verden gegründet mit dem Ziel das Wassermanagement für die Feldberegnung zu gestalten und stellt damit ein Bindeglied zwischen seinen Mitgliedern und den Behörden dar. Als Verbandsvorsteher wurde Holger Meier (Deelsen) gewählt, die Geschäftsführung übernimmt der Dachverband Aller-Böhme (Walsrode). Ansprechpartner*in sind hier Anna v. Arenstorff (Verwaltung) und Dipl.-Ing. Thomas Lucas (technischer Support). Neben der Verbandsführung übernimmt der Dachverband u.a. die Antragstellung der Wasserrechte beim Landkreis, begleitet Brunnenbohrmaßnahmen und steht seinen Mitgliedern und Interessierten für Fragen rund um das Thema Feldberegnung beratend zur Seite.

Wer Interesse hat und sich dem Beregnungsverband Verden anschließen möchte, meldet sich zur Terminabsprache bitte beim Dachverband Aller-Böhme. Im persönlichen Gespräch können (mögliche) Brunnenstandorte und zur Feldberegnung vorgesehene Flächen aufgenommen werden. Mitzubringen sind u.a. alle Unterlagen zu bestehenden Beregnungsanlagen, Bohrunterlagen (Bohrprofil, Schichtenverzeichnis, Absenktrichter, Pumpversuch), beantragte Beregnungsbrunnen, Vorgaben vom Landkreis.

Kontakt:
Dachverband Aller-Böhme
Albrecht-Thaer-Str. 1a
29664 Walsrode
Tel. 05161/ 3365
E-Mail: wabo-walsrode@t-online.de

06.11.2023
Neue Impulse für die Weiterentwicklung der Moore

Laut Minister Meyer wird es keinen gesetzlichen Zwang zur Wiedervernässung geben

In einem Punkt waren sich alle Akteur*innen beim Osterholzer Moorgipfel einig: Es ist kein leichtes Thema und auch keine leichte Angelegenheit, trocken gelegte Moorflächen in Niedersachsen aus (unbestritten notwendigen) Gründen des Klimaschutzes wieder zu vernässen. Es ist eine Jahrhundertaufgabe, die viel Planung, viele Ressourcen und viel Zusammenarbeit verschiedener Ebenen erfordert, aber auch viele regionale und auch individuelle Besonderheiten berücksichtigen muss. „Wir haben eine gute Diskussionskultur, aber es fehlen noch die konkreten Antworten. Das Land und der Bund müssen endlich anfangen, finanzielle Strukturen zu etablieren und klar sagen, wie man die Vernässung umsetzen will. Ich erkenne die Federführung für die offenen Fragen noch nicht“, monierte Landvolkpräsident Dr. Holger Hennies vor den mehr als 300 Gästen des Moorgipfels in der Stadthalle Osterholz-Scharmbeck.

Hennies forderte, sich den „Niedersächsischen Weg“ als Vorbild zu nehmen. Hier säßen alle Beteiligten an einem Tisch und verschiedene Interessen würden ausgeglichen und „gesetzesreif“ gemacht. Helfen könnte neben der geplanten Landesmoorgesellschaft und der Moorschutzstrategie ein „Moorkommissar“ oder eine „Moorkommissarin“, unterstrichen mehrere Redner*innen. Eine temporäre „Wiedervernässungsprämie“ brachte Prof. Harald Grethe von der Humboldt-Universität in Berlin ins Spiel. Hierzu machte Landwirtschaftsministerin Miriam Staudte in Osterholz keine Zusagen, sondern verwies auf Mittel aus dem Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz (ANK) des Bundes. Dass es „keinen gesetzlichen Zwang“ zur Wiedervernässung von Moorböden geben wird, versprach Niedersachsens Umweltminister Christian Meyer.

Dass viele der Flächen für die Speicherung von CO2 „nass nutzbar“ gemacht werden müssen, daran bestehe kein Zweifel, bekräftigten mehrere Redner*innen bei dem Moorgipfel. Chancen werden zum Beispiel in der Gewinnung von Biomasse und in der Photovoltaik gesehen. Holger Hennies betonte: „Wir brauchen jetzt den ganzen Werkzeugkasten, und es muss individuell und fair für die Landwirtinnen und Landwirte geregelt werden. Beim Kohleausstieg hat sich der Staat schließlich auch langjährig verpflichtet.“ Bernd Lütjen, Landrat des Landkreises Osterholz, der den Moorgipfel federführend ausrichtete, ergänzte: „Es muss zusätzliches Geld ins System rein. Es gibt schon gute regionale Projekte, aber das reicht nicht. Wir brauchen Verlässlichkeit, denn die Landwirte müssen davon überzeugt sein, dass sie nicht nach drei oder vier Jahren alleingelassen werden. Hierfür braucht es Vertrauen, nicht nur auf kommunaler Ebene.“

01.11.2023
Vom Hof auf den Teller

Unser Förderverein erhält Auszeichnung für herausragendes Engagement bei Umweltbildungsprojekten mit Kindern

Als Ansprechpartner*innen und Botschafter*innen für die Landwirtschaft und eine gesunde Ernährung engagieren sich das Landvolk Rotenburg-Verden sowie die Verdener und Rotenburger LandFrauen seit Jahren in zahlreichen Projekten. Mit der Gründung unseres Fördervereins für Nachhaltige Ernährung, Umweltbildung und Agrarwirtschaft (NEUA e.V.) haben wir diese Kräfte gebündelt, um Kinder für moderne Landwirtschaft und gesunde Ernährung zu begeistern. Mit dem Projekt “Vom Hof auf den Teller” schafft unser NEUA e.V. vielfältige und lebendige Erlebnisse rundum das Thema Landwirtschaft und Ernährung für Kindergartengruppen, Schulen oder Vereine. Wir wollen die Zusammenhänge zwischen landwirtschaftlicher Erzeugung, Verarbeitung der Rohstoffe, Ernährung und Gesundheit eingebettet in eine ländliche Kulturlandschaft aufzeigen und das Verständnis für eine verantwortungsbewusste und gesundheitsförderliche Ernährung vermitteln. Hierzu bieten wir den Kindern und Jugendlichen im Rahmen des Projektes ein Programm bestehend aus jeweils zwei lehrreichen Aktionstagen. Am ersten Aktionstag erfolgt ein Hofbesuch bei welchem die jungen Verbraucher*innen Landwirtschaft selbst hautnah erleben dürfen. Während des Hofrundganges lernen sie dabei viel über die Arbeit auf einem landwirtschaftlichen Betrieb und die Produktion regionaler Lebensmittel. Egal ob Milchvieh, Schwein, Geflügel oder Ackerbau – wir haben den passenden Hof. Am zweiten Aktionstag erfolgt ein Besuch unserer LandFrauen in den Schulen oder Kindergärten. Aufbauend auf den Hofbesuchen möchten wir den Kindern eine gesunde Ernährung näherbringen, indem nun gemeinsam leckere Gerichte zubereitet werden. Je nach Schwerpunkt des besuchten Betriebes werden dabei die Hauptzutaten ausgewählt, um den Weg vom Hof auf den Teller noch besser zu verdeutlichen.

Für unser Projekt „Vom Hof auf den Teller“ haben wir nun eine mit 500 Euro dotierte Auszeichnung für das herausragende Engagement bei Umweltbildungsprojekten mit Kindern vom Natur-Netz Niedersachsen erhalten. Das Natur-Netz Niedersachsen ist ein Zusammenschluss von niedersächsischen Stiftungen im Natur- und Umweltschutz. Auf dem Milchviehbetrieb von Familie Meier in Deelsen, welche in dem Projekt selbst sehr aktiv ist und regelmäßig Besucher*innen über ihren Hof führt, überreichte das Mitglied der Steuerungsgruppe Marc Sander in einer kleinen Feierstunde die Urkunde an die Vorsitzende des NEUA e.V. Annameta Rippich: „Wir fühlten uns ganz besonders geehrt, als wir das Schreiben erhalten haben, dass wir ausgezeichnet werden“, sagte Rippich. Das Natur-Netz werde von der Bingo Umweltstiftung unterstützt und habe deswegen Themen, wie die Umweltbildung für Kinder im Fokus.

Für den Erfolg des Projektes spricht auch die hohe Anzahl von Schulen, die im Rahmen des Projektes bereits Höfe besucht und Kochaktionen durchgeführt haben. So ist die Anzahl der teilnehmenden Schulen in den Landkreisen Rotenburg und Verden seit dem Start des Projekts im Jahre 2015 von 7 auf 21 gestiegen. Hierdurch erreichen wir mittlerweile bereits über 1.000 Kinder und Jugendliche jährlich. Der Transport zu den Höfen spielt hierbei eine elementare Rolle und wird vom Landkreis Verden gesponsert, wofür wir sehr dankbar sind. „Das Wissen über die Erzeugung von Lebensmitteln wird immer wichtiger“, verdeutlichte der stellvertretende Verdener Landrat Reiner Sterna und wies auf den Bildungsauftrag für die Kinder hin, die häufig sonst keine Verbindung oder Berührungspunkte mehr mit der Landwirtschaft hätten.

„Die Arbeit des gemeinnützigen NEUA Vereins ist nur durch öffentliche Fördermittel, private Spenden und Firmen Sponsoring möglich.“, erklärte Christine Tewes von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen, die die Verantwortung für die Organisation des Vereins trägt. Tewes dankte daher auch den weiteren Sponsoren wie der Bingo Umweltstiftung, dem Förderprogramm „Transparenz schaffen“, der Kreissparkasse Verden, der Sparkasse Rotenburg Bremervörde, der Sparkasse Scheeßel, der Volksbank Niedersachsen Mitte, der Volksbank Wümme Wieste, dem Lions Club Ottersberg, den Service Clubs Verden und privaten Spender*innen für ihre Unterstützung. „Die Auszeichnung ist ein großer Ansporn für uns, mit unseren vielen ehrenamtlichen Unterstützern mit dem Projekt weiterzumachen und noch mehr Kinder zu erreichen“, sagte Annameta Rippich zum Abschluss der Feierstunde in Deelsen.

01.11.2023
Ball der Landwirtschaft 2023

Karten ab sofort erhältlich

Am 09.12.2023 veranstaltet der Verein “Freunde der Landwirtschaft” ab 21 Uhr den Ball der Landwirtschaft im Gasthaus zur Linde Meyer in Achim-Bierden. Die Karten sind ab sofort HIER erhältlich. Der Einlass ist nur in festlicher Kleidung gestattet.

24.10.2023
Kein Verständnis für pauschale Verbote durch EU

Chemischer Pflanzenschutz sorgt für sichere Ernten und gute Qualitäten

In seiner heutigen Sitzung hat der Umweltausschuss des Europäischen Parlaments seine Position zum Vorschlag der EU-Kommission über eine europaweite Einschränkung bei der Verwendung von chemischen Pflanzenschutzmitteln festgelegt. Das Ergebnis war geprägt von knappen Mehrheiten für sehr umfangreiche und teilweise noch über den Kommissionsentwurf hinausgehende Änderungen. Am 20. November soll die endgültige Abstimmung im Plenum erfolgen.

„Wir haben kein Verständnis dafür, dass die Mehrheit im Ausschuss an völlig überzogenen Einschränkungen und pauschalen Verboten des chemischen Pflanzenschutzes festhält. Wir sind für machbare Lösungen, den chemischen Pflanzenschutz auf unseren Höfen zu reduzieren. Im ‚Niedersächsischen Weg‘ haben wir deshalb die Reduzierung um 25 Prozent bis 2030 vereinbart“, betont Dr. Holger Hennies, Präsident des Landvolks Niedersachsen die Position des Verbandes.

„Das Ergebnis der mehr als doppelt so großen Reduzierungsziele des Umweltausschusses ist nach Einschätzung aller Fachleute eindeutig: In der EU werden nach der Umsetzung des Kommissionsentwurfs weniger Nahrungs- und Futtermittel sowie nachwachsende Rohstoffe auf den Feldern und Wiesen heranwachsen, Missernten werden wegen schlechter kontrollierbarer Schädlingsentwicklung zunehmen, die Preise für Lebensmittel und Rohstoffe aus der europäischen Landwirtschaft werden steigen müssen und weniger umweltfreundlich erzeugte Importe werden sich vervielfachen,“ beschreibt Hennies die Fakten.

„Wie die Politik diese und weitere Konsequenzen vertreten kann, ist uns schleierhaft. Für viele Bäuerinnen und Bauern, die von der Bewirtschaftung der Felder in so genannten ‚sensiblen Gebieten‘ leben, droht die Existenzvernichtung. Dort sollen kurzfristig nur noch die begrenzten Pflanzenschutzmaßnahmen zugelassen werden, die im Ökolandbau geduldet werden, also wird eine staatliche Zwangsumstellung durchgedrückt,“ kritisiert Hennies. Am stärksten gefährdet seien die Landwirt*innen, die sich in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten für den Gewässerschutz-, den Erhalt schützenswerter Landschaften und den Artenschutz eingesetzt haben.

Nach Einschätzungen des Landvolks Niedersachsen sind durch die Pauschalverbote in den „sensiblen Gebieten“ mehrere hunderttausend Hektar an Äckern, Wiesen und Weiden betroffen, regional teilweise mehr als 30 Prozent der Fläche, einzelbetrieblich bis zu 100 Prozent. Dazu komme ein Umfang an bürokratischen Auflagen, der auf einem normalen Familienbetrieb nicht mehr bewältigt werden könne. „Wir appellieren an das Parlament, die Konsequenzen des Vorschlages neu zu bewerten und zu einem machbaren Ergebnis für die Landwirte, ohne die negativen Auswirkungen für unsere Lebensmittelversorgung und Preisstabilität zu kommen,“ richtet sich Hennies an die Parlamentarier*innen.

24.10.2023
Führerschein-Umtausch

Für diese Landwirt*innen läuft die Frist aus

Ob für PKW, Motorrad oder Traktor, die alten Papier- und Plastikführerscheine müssen bis Januar 2033 in neue EU-Führerscheine getauscht werden! Für die Jahrgänge 1965 bis 1970 läuft die Frist bereits am 19. Januar 2024 ab. Auch wichtig: Lasst Euch die Klasse T auch mit eintragen!
Für den Austausch ist die Führerscheinbehörde des aktuellen Wohnorts zuständig. Alle Fahrer*innen brauchen einen gültigen Personalausweis oder Reisepass, den aktuellen Führerschein sowie ein biometrisches Passfoto.

24.10.2023
"Rote Gebiete" - Kabinett beschließt Änderungsverordnung

Vergrößerung der Gebietskulisse

Die Landesregierung hat am 10. Oktober die geänderte „Niedersächsische Verordnung über düngerechtliche Anforderungen zum Schutz der Gewässer vor Verunreinigungen durch Nitrat oder Phosphat“ beschlossen. Durch die geänderte Verordnung kommt es zu einer Vergrößerung der Gebietskulisse. Die so genannten „roten Gebiete“ umfassen nun zirka 32 Prozent der landwirtschaftlich genutzten Fläche in Niedersachsen. Die ausgewiesenen eutrophierten (mit Phosphat belasteten) Gebiete werden weiterhin zirka 1,4 Prozent der landwirtschaftlich genutzten Fläche in Niedersachsen umfassen. Die Ausweisung der mit Nitrat belasteten Gebiete definiert, wie bisher auch, den Anwendungsbereich für Maßnahmen gemäß § 13a Abs. 2 Düngeverordnung des Bundes sowie für die Maßnahmen der Landesdüngeverordnung. Die für diese Gebiete vorgeschriebenen Maßnahmen werden nicht verändert. Somit bleiben die Auflagen, wie etwa die jährlichen Untersuchungen von Bodenproben, um den pflanzenverfügbaren Stickstoffgehalt zu bestimmen, oder auch die Vorgabe zur Einarbeitung für die meisten organischen Düngemittel und Wirtschaftsdünger innerhalb einer Stunde, bestehen. Die neue Verordnung tritt mit Veröffentlichung im Niedersächsischen Gesetz- und Verordnungsblatt in Kraft.

„Wir sind schwer enttäuscht, dass das Niedersächsische Landwirtschaftsministerium trotz des von Ministerin Miriam Staudte geäußerten Verständnisses für unsere Sorgen und Kritikpunkte keine Anpassungen am bisherigen Vorgehen vorgenommen hat“, erklärt Dr. Holger Hennies, Präsident des Landvolk Niedersachsen, zu der vom Kabinett beschlossenen Änderungsverordnung. „Die letzte Änderung erfolgte erst vor zehn Monaten, insgesamt ist es innerhalb von nur vier Jahren schon die dritte Anpassung der Ende 2019 erstmals festgelegten roten Gebiete“, führt Hennies aus. So werde vom ebenfalls zuständigen Umweltministerium weiter mit einem völlig ungeeigneten und von der EU deutlich kritisierten Netz an Grundwassermessstellen gearbeitet und eine fachlich völlig ungeeignete Methodik der Abgrenzung verwendet. „Zudem werden jetzt die roten Gebiete auch noch mit einer Begründung erweitert, die auf wenige Einzelmessungen und einer nicht ausreichend erprobten Berechnungsmethodik des Nitrateintrags beruht“, bemängelt Hennies die Vorgehensweise. „Weil vom Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir, der für die Auslegung der Düngeverordnung zuständig ist, keine Rückendeckung für eine fachlich unumstrittene Berücksichtigung der grundwasserschützenden Wirkung unseres Grünlands kommt, hält das Land an einer irrationalen Einschränkung der Düngung auf unseren Weiden und Wiesen fest“, benennt der Landvolkpräsident eine weitere Ursache für das jetzt vorliegende und mehr als unbefriedigende Ergebnis.

Für das Landvolk Niedersachsen stehen Bund und Land in der Pflicht, den Landwirt*innen zu erklären, warum in Niedersachsen die Vorteile des Grünlandes beim Grundwasserschutz nicht so berücksichtigt werden – wie beispielsweise in Bayern – und weshalb anders als im Rest Europas nicht die gemessenen Nitratgehalte, sondern berechnete, theoretische Einträge als Maßstab für die Ausweisung „roter Gebiete“ herangezogen werden. Das Landvolk erwartet, dass die Landesregierung ihr Vorgehen auch vor dem Oberverwaltungsgericht in Lüneburg erklären muss. Hier liegen bereits zahlreiche Klagen von betroffenen Höfen vor. Vom Bund fordert der Landesbauernverband spätestens für das nächste Frühjahr die von der Politik schon lange zugesagte Änderung der Düngeverordnung vorzunehmen, um eine Flexibilisierung des völlig überzogenen und starren Korsetts in den roten Gebieten für besonders gewässerschonend wirtschaftende Betriebe zu schaffen. Niedersachsens Landwirt*innen haben in den vergangenen sieben Jahren ihre Hausaufgaben gemacht und die Stickstoffemissionen deutlich reduziert.

Aktuelles aus dem Landesverband

23.01.2026
Erzeugerpreise für Bio-Milch verharren auf hohem Niveau
Öko-Landbau

Im November ist der Aufwärtstrend der Bio-Milchpreise im Bundesgebiet zum Stillstand gekommen. Der durchschnittliche Bio-Milcherzeugerpreis lag aber weiterhin deutlich über dem Preis des Vorjahresmonats. Der Großteil der Molkereien zahlte im ein konstantes Milchgeld aus. Hier und da kam es allerdings auch zu leichten Preisrücknahmen.

23.01.2026
Bio-Kartoffeln: Ruhiger Jahresauftakt bei stabilen Preisen
Öko-Landbau

Nach dem Jahreswechsel und der Feiertagsphase nimmt der Absatz von Bio-Kartoffeln langsam wieder Fahrt auf. Mit den aktuellen Aktionsprogrammen wird mit einer spürbaren Belebung gerechnet. Kurzfristige Preisaufschläge auf Erzeugerebene stehen jedoch nicht zur Diskussion.

23.01.2026
Bio-Schweinepreise stabilisieren sich
Öko-Landbau

(DBV/AMI) Der Auftrieb der Bio-Schweinepreise der vergangenen Monate hat sich im Dezember eingebremst, die Preise stabilisieren sich auf hohem Niveau. Die Preisanpassungen der Unternehmen gehen jetzt in beide Richtungen und heben sich in der Summe fast auf. Die knappe Versorgung der letzten Jahre mit den hohen Auszahlungspreisen hat inzwischen einige Landwirte motiviert, in die Bio-Schweinehaltung einzusteigen bzw. diese auszuweiten.

23.01.2026
Neues Informationsportal des Deutschen Bauernverbandes
Öko-Landbau, Pflanzen

(DBV) www.exklusiv.bauernverband.de ist das neue Informationsportal den Bauernverband und ersetzt die DBV Monatspublikation dbk

Die Deutsche Bauern Korrespondenz (dbk) ist auf die neue Website umgezogen. Unter www.exklusiv.bauernverband.de  finden alle Bauernverbandsmitglieder das neue digitale Informations-Zuhause des DBV.  Die dbk-App als 1. Schritt in die digitale Welt ist damit eingestellt. Im Jahr 1948 erstmals erschienen, blickt das Mitgliedermagazin des DBV auf eine beachtliche Historie zurück. Im Monatsrhythmus wird seitdem die agrarpolitische Fachexpertise der ehren- und hauptamtlichen DBV-Vertreter veröffentlicht. Als wichtiges Nachschlagewerk für die zentralen Informationen, Positionen und Argumente des Verbandes über die letzten Jahrzehnte ist die dbk das Gedächtnis des DBV. Die Digitalisierung wird mit der neuen Online-Plattform konsequent fortgesetzt. DBV exklusiv wird die Fachexpertise des DBV weiterführen. Der Monatsrhythmus hat ausgedient, Die „dbk“-Kommunikation geht ab sofort modern, effizient und crossmedial. Jeder Autor, jeder Leser, jedes Mitglied, jeder Landes-, Kreis- oder Ortsverband kann die Inhalte mit einem Klick jederzeit über seine Social-Media-Kanäle teilen und die gemeinsamen Botschaften des Berufsstandes verbreiten. Mitglieder melden sich einfach mit ihrer Mitgliedsnummer an, andere berechtigte Nutzer mit ihrem Freischaltcode, den sie vom DBV erhalten (haben).
Am Bezug interessiert oder Fragen? – dbvexklusiv@bauernverband.net

23.01.2026
EU-Weizen verliert am Exportmarkt an Boden
Pflanzen

(AMI) Am Terminmarkt für Weizen sorgen internationale Tender zwar für Nachfrageimpulse, doch günstige Offerten aus Argentinien und dem Schwarzmeerraum setzen die Notierungen weiter unter Druck.

Die Weizenkurse an der Pariser Börse bewegen sich weiterhin in einer engen Handelsspanne. Am 21.01.2026 schloss der Fronttermin März 2026 bei 189,50 EUR/t und verzeichnete damit auf Wochensicht ein leichtes Plus von 0,75 EUR/t. Der Kontrakt der Ernte 2026 hingegen gab nach und schloss zuletzt bei 194,00 EUR/t, was einem Rückgang von 1,00 EUR/t gegenüber der Vorwoche entspricht.

Bei global üppigen Weizenvorräten großer Exporteure richten Marktakteure ihren Fokus derzeit verstärkt auf neue internationale Ausschreibungen bedeutender Importländer, die den Kursen zuletzt etwas Unterstützung verliehen. So kaufte Algerien zu Beginn der laufenden Handelswoche insgesamt rund 907.000 t Weichweizen, nachdem zunächst von einem Volumen von etwa 595.000 t ausgegangen worden war. Ein erheblicher Teil dieser Menge soll mit Weizen argentinischen Ursprungs gedeckt werden. Die niedrigen Preise dürften dabei selbst Anbieter aus der Schwarzmeerregion verdrängt haben – trotz der oftmals unter den Erwartungen liegenden Qualität des argentinischen Weizens.

Argentinien wird voraussichtlich eine Rekordernte von Weizen in Höhe von rund 27,5 (Vorjahr: 18,51) Mio. t einfahren. Mit diesem hohen Angebot verschärft sich der Wettbewerbsdruck auf dem Weltmarkt weiter, insbesondere auch auf dem für die EU wichtigen nordafrikanischen Absatzmarkt.

Vor dem Hintergrund der intensiven Konkurrenz auf dem Exportmarkt senkte das Beratungsunternehmen Expana seine monatliche Prognose für die Weichweizenexporte der Europäischen Union in der Saison 2025/26 von zuvor 30,0 auf nun 28,8 Mio. t. Als Begründung wurden insbesondere die schleppenden Lieferungen aus den nördlichen EU-Mitgliedstaaten sowie aus Rumänien angeführt.

23.01.2026
Deutscher Brotgetreidemarkt bleibt richtungslos
Pflanzen

(AMI) Während einzelne Qualitäten leicht zulegen, bleibt das Marktgeschehen insgesamt schleppend. Gedämpfte Stimmung bei Erzeugern und geringe Nachfrage prägen das Bild.

Größere Preissprünge blieben auch in dieser Handelswoche aus. Die Weizenkurse an der Pariser Börse bewegten sich weiterhin in einer engen Handelsspanne und gaben damit weiter die Richtung vor. Auf Erzeugerstufe werden für Eliteweizen im Mittel rund 179,42 EUR/t aufgerufen, nach 179,25 EUR/t in der Vorwoche. Qualitätsweizen verteuert sich hingegen auf Wochensicht um 1,55 EUR/t auf durchschnittlich 175,37 EUR/t. Für Brotweizen werden frei Erfasserlager 169,60 EUR/t gezahlt, was einem Wochenplus von 2,03 EUR/t entspricht. Demgegenüber können die Forderungen für Braugerste das Vorwochenniveau nicht halten, auch wenn das Wochenminus mit 0,14 EUR/t auf im Schnitt 161,82 EUR/t gering ausfällt. Für Brotroggen werden weiterhin 145,10 EUR/t aufgerufen.

Ein ähnliches Bild zeigt sich im Ex-Ernte-Geschäft. Hier verzeichnet Brotroggen mit einem Plus von 1,41 EUR/t auf durchschnittlich 139,17 EUR/t den stärksten Preisanstieg. Brotweizen verteuert sich um 0,81 EUR/t auf 170,77 EUR/t, während Qualitätsweizen um 0,53 EUR/t auf 183,02 EUR/t zulegt. Eliteweizen tendiert hingegen schwächer und gibt im Wochenvergleich um 0,48 EUR/t auf 190,85 EUR/t nach. Deutlichere Abschläge zeigt Braugerste mit einem Rückgang von 1,30 EUR/t auf 171,73 EUR/t.

Das niedrige Preisniveau konnte zuletzt nur begrenzt Neugeschäft generieren. Bei den Verkäufern schwindet zunehmend die Hoffnung auf wieder deutlich festere Preise, sodass vermehrt aus Liquiditäts- oder Platzgründen Ware am Markt angeboten wird. Zufrieden sind die Erzeuger damit jedoch nicht; insgesamt bleibt die Stimmung am heimischen Markt gedrückt. Das Marktgeschehen kommt nur schleppend aus dem Winterschlaf. Auch die Mühlen treten lediglich sporadisch als Käufer auf und verweisen bevorzugt auf ihre gute Deckung, insbesondere für die vorderen Liefertermine. Angesichts des großen Angebots auf nationaler und internationaler Ebene ist ohnehin keine Eile geboten.

Die Großhandelspreise für deutschen Qualitätsweizen zur prompten Lieferung lagen am 13.01.2026 franko Hamburg bei 214 EUR/t und damit 1 EUR/t über dem Vorwochenniveau. Zum Vorjahreszeitpunkt wurden jedoch noch 255 EUR/t gefordert. Bei geringen Umsätzen orientieren sich die Großhandelspreise weiterhin eng an den Entwicklungen der Börsenkurse. Brotweizen wird franko Hamburg mit 206 EUR/t bewertet (Vorjahr: 234 EUR/t), ebenfalls 1 EUR/t über der Vorwochenlinie. Franko Niederrhein konnten die Preise ebenfalls um 1 EUR/t auf 204 EUR/t (Vorjahr: 243 EUR/t) zulegen.

23.01.2026
Futtergetreide kann sich besser behaupten
Pflanzen

(AMI) Das Exportgeschäft mit Futtergetreide aus deutscher Erzeugung flacht ab, gleichzeitig werden Partien am Markt angeboten, Erzeuger akzeptieren teils das Preisniveau.

In der 4. Kalenderwoche ziehen die Notierungen an der Euronext an. Am 21.1.2026 legt der Maiskontrakt gegenüber der Vorwoche um 3,75 auf 192,50 EUR/t zu und erreicht zwischenzeitlich sogar 193,75 EUR/t. Die Weizennotierung in Paris kann mit dieser Dynamik nicht ganz Schritt halten: Sie steigt lediglich um 0,75 auf 189,50 EUR/t.

Am Kassamarkt bleibt der Handel mit Futtergetreide insgesamt ruhig. Die festeren Vorgaben vom Terminmarkt werden nur teilweise in den physischen Markt übertragen; regional wirken Logistik und verfügbare Partien stärker als die Börse. Die Preise für Futterweizen bewegen sich weiterhin auf dem Niveau der Vorwoche und liegen im Bundesdurchschnitt frei Erfasserlager minimal höher bei 165,03 EUR/t. Auch Futtergerste zeigt sich nahezu unverändert mit 161,51 EUR/t. Nach Angaben des Handels werden die Futtergetreidepreise gestützt, da das Zufrieren der Binnengewässer regional zu zusätzlicher Nachfrage aus dem näheren Umfeld führt. Die LKW-Belieferung gewinnt damit an Bedeutung; knapper Frachtraum wirkt zusätzlich preisstabilisierend.

Körnermais bleibt weiterhin knapp verfügbar. Preislich zeigt er sich stabil, folgt dem Aufwärtstrend der europäischen Börsen jedoch nur abgeschwächt. Der Kassapreis steigt um 0,45 EUR/t auf 182,57 EUR/t.

Im Großhandel zeigen sich im Wochenvergleich unterschiedliche Preisbewegungen. Franko Niederlande bleiben die Notierungen für Futtergerste mit 196 EUR/t sowie für Mais mit 215 EUR/t unverändert, während sich Futterweizen um 1 EUR/t auf 198 EUR/t verteuert. Am Oberrhein gibt Futterweizen um 1 EUR/t auf 188 EUR/t nach, während Mais mit 209 EUR/t stabil notiert. Auch in Südoldenburg bleiben die Maispreise mit 213 EUR/t unverändert. Dort legt Futterweizen um 1 EUR/t auf 197 EUR/t zu, während Futtergerste weiterhin bei 194 EUR/t notiert.

23.01.2026
Preissteigerungen für Raps
Pflanzen

(AMI) Im Aufwind des Handelsabkommens zwischen China und Kanada bewegen sich auch die Pariser Rapsnotierungen aufwärts. Das zieht auch die Erzeugerpreise mit nach oben.

Die Pariser Rapsnotierungen konnten sich im Wochenverlauf befestigen. Der Fronttermin Februar schloss am 22.01.2026 bei 476,25 EUR/t und damit rund 5,25 EUR/t über dem Niveau der Vorwoche. Damit schrumpft der Invers, also der Abstand zwischen dem Front- und Folgetermin, von 6,50 EUR/t auf aktuell 4,25 EUR/t. Auch Partien der Ernte 2026 ziehen an, hier fällt das Plus sogar etwas deutlicher aus. Unterstützung kam dabei insbesondere von der kanadischen Börse, nachdem sich Kanada und China auf ein Handelsabkommen einigten.

Auf Großhandelsebene schlagen die Preise dagegen keine eindeutige Richtung ein. Während franko Hamburg die Offerten für prompte Ware um 10 auf 469 EUR/t zurückgenommen wurden, sind franko Hamburg mit 489 rund 1 EUR/t mehr möglich. Ausschlaggebend für das Minus franko Hamburg ist jedoch neben der deutlich zurückgenommenen Prämie (-5) auch der Wechsel der Anlehnung von dem Februar auf den Mai-Kontrakt. Für Partien der Ernte 2026 sind bis zu 459 EUR/t im Gespräch. Dabei verläuft der Handel auch weiterhin in ruhigen Bahnen. Austral-Ware wird weiterhin offeriert, findet jedoch kaum Abnehmer. Die Importströme aus dem Schwarzmeerraum sind indes nahezu versiegt.

Auch am heimischen Rapsmarkt bleibt es ruhig. Lediglich vereinzelt wird Ware vermarktet, entweder aus Platz- oder Liquiditätsgründen. Dabei signalisieren Ölmühlen gebietsweise Bedarf. Mit der Vermarktung der kommenden Ernte wird in der Hoffnung auf weitere Preissteigerungen vorerst abgewartet. Aktuell sind hier im Mittel 423,40 EUR/t möglich und damit 2,50 EUR/t mehr als noch in der Vorwoche. Auch Partien der Ernte 2025 befestigen sich und klettern mit 451,00 EUR/t wieder über die Marke von 450,00 EUR/t. Die Meldungen aus den einzelnen Bundesländern rangieren dabei in einer Spanne von 425-470 EUR/t.

23.01.2026
Kartoffelmarkt bleibt perspektivlos
Pflanzen

(AMI) Ohne Frost führt die bessere Verfügbarkeit von Speisekartoffeln zu einem wachsenden Angebot. In Zuschussregionen sprechen Erzeuger Aufschläge für Lagerkosten an. Frittenkartoffeln finden nicht genug Käufer. Das Preisniveau führt zu Verwerfungen. Drittlandexporte laufen nur schwach.

Für Speisekartoffeln bleibt die Nachfrage am Inlandsmarkt noch recht gut, beim Export ist hier und da von Absatzschwächen zu hören. Preislich hat sich nichts verändert. Ob das bald anders wird, bleibt abzuwarten. Zumindest im Rheinland, wo jetzt der Übergang von Flächenläger auf Kistenware erfolgt, werden Aufschläge diskutiert. In Niedersachsen sind die Perspektiven dafür momentan nicht so gut. Nachdem die Frostperiode vergangene Woche vorerst endete, ist das Angebot wieder gestiegen.

Pommes frites Markt läuft nicht rund

Vom Markt für Pommes frites Kartoffeln gibt es weiterhin eher beunruhigende Informationen. Eine Verbesserung, der oft als desaströs beschrieben Lage, ist vorerst nicht in Sicht. Darüber kann auch eine leicht höhere Notierung für Rohstoff in den Niederlanden nicht hinwegtäuschen. Derzeit scheinen Verarbeiter in Westeuropa zu überlegen, die Herstellung von TK-Pommes weiter herunterzufahren, bis hin zum Stillstand einzelner Werke und/oder Verarbeitungsstraßen für ein bis zwei Wochen. Bereits öffentlich darüber berichtet wird im Fall von Lamb Weston. Das Unternehmen schließt zudem ein Werk in Argentinien endgültig – verlagert aber die Aktivitäten in ein neues Werk im Land – und kündigt Produktionskürzungen in den Niederlanden an.

Neben weiteren Produktionsrückgängen führen die niedrigen Preise zu Verwerfungen. Informationspartner glauben, dass das Auszahlen von frachtfernen Vertragsmengen ohne anschließende Abholung weiter Schule machen wird. Warum sollte man auch mehr für Transportkosten als für Rohstoff von vor Ort bezahlen, wird sich da manch einer denken.

Die EU-Exportdaten für TK-Kartoffelprodukte im November bestätigen wieder die schwache Absatzlage am Weltmarkt. Gegenüber dem Vorjahresmonat wurden mit 174.000 t rund 6,8 % weniger an den globalen Markt geliefert. Damit erhöht sich der Rückgang für die ersten 5 Monate des aktuellen Wirtschaftsjahres 2025/26 um minus 6,4 % auf 884.000 t. Gegenüber der Saison 2023/24 sind es sogar minus 8,7 %.

Rückläufig sind die Mengen an wichtigen Märkten wie Großbritannien, den USA, Australien oder Saudi-Arabien. Die machen mengenmäßig am meisten aus. Prozentual brechen Märkte in Asien wie Malaysia, Indonesien oder Japan stärker weg, was vor allem an der Konkurrenz mit Anbietern aus China oder Indien liegen dürfte.

Es gibt aber auch positive Entwicklungen. Länder wie Brasilien oder Kolumbien, wohin weit mehr als in asiatische Länder geht, nahmen sowohl im November 2025 als auch in den ersten 5 Monaten mehr Pommes frites aus der EU auf. Das Mercosur-Abkommen dürfte diesen Trend unterstützen.