Niedersächsisches Landvolk Kreisverband Rotenburg-Verden e.V.

Unsere Tradition: Die Zukunft sichern

Auf dem neusten Stand

Lokales aus dem Kreisverband

Die wichtigsten Veranstaltungen und Verbandsinformationen auf einen Blick. Informieren Sie sich über anstehenden Events sowie lokale Nachrichten aus dem Kreisverband und erhalten Sie täglich aktualisierte Informationen zu den verschiedenen Betriebszweigen von unserem Landesverband.

Aktuelles aus dem Kreisverband

08.09.2025
Tradition trifft Können

Kreisleistungspflügen im Landkreis Verden

Am vergangenen Freitag fand das jährliche Kreisleistungspflügen des Landkreises Verden auf den Flächen des landwirtschaftlichen Betriebs von Hans-Heinrich Intemann in Langwedel/Schülingen statt. Veranstaltet wurde der Wettbewerb von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen. Insgesamt traten 19 Auszubildende der Landwirtschaft aus allen drei Lehrjahren in der Kategorie Drehpflügen an, um ihr Können unter Beweis zu stellen.

Das Kreisleistungspflügen verbindet die Pflege einer langjährigen Tradition mit aktuellen agrarpolitischen Herausforderungen, wie der Reduzierung von Pflanzenschutzmitteln. So bleibt der Pflug auch in modernen Anbausystemen ein interessantes Werkzeug.

„Der Wettbewerb bietet den jungen Landwirtinnen und Landwirten eine wertvolle Gelegenheit, ihre Fähigkeiten praktisch zu erproben und dazuzulernen. Gleichzeitig unterstützt er die berufliche Ausbildung, indem er Motivation und Fachkompetenz stärkt, eine wichtige Grundlage für eine erfolgreiche Zukunft in der Landwirtschaft“, erklärte Lars Ruschmeyer aus dem Vorstand des Kreislandvolkverbandes Rotenburg-Verden in seiner Eröffnungsrede.

Den ersten Platz sicherte sich Linus Plogsties, wohnhaft in Etelsen (Ausbildungsbetrieb Cordes GbR). Den zweiten Platz teilten sich Ole Mindermann aus Hohenaverbergen (Ausbildungsbetrieb Lars Hogrefe) und Leon Krupp aus Völkersen (Ausbildungsbetrieb Hans-Heinrich Intemann). Auf Platz drei pflügte sich Justus Dehnbostel (Ausbildungsbetrieb Harm Kruse KG).

Ein großes Dankeschön gilt allen, die diesen Wettbewerb ermöglicht haben: Hans-Heinrich Intemann stellte seine Flächen zur Verfügung, nachdem ihn einer der Auszubildenden, der bereits seit Jahren auch außerhalb seiner Ausbildung in seiner Freizeit auf seinem Betrieb mit anpackt, darum gebeten hatte. Gerne unterstützte er so das Kreisleistungspflügen – bereits zum dritten Mal. Ein großer Dank gilt außerdem den ehrenamtlichen Richtern, den Lehrkräften der BBS Verden sowie den Freunden der Landwirtschaft Verden, die für das leibliche Wohl der Teilnehmerinnen und Teilnehmer sorgten.

04.09.2025
Dialog und Einblicke bei Masterrind in Verden

Kirche trifft Landwirtschaft

Rund 60 Teilnehmende folgten am 3. September 2025 der Einladung des Landvolk-Bezirksverbandes Stade und der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers (Sprengel Stade) zur traditionsreichen Veranstaltung „Kirche trifft Landwirtschaft“ bei MASTERRIND in Verden. Neben einem Rundgang und einem Vortrag zur Arbeit bei Masterrind gab es sowohl Einblicke in die kirchlichen als auch in die landwirtschaftlichen der Zeit. Abgeschlossen wurde die Veranstaltung mit einem Segen von Superintendentin Susanne Wendorf-von Blum.

Tradition und Dialog

„Es ist eine gute Tradition, die wir über viele Jahre aufrechterhalten haben“, betonte Alexander von Hammerstein, Vorsitzender des Landvolk-Bezirksverbands Stade. zur Begrüßung. Für beide Seiten gebe es zahlreiche Anknüpfungspunkte im ländlichen Raum. Und Hermann-Jürgen Schmidt von der Masterrind ergänzte: „Das passt hier schon – Landwirtschaft und Kirche.“

Einblicke in die Bullenhaltung und das Labor

Beim Rundgang durch die Stallungen erhielten die Gäste spannende Einblicke in die Arbeitsweise von MASTERRIND:

• In zwei Ställen werden rund 250 Bullen gehalten, darunter ein Quarantänestall.

• Vier Tage pro Woche werden Bullen zur Samenentnahme eingesetzt – streng überwacht per Ohrmarkenscan, um Verwechslungen auszuschließen.

• Das gewonnene Sperma wird zunächst visuell kontrolliert, anschließend im Labor weiterverarbeitet.

Auch die Arbeit im Labor wurde fachmännisch in einzelnen Schritten erklärt:

• Messung von Dichte und Volumen sowie Qualitätskontrolle per Software

• Verdünnung mit Puffersubstanzen, Eigelb und Fruktose zum Schutz der Zellen

• Abfüllung in Pailletten und kontrollierte Tiefkühlung auf –150 Grad.

• Mikrobiologische Tests stellen sicher, dass keine Keime weitergetragen werden.

Kirche im ländlichen Raum

Superintendent Dr. Martin Krarup ging in seinem Vortrag auf die Herausforderungen der Kirche ein: „Wir müssen im Gespräch mit den Menschen in den Dörfern bleiben. Die sinkenden Mitgliederzahlen sind nun Realität. Gleichzeitig wollen wir junge Menschen für Engagement in der Kirche gewinnen.“ Darüber hinaus betonte er die Klimaziele der Landeskirche: „Wir wollen bis 2045 klimaneutral sein. Dazu gehört auch der Austausch mit unseren Pächtern über die Klimabilanz.“ Dass dieser stets fair und im Miteinander geschehen solle, forderten die anwesenden Landwirte im Raum.

Landwirtschaftliche Perspektiven

Zum Abschluss berichteten Alexander von Hammerstein und Jörn Ehlers vom Landvolk über aktuelle Themen der Landwirtschaft: von Ernteergebnissen („okay bis gut“), über Wetter- und Biosicherheitsfragen bis hin zu Mindestlohn, Planungssicherheit und schwierigen Preisperspektiven. „Etwas Wetter ist noch übrig“, hieß es augenzwinkernd mit Blick auf die Wetterstation. Die Veranstaltung zeigte erneut, wie eng Kirche und Landwirtschaft im ländlichen Raum miteinander verbunden sind – sei es in Fragen von Tradition, Klimaschutz oder Zukunftsperspektiven.

02.09.2025
Agrarstrukturgesetz: Zwischen Anspruch und Wirklichkeit

Landvolk fordert Korrekturen des Entwurfs, um bäuerliche Strukturen zu sichern

Das Landvolk Niedersachsen sieht im neuen Gesetz zur Sicherung und Verbesserung der bäuerlichen Agrarstruktur in Niedersachsen (kurz: Agrarstrukturgesetz) erheblichen Nachbesserungsbedarf. Zwar sei der politische Wille, bäuerliche Strukturen zu stärken, erkennbar – die Umsetzung aber gehe in einigen Regelungsbereichen in eine völlig falsche Richtung. „Wir Landwirte haben uns das nicht ausgesucht, sondern bekommen erneut sehr kritische Punkte aufgedrückt“, kritisiert Landvolk-Vizepräsident Frank Kohlenberg den am vergangenen Dienstag vom Kabinett beschlossenen Gesetzentwurf. Positiv sei lediglich, dass einzelne Anmerkungen aus der Verbandsbeteiligung berücksichtigt wurden.

„Doch aktuell ist es für Niedersachsens Landwirte ein Agrarstrukturverschlimmerungsgesetz“, fasst Kohlenberg zusammen. Am Mittwoch, den 3.9.25, wird Niedersachsens Landwirtschaftsministerin Miriam Staudte in einer Pressekonferenz das neue Agrarstrukturgesetz vorstellen.

Besonders im Landpachtverkehrsrecht erkennt der Verband massive Probleme. Der Ansatz für den Beanstandungsgrund der nachteiligen Flächenanhäufung, das Vierfache des niedersächsischen Durchschnittsbetriebs (292 ha) anzusetzen, sowie die Regelung zur Bestimmung der durchschnittlichen Pachtpreishöhe seien praxisfern und abzulehnen. „Die Regelungen könnten die Pachtpreise weiter in die Höhe treiben, also einen gegenteiligen Effekt hervorrufen, die bäuerliche Betriebe kaum noch stemmen können. Stattdessen braucht es eine realitätsgerechte Bewertung, die die Wirtschaftlichkeit von Familienbetrieben nicht gefährdet“, fordert Kohlenberg.

Ein weiterer Kritikpunkt betrifft die Geschäfte im Grundstücksverkehrsrecht, bei denen die Genehmigung zu erteilen ist. Hier sollen zukünftig für eine Naturschutzmaßnahme neben anerkannten Naturschutzvereinigungen und kommunalen Körperschaften auch andere Naturschutzträger privilegiert werden. Für das Landvolk ist dies „nicht akzeptabel“, da wertvolle Flächen so dem Nahrungsmittelanbau entzogen werden könnten. „Das führt zu weiterer Flächenverknappung und erhöht den Druck auf unsere Betriebe enorm“, sagt Kohlenberg. Auch zusätzliche Zugriffsmöglichkeiten für öffentlich-rechtliche Körperschaften hinsichtlich Hochwasser- oder Küstenschutzmaßnahmen würden die Flächenkonkurrenz verschärfen.

Zudem warnt das Landvolk vor einem weiteren Bürokratie-Monster. Schon jetzt seien die Grundstücksverkehrsausschüsse stark belastet. Durch die neuen Regelungen drohe eine Überforderung – samt steigender Kosten für Landkreise und Landwirtschaftskammer. „Das widerspricht jeder Ankündigung zur Entbürokratisierung“, betont Kohlenberg.

Das Landvolk kündigt an, nunmehr gegenüber dem zuständigen Agrarausschuss des niedersächsischen Landtags klar Position zu beziehen. „Wir haben unsere Knackpunkte von Beginn an benannt. Nun muss die Politik den Mut haben, Fehler zu korrigieren. Nur mit praxistauglichen Regeln kann das Ziel, bäuerliche Strukturen zu sichern, tatsächlich erreicht werden – andernfalls droht das Gesetz genau das Gegenteil zu bewirken“, appelliert Kohlenberg.

02.09.2025
E-Mail-Newsletter von Tennet & TransnetBW

zum SuedLink-Bau im südlichen Landkreis Rotenburg sowie im Heidekreis

Kürzlich ist ein neuer E-Mail-Newsletter zum SuedLink-Bau im südlichen Landkreis Rotenburg sowie im Heidekreis gestartet. Ziel dieses Newsletters ist es, alle Interessierten während der Bauphase zeitnah und unkompliziert auf dem Laufenden zu halten.

Der Newsletter soll insbesondere darüber informieren,

• wo aktuell SuedLink-Baustellen eingerichtet sind,
• welche Arbeiten dort stattfinden, und
• welche Auswirkungen die Bauaktivitäten auf Anwohnerinnen und Anwohner sowie die Öffentlichkeit haben können.

Abonniert werden kann der Newsletter für Abschnitt B1 HIER.

Die erste Ausgabe ist HIER zu finden.

02.09.2025
Ehlers: „Grillen geht immer – gerne mit mehr Schwein“

Agrill-Bauwettbewerb setzt positives Zeichen / Schweinehaltung unter Druck

Auch wenn die EU-Kommission für 2025 eine stabile Fleischproduktion erwartet und Schweinefleisch beim Fleischverzehr noch dominierend ist – Konsum und Erzeugung von Schweinefleisch werden zukünftig weiter sinken. „Ein Blick auf die Strukturen zeigt den tiefgreifenden Wandel: Im November 2024 wurden in Deutschland 21,18 Millionen Schweine gehalten – der niedrigste Wert seit 1990. Gegenüber 2020 bedeutet das einen Rückgang um fast 19 Prozent. Noch deutlicher ist die Entwicklung bei den Betrieben: Heute halten nur noch rund 15.620 Höfe Schweine, 2010 waren es mehr als doppelt so viele. Gleichzeitig ist die Zahl der Tiere pro Betrieb deutlich gestiegen – durchschnittlich auf 1.356 Schweine“, führt Landvolk-Vizepräsident Jörn Ehlers gegenüber dem Landvolk-Pressedienst aus.

„Diese Zahlen zeigen, dass die Schweinehaltung in Deutschland in eine Schieflage geraten ist“, warnt Ehlers. „Die Betriebe werden weniger, die Bestände konzentrieren sich – und das bei gleichzeitig sinkendem Konsum. Für viele Familienhöfe ist das ein existenzielles Problem.“ Umso wichtiger sei es, das Image von Schweinefleisch wieder zu stärken. Ein positives Beispiel liefert hier die Agrill-Aktion: Noch bis zum 30. September 2025 läuft der große Bauwettbewerb für mobile Grillvarianten, bei dem kreative Grillideen gefragt sind. Ob es ein Grill für die Fronthydraulik ist, wie der der Lehrwerkstatt der Firma Krone, der bereits auf der EuroTier 2024 vorgestellt wurde, oder Grills in Schweineform oder mobile BBQ-Wagen – der Fantasie für die drei Kategorien Low Budget, Luxury und Creative sind keine Grenzen gesetzt.

„Diese Idee war der Auftakt für einen Bauwettbewerb für alle Technik- und Grillfans, die 2025 einen mobilen Grill bauen wollen – und das ist mehr als nur ein Spaßwettbewerb“, betont Ehlers. „Es zeigt spielerisch, wie eng Schweinefleisch, Esskultur und Landwirtschaft zusammengehören. Und es rückt die Arbeit unserer Bauern in ein positives Licht.“ Infos zum Wettbewerb gibt es HIER. Die Gewinner werden im Rahmen einer feierlichen Preisverleihung während der Agritechnica am 11. November 2025 bekannt gegeben.

Für das Landvolk ist klar: Mitmachen lohnt sich doppelt – einerseits wegen des Wettbewerbs, andererseits als klares Signal für regionale Produkte. „Wer Schweinefleisch aus Niedersachsen kauft und genießt, unterstützt Familienbetriebe und erhält eine vielfältige Landwirtschaft“, sagt Ehlers. Aktionen wie der Agrill-Bauwettbewerb sollen zeigen: Schweinefleisch bleibt unverzichtbar – und verdient auch in Zukunft einen festen Platz auf dem Grill.

02.09.2025
Wir suchen Dich!

Reinigungskraft (m/w/d) für unseren Standort Rotenburg

Wir suchen zum 01.02.2026 eine Reinigungskraft (m/w/d) in Teilzeit (16-20 Std./Woche) für unseren Standort zum Flugplatz 5 in 27356 Rotenburg (Wümme):

Wir sind die landwirtschaftliche Interessenvertretung für den Raum Rotenburg (Wümme) und Verden (Aller) sowie Agrar-, Rechts- und Steuerberatung für ca. 2.100 landwirtschaftliche Betriebe in unserer Region.

Ihre Aufgaben umfassen:
• Als Reinigungskraft sind Sie für die gründliche Reinigung verschiedener Räumlichkeiten am Standort Rotenburg (Wümme) verantwortlich und tragen somit maßgeblich zur Sauberkeit und dem Wohlbefinden unserer Mitarbeitenden sowie der Besucherinnen und Besucher bei
• Durchführung der täglichen Unterhaltsreinigung in Büroräumen, Besprechungsräumen, Fluren und sanitären Anlagen
• Entsorgung des Abfalls und Trennung nach Vorschriften
• Auffüllen von Verbrauchsmaterialien (z.B. Seife, Toilettenpapier)

Sie bieten/zeigen:
• Erfahrungen in der Reinigungsbranche sind wünschenswert, aber nicht erforderlich
• Zuverlässigkeit und Gewissenhaftigkeit bei der Ausführung Ihrer Aufgaben
• Teamfähigkeit und gute kommunikative Fähigkeiten
• Gewisse Flexibilität

Sie erhalten:
• Ein überdurchschnittliches Gehalt für den Bereich
• Einen sicheren und zukunftsorientierten Arbeitsplatz
• Geregelte Arbeitszeiten von Montag bis Freitag
• Ein freundliches und respektvolles Arbeitsumfeld
• Einen unbefristeten Arbeitsvertrag

Wir freuen uns auf die Zusendung Ihrer Bewerbungsunterlagen mit Angabe Ihrer Gehaltsvorstellungen unter bewerbung@landvolk-row-ver.de. Bei Rückfragen melden Sie sich gerne telefonisch in unserem Rotenburger Sekretariat unter: 0 42 61 63 03 200.

28.08.2025
Herbstsaataktion: Kostenfreies Regio-Saatgut für lebendige Wegränder

Stiftung Kulturlandpflege und Landvolk rufen zur Teilnahme an Aktion 2025 auf

Mit einer gemeinsamen Aktion wollen die Stiftung Kulturlandpflege und das Landvolk Niedersachsen die Artenvielfalt entlang der Wirtschaftswege stärken. Ziel ist es, die Seitenräume von Wegen ökologisch aufzuwerten und die Biotopvernetzung zu verbessern. Im Rahmen der Herbstsaataktion 2025 werden 25 kostenfreie Pakete mit Regio-Saatgut zur Verfügung gestellt. Interessierte können sich ab sofort bewerben, es gilt das Windhundprinzip: Wer zuerst kommt, sät zuerst. „Wegränder sind in der Agrarlandschaft wertvolle Rückzugsräume für Wildpflanzen, Kleinsäuger und Bodenbrüter“, betont Björn Rohloff, stellvertretender Geschäftsführer der Stiftung Kulturlandpflege, gegenüber dem Landvolk-Pressedienst. Um diese Lebensräume dauerhaft zu sichern, hat die Stiftung gemeinsam mit dem Landvolk die Wegrandinitiative ins Leben gerufen.

Die Praxis zeigt: Viele gute Ideen zur ökologischen Aufwertung von Wegrändern scheitern an den Kosten für hochwertiges, standortgerechtes Saatgut sowohl bei den Jagdgenossenschaften als auch bei den landwirtschaftlichen Anliegerinnen und Anliegern. „Genau hier setzt unsere Aktion an. Mit den 25 kostenfreien Saatgutpaketen wollen wir Hürden abbauen und den Zugang erleichtern“, erklärt Dr. Nataly Jürges, Umweltreferentin beim Landvolk Niedersachsen. Teilnahmeberechtigt sind Mitglieder des Landvolks oder von Jagdgenossenschaften. Voraussetzung ist eine kurze Beschreibung, welcher Wegrand mit dem Saatgut aufgewertet werden soll und wie die zukünftige Pflege des Wegrands organisiert wird.

Landvolk-Vizepräsident Hubertus Berges unterstreicht die Bedeutung der Aktion: „Mit der Herbstsaataktion 2025 leisten wir einen Beitrag dazu, das Potenzial der Wegränder für Artenvielfalt und Biotopvernetzung optimal zu nutzen. Damit tragen wir auch praktisch zum Gelingen des Niedersächsischen Wegs bei.“

Alle Infos sowie das Bewerbungsformular sind HIER zu finden. Mitmachen lohnt sich – für mehr Vielfalt und lebendige Wegränder in Niedersachsen!

28.08.2025
Vorbeugen statt Bekämpfen: Tiergesundheit sichern

Landvolk-Podcast zur Biosicherheit in der Tierhaltung stellt neue Konzepte vor

Biosicherheit ist mehr als ein Schlagwort – sie entscheidet über Tiergesundheit, Wirtschaftlichkeit und Versorgungssicherheit. „Je besser wir vorsorgen, desto geringer sind die Schäden für Tierhalter, Verbraucher und Gesellschaft“, so das Fazit der Gäste der neuen Folge des Landvolk-Podcasts zum Projekt „tierischGut aus Niedersachsen“. Unter dem Motto „Gestalten und nicht verwalten“ rücken Dr. Ursula Gerdes, Dr. Wiebke Scheer und Manfred Tannen die gemeinsam entwickelten Konzepte in den Mittelpunkt. Hintergrund sind zunehmende Tierseuchenausbrüche in Deutschland und Europa sowie neue gesetzliche Anforderungen durch das EU-Tiergesundheitsrecht.

„Die aktuelle Seuchenlage ist so ernst wie seit 30 Jahren nicht mehr“, stellt Dr. Ursula Gerdes, Tierärztin und Geschäftsführerin der Niedersächsischen Tierseuchenkasse, fest. Neben bekannten Krankheiten wie Geflügelpest, Rinderherpes oder Tuberkulose treten zunehmend neue Erreger auf – darunter die Blauzungenkrankheit (Serotyp 3), die Afrikanische Schweinepest (ASP), das West-Nil-Fieber oder die Lumpy Skin Disease (LSD) bei Rindern. Ursachen sind vor allem Klimawandel und Globalisierung: Exotische Mückenarten sowie internationale Warenströme tragen Viren nach Europa, die dort auf Tiere treffen, die sehr schnell sehr krank werden, weil sie sich nie zuvor mit einem solchen Erreger auseinandergesetzt haben. „Die Gefahr eines Ausbruchs hochansteckender Tierseuchen ist in den vergangenen Jahren viel größer geworden“, fasst Gerdes die Ereignisse zusammen.

Die Folgen sind gravierend. Bei Ausbrüchen drohen Tierverluste, Sperrzonen und erhebliche wirtschaftliche Schäden. So beliefen sich die Kosten des ASP-Ausbruchs im Emsland zuletzt auf rund 15 Millionen Euro. „Besonders problematisch ist, dass Produkte aus Sperrzonen selbst bei nachweislich gesunden Tieren im Handel kaum Absatz finden“, sagt Dr. Wiebke Scheer, Referentin für Veterinärwesen beim Landvolk Niedersachsen. Die Biosicherheit umfasse daher alle Maßnahmen, die eine Einschleppung oder Verbreitung von Erregern verhindern. Dazu gehören beispielsweise Stallhygiene, Schutzkleidung für Besucher oder die räumliche Trennung von Wild- und Haustieren. „Das Ziel ist es, Risiken zu minimieren, auch wenn sie nie vollständig auszuschließen sind“, betont Gerdes.

Die Tierhaltung bringe Wertschöpfung und Lebensqualität in die ländlichen Bereiche, hebt Manfred Tannen, Milchviehhalter aus Ostfriesland und Vizepräsident der Landwirtschaftskammer Niedersachsen, hervor. „Für uns Landwirte geht es nicht nur um Tierwohl und Seuchenschutz, sondern auch um Ernährungssicherheit und Wirtschaftlichkeit“, verdeutlicht er. Zudem stärke eine hohe Biosicherheit das Vertrauen von Verbraucherinnen und Verbrauchern und Märkten – auch international.

Mit Inkrafttreten des neuen EU-Tiergesundheitsrechts 2021 wurden die Anforderungen an Landwirtinnen und Landwirte sowie Tierärztinnen Tierärzte zur Biosicherheit erstmalig konkretisiert. Auch Kleinst- und Hobbyhalterinnen und Halter sind demnach verpflichtet, Mindeststandards einzuhalten. Vor diesem Hintergrund hat Niedersachsen spezifische Biosicherheitskonzepte für Schweine, Geflügel und Rinder entwickelt. „Die Konzepte sind ein Produkt intensiver Zusammenarbeit“, berichtet Dr. Scheer. In Arbeitsgruppen mit Behörden, Verbänden, Wissenschaft sowie Praktikerinnen und Praktikern entstanden praxisnahe Konzepte. Neben den gesetzlichen Vorgaben enthalten diese Konzepte fachliche Empfehlungen zu den jeweiligen Risiken und für die einzelnen Tierarten, um gemeinsam mit dem Hoftierarzt einen betriebsindividuellen Biosicherheitsmanagementplan zu erstellen.

Die Niedersächsische Tierseuchenkasse finanziert seit Jahren Prophylaxeprogramme, etwa Impfungen oder Untersuchungen auf Rinderherpes. „Vorbeugung ist günstiger als Bekämpfung und vermindert Leid bei Mensch und Tier“, sagt Gerdes. Deshalb übernimmt die Behörde auch Kosten für die Biosicherheitsberatung auf den Höfen. Bereits mehr als 1.400 Managementpläne wurden erstellt und die Erfahrungen aus der Praxis fließen kontinuierlich in die Konzepte ein. „Wir nehmen gerne Anregungen auf“, sagt Tannen. So soll ein „lebendes Dokument“ entstehen, das laufend an neue Herausforderungen angepasst wird und letztlich zu einem „Tiergesundheitskonzept“ für den gesamten Hof wird. Anzuhören ist der Podcast ab sofort HIER bei Spotify.

26.08.2025
Tag des offenen Hofes 2026

Jetzt mitmachen und Landwirtschaft erlebbar machen!

Liebe Mitglieder,

am 7. Juni 2026 ist es wieder so weit: In ganz Niedersachsen öffnen im Rahmen des Tages des offenen Hofes zahlreiche landwirtschaftliche Betriebe ihre Tore für die Öffentlichkeit. Auch in unserem Verbandsgebiet möchten wir erneut mit engagierten Höfen vertreten sein – und laden Sie herzlich ein, dabei zu sein!

Warum sich die Teilnahme für Sie lohnt:

• Positive Wahrnehmung schaffen: Nutzen Sie die Chance, Ihr Engagement, Ihre Arbeitsweise und die Vielfalt Ihres Betriebes einem breiten Publikum zu zeigen – authentisch, transparent und direkt vor Ort. • Dialog mit Verbraucherinnen und Verbrauchern: Immer mehr Menschen interessieren sich dafür, wie ihre Lebensmittel produziert werden. Der Tag des offenen Hofes bietet eine ideale Plattform, um ins Gespräch zu kommen, Fragen zu beantworten und Vertrauen aufzubauen. • Regionale Wertschätzung stärken: Wer seine Arbeit zeigt, wird gesehen. Ihre Teilnahme leistet einen wertvollen Beitrag zur Wertschätzung der regionalen Landwirtschaft. • Gemeinschaft erleben: Sie müssen nicht alles allein auf die Beine stellen – der Austausch mit Berufskollegen, Nachbarhöfen oder lokalen Initiativen kann den Tag zusätzlich bereichern.

Wir unterstützen Sie bei der Planung und Durchführung – von der Ideenfindung über die Öffentlichkeitsarbeit bis hin zu Fragen rund um Versicherung, Genehmigungen und Organisation. Der Landesverband steht ebenfalls mit Rat und Tat zur Seite.

Sie überlegen, ob Ihr Hof geeignet ist oder haben erste Ideen? Melden Sie sich gern bei uns! Gemeinsam entwickeln wir ein passendes Konzept, das zu Ihrem Betrieb und Ihren Möglichkeiten passt.

???? Ansprechpartnerin: Silke Aswald – aswald@landvolk-row-ver.de

Machen Sie mit – zeigen wir gemeinsam, wie vielfältig, verantwortungsbewusst und zukunftsorientiert unsere Landwirtschaft ist!

Mit freundlichen Grüßen Euer Landvolk-Team

18.08.2025
Infotag Herdenschutz

Landvolk Bezirksverband Stade lädt ein

Liebe Mitglieder,

das Herdenschutz-Beraterteam der Landwirtschaftskammer Niedersachsen und der Landvolk-Bezirksverband Stade e.V. laden Sie herzlich zum Infotag Herdenschutz ein.

???? Donnerstag, 04. September 2025 ???? Beginn: 10:00 Uhr ???? Düvelshagen, 27299 Langwedel, OT Völkersen (Bitte vor Ort der Beschilderung und den Fahnen folgen)

Ziel der Veranstaltung ist es, weidetierhaltende Landwirte im Haupt- und Nebenerwerb sowie private Tierhalter über die Möglichkeiten und Grenzen von wolfsabweisenden Zäunungen praxisnah zu informieren.

Auf dem Veranstaltungsgelände erwarten Sie verschiedene Stationen:

• Mobile Zäunung – Einsatzmöglichkeiten, Nutzen und Grenzen • Aufbau, Elektrifizierung & Erdung ortsfester Drahtzäunungen • Vorführung maschineller Mäh- und Mulchtechnik zum Zaununterhalt • Fördermöglichkeiten und Informationen zum Antragsverfahren

Die Teilnahme ist kostenfrei, eine vorherige Anmeldung ist nicht erforderlich.

Die Veranstaltung wird unterstützt von den Bezirksstellen der LWK Niedersachsen, den örtlichen Försterinnen und Förstern sowie den Wolfsberaterinnen und Wolfsberatern.

Für Rückfragen steht Ihnen Herr Michael Sluiter unter der Telefonnummer 0441 801-631 gerne zur Verfügung.

Ihr Landvolk-Team

Aktuelles aus dem Landesverband

20.03.2026
Bio-Schweine: Große Unterschiede zur Verbandsware
Öko-Landbau

(DBV/AMI) Die Zeiten komplett knapper Versorgung mit Bio-Schweinen scheinen vorbei zu sein. Viel­mehr berichten einige Vermarkter von Ver­bandsschweinen, die zögerlicher abgenommen werden, weil die Handelsketten günstigere Importware bevorzugen. Bei anderen Ver­marktern wiederum passen Angebot und Nach­frage von Verbandsware weiterhin gut zusam­men und die Schweine werden gut abge­nommen.

20.03.2026
Bio-Milchproduktion legt leicht zu
Öko-Landbau

(DBV/AMI) Die deutsche Bio-Milchproduktion hat im letzten Quartal des Jahres 2025 an Fahrt aufge­nommen. Infolge einzelbetrieblicher Produk­tionssteigerungen kam es zu einer hohen Dezemberanlieferung. Dies und die ungünstige Verteilung der Feiertage führten es punktuell zu Angebotsdruck. Nichtsdestotrotz bleibt die private Nachfrage nach Bio-Milch und Bio-Molkereiprodukten hoch.

20.03.2026
AMK in Bad Reichenhall
Milch und Rind

(DBV; Landvolk) Anlässlich der Frühjahrs-Agrarministerkonferenz 2026 im bayerischen Bad Reichenhall fordert der DBV in seinem Anliegenpapier die Agrarminister der Länder und Bundeslandwirtschaftsminister Rainer auf, sich für ein eigenständiges und praxisgerechtes System der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) ab 2028 einzusetzen. Weiterhin fordert der DBV die zügige Einführung der steuerfreien Risikoausgleichsrücklage zur Stärkung des betrieblichen Risikomanagements vor dem Hintergrund von Marktvolatilitäten. Für die anstehende nationale Umsetzung der kürzlich beschlossenen GMO-Trilogergebnisse, hier insbesondere Art. 148 und 168, sind die dort verankerten Ausnahmeregelungen für Mitgliedsstaaten zu nutzen.

Das Landvolk kritisierte das kürzliche Vorgehen der Ministerin. Sie stellte einen Antrag für staatliche Eingriffe im Milchmarkt und stellte dies fälschlicherweise als Meinung der Mehrheit der Milchviehhalter dar. Dieser wurde bei der AMK abgelehnt. Mehr zur Kritik des Landvolks unter: Staudte ignoriert Forderungen der großen Mehrheit der Milchbauern – Landvolk Niedersachsen Landesbauernverband e.V.

20.03.2026
Milchmarkt
Milch und Rind

(AMI, ZMB) In der 10. KW stieg die Milchanlieferung in Deutschland weiter saisonal an. Die Molkereien erfassten 1,0 % mehr Milch als in der Vorwoche und übertrafen damit das Vorjahresniveau um 6,7 %. Nachfrage nach abgepackter Butter im LEH bleibt hoch, unterstützt vom Ostergeschäft, und die Kemptener Notierung wurde am 18.03.2026 auf 4,20-4,85 €/kg erhöht. Blockbuttermarkt hat sich beruhigt; Preise sanken. Kemptener Notierung liegt seit 18.03.2026 bei 4,30-4,75 €/kg. Schnittkäsemarkt bleibt fest, Nachfrage hoch und die Bestände niedrig. Preise steigen weiter, besonders für Schnittkäse-Blöcke.

MMP-Markt von starker Exportnachfrage geprägt; EU-Ware ist sehr wettbewerbsfähig. Kurzfristig kaum Ware verfügbar, und auch die Schokoladenindustrie ordert wieder mehr. Preise steigen weiter in Lebensmittel- und Futterqualität. VMP zeigt sich fester, mit teils zurückhaltenden Angeboten. Durch bessere Exportchancen und steigendes Interesse der Schokoladenindustrie beleben sich die Aktivitäten. Die Preise tendieren zuletzt fester. Die MP-Preise steigen weiter; Futter- und Lebensmittelware sind gut nachgefragt und Angebot knapp.  

20.03.2026
Internationaler Weizenmarkt zwischen geopolitischer Unterstützung und hohem Angebotsdruck
Pflanzen

(AMI) Steigende Energiepreise und ein schwächerer Euro stützen die Pariser Weizenkurse, doch die üppige weltweite Versorgung hält Käufer weiterhin zurück und dämpft das Exportpotenzial.

In Paris knüpft der Fronttermin für Weizen an den Gewinnen der Vorwochen an und erreichte zwischenzeitlich sogar den höchsten Stand seit Mitte Mai 2025. Am 19.03.2026 schloss der Mai-Kontrakt bei 207 EUR/t und verbuchte damit ein Wochenminus von -3,50 EUR/t. Die Termine zur Ernte 26 verloren auf Wochensicht weniger.

Spürbar ist, dass das Aufwärtspotenzial der Weizenkurse weiterhin begrenzt bleibt. Ausschlaggebend ist die weltweit komfortable Versorgungslage – nicht nur bei Weizen, sondern auch bei anderen Getreidearten. Vor dem Hintergrund der reichlichen Verfügbarkeit und der allmählich näher rückenden Ernte 2026 agieren Käufer zurückhaltend und decken sich vielfach lediglich für den kurzfristigen Bedarf ein. Zusätzlich dämpft die angespannte geopolitische Lage im Nahen Osten die Nachfrage auf dem zuletzt deutlich höheren Preisniveau. Marktteilnehmer warten ab, ob es zu einem Waffenstillstand, zur Absicherung der Schifffahrtsrouten aus dem Persischen Golf oder zu tatsächlichen Versorgungsunterbrechungen kommt. Ein Ende der militärischen Auseinandersetzungen ist bislang nicht absehbar.

20.03.2026
Weiter wenig Aktivität am deutschen Brotgetreidemarkt
Pflanzen

(AMI) Die zwischenzeitlich festeren Notierungen an der Euronext konnten sich am Kassamarkt nicht nachhaltig durchsetzen. Fehlende physische Impulse und eine verhaltene Nachfrage begrenzen am heimischen Brotgetreidemarkt den Preisspielraum nach oben zusätzlich.

Der deutsche Markt für Brotgetreide bleibt von hoher Volatilität geprägt. Nach den Preisanstiegen der Vorwoche wurden die Erzeugerpreise in der laufenden Berichtswoche regional teilweise wieder deutlich zurückgenommen, vereinzelt konnte das Vorwochenniveau gehalten werden. Kurzfristige Impulse vom Terminmarkt schlagen nur begrenzt auf den physischen Brotgetreidemarkt durch, da der Markt weiterhin gut versorgt ist. Die Kursentwicklung an der Euronext bleibt schwankungsanfällig und wird weiterhin stark von geopolitischen Unsicherheiten geprägt.

Aktuell werden für Brotweizen im Bundesmittel 174,18 (165-180) EUR/t frei Erfasserlager verlangt, knapp 2 EUR/t weniger als in der Vorwoche. Brotroggen vergünstigt sich hingegen um knapp 0,60 auf 151,65 (130-172) EUR/t, während Qualitätsweizen lediglich 0,30 auf 179,64 (172-190) EUR/t verliert. Eliteweizen verfehlt mit 183,75 (177-190) EUR/t das Vorwochenniveau nur knapp (-0,21 EUR/t).
Am Regionalen Erzeugermarkt liegt Niedersächsischer B-Weizen mit durchschnittlich 178 EUR/t ab Hof ebenfalls knapp unter der Vorwoche (-1,50 EUR/t). Die Spanne lag dabei in der aktuellen Berichtswoche bei 173-186 EUR/t.

Der schwächere Euro verbesserte zwar zuletzt die Wettbewerbsfähigkeit von EU-Weizen am Weltmarkt, dennoch bleibt die internationale Nachfrage insgesamt verhalten. Russland dominiert weiterhin das Exportgeschäft und setzt die westeuropäischen Herkünfte unter Wettbewerbsdruck. Die Exportperspektiven für deutsches Brotgetreide bleiben entsprechend begrenzt.

Die Nachfrage der Mühlen zeigte sich spürbar zurückhaltend. Nach den hohen Preisforderungen der Vorwoche wurden Käufe vielfach verschoben, der Fokus liegt überwiegend auf der kurzfristigen Bedarfsdeckung. Auf Erzeugerseite hat sich die Abgabebereitschaft zuletzt leicht erhöht. Restmengen der alten Ernte werden kontinuierlich vermarktet, wenngleich der Handel insgesamt ruhig bleibt. Der Vermarktungshorizont für alterntige Ware verschiebt sich vielerorts weiter in das zweite Quartal. Gleichzeitig ist ein zunehmendes Interesse an Vorkontrakten für Brotweizen der neuen Ernte zu beobachten, wobei Abschlüsse bislang meist in begrenztem Umfang erfolgen. Aktuell tendieren die Preise ex Ernte heterogen. Eliteweizen verzeichnet im Mittel ein Wochenminus von 2,40 auf 199,24 EUR/t. Qualitätsweizen vergünstigt sich um 1,50 auf 192,47 EUR/t. Demgegenüber verharrt Brotweizen mit gut 182,73 EUR/t auf Vorwochenniveau und Brotroggen kann sogar um 0,90 auf 153,96 EUR/t zulegen.

20.03.2026
Kurssprünge limitieren den Handel mit Raps
Pflanzen

(AMI) Das Auf und Ab am Terminmarkt erschwert die Preisfindung. Vor diesem Hintergrund verläuft der Handel überwiegend in ruhigen Bahnen. Am Kassamarkt werden dennoch Vorkontrakte abgeschlossen.

Die Pariser Rapsnotierungen bleiben auch weiterhin fest im Griff der geopolitischen Entwicklungen. So gewann der Fronttermin Mai in der 11. KW noch binnen zweier Handelstage rund 14 EUR/t, verlor zum Wochenwechsel jedoch bereits wieder knapp 17 EUR/t. Auslöser für den Vorzeichenwechsel waren rückläufige US-Sojanotierungen, welche auch den Raps mit nach unten zogen. Auch wenn Niederschläge die laufende Ernte in Brasilien verzögern, könnte das Land auf einen neuen Rekord bei der Sojaernte zusteuern. Hinzu kam die Verzögerung eines geplanten Gipfeltreffens von China und den USA. Zum Wochenstart profitierten die Notierungen indes von den wieder festeren Rohölkursen. Eine verhaltene Nachfrage am EU-Markt dämpfte jedoch das Plus, denn einige Ölmühlen arbeiten mit reduzierten Kapazitäten. So schloss der Fronttermin Mai am 19.03.2026 bei 500,75 EUR/t und damit rund 14,25 EUR/t unter dem Niveau der Vorwoche.

Die Preissprünge an der Börse limitieren auch weiterhin den Handel. So wurden zwischenzeitlich zwar vermehrt Umsätze in die Bücher der Händler geschrieben, zuletzt kühlte die Nachfrage jedoch wieder ab. Das betrifft sowohl Restmengen der alten Ernte als auch Vorkontrakte der kommenden Saison. Franko Hamburg sind für Partien zur Lieferung ab Mai rund 510 EUR/t möglich und damit, bei unverändertem Aufgeld, rund 3 EUR/t mehr als noch in der Woche zuvor. Franko Niederrhein wurde die Prämie dagegen leicht zurückgenommen (-1 EUR/t), sodass hier mit 519 EUR/t zur Lieferung ab April rund 2 EUR/t mehr genannt werden.

Entgegen den festeren Vorgaben von der Börse geht es auf Erzeugerebene abwärts. So sind im Bundesmittel für Partien der alten Ernte 479,70 EUR/t im Gespräch und damit 4,80 EUR/t weniger als noch in der Vorwoche. Die Meldungen aus den einzelnen Bundesländern rangieren dabei in einer Spanne von 460 bis 505 EUR/t. Niedersächsischer Raps wurde dabei mit durchschnittlich 489 (483 – 505) EUR/t ab Hof am oberen Ende. Die Vorkontrakte rangierten in Niedersachsen zwischen 463 und 480 (Ø 470) EUR/t.

20.03.2026
Nahostkonflikt treibt Düngemittelpreise
Pflanzen

(AMI) Düngemittel haben sich hierzulande spürbar verteuert. Der Nahostkonflikt treibt Energie-, Vorprodukt- und Logistikkosten.

Am globalen Düngemittelmarkt hatte sich die Lage bereits im Februar 2026 spürbar befestigt, noch bevor die jüngste Eskalation im Nahen Osten voll auf die Preisbildung durchschlug. Nach Angaben der Weltbank stieg der Düngemittelindex im Februar gegenüber Januar um 6,5 % von 136,1 auf 145,0 Punkte. Besonders deutlich verteuerten sich Stickstoff- und Phosphatdünger. Harnstoff lag im Monatsmittel bei 472 USD/t, DAP bei 626,5 USD/t und TSP bei 536,3 USD/t. Kaliumchlorid notierte bei 372,5 USD/t, Rohphosphat bei 152,5 USD/t. Damit setzte sich nach dem Plus von 2,4 % im Januar die Aufwärtsbewegung am Weltmarkt schon spürbar beschleunigt fort.
Für den Markt ist der Iran-Konflikt vor allem deshalb relevant, weil er Energie, Vorprodukte und Logistik zugleich trifft. Reuters zufolge läuft rund ein Drittel des globalen Düngemittelhandels über die Straße von Hormus. Zugleich ist Erdgas der zentrale Einsatzfaktor für die Ammoniak- und Harnstoffproduktion; Energie kann bis zu 70 % der Produktionskosten ausmachen. Damit liegt das Risiko nicht nur in höheren Ölpreisen, sondern in einer möglichen Verteuerung oder Störung der gesamten Düngemittelkette.

Für Europa ist das besonders heikel. Der Preisanstieg im Februar bildet den jüngsten Energieschock noch nicht vollständig ab. Nach Reuters stiegen die europäischen Gaspreise seit der Eskalation des Konflikts zeitweise um mehr als 60 %; in einzelnen Marktberichten werden sogar noch stärkere Ausschläge genannt. Damit erhöht sich vor allem bei Stickstoffdüngern der Kostendruck weiter, da höhere Gaspreise die Ammoniak- und Harnstoffproduktion unmittelbar verteuern. Erschwerend kommt hinzu, dass die EU bei Düngemitteln strukturell importabhängig bleibt. Bezogen auf die Hauptnährstoffe liegt die Importabhängigkeit Schätzungen zufolge bei rund 45 % für Stickstoff, 46 % für Phosphate und 58 % für Kali.

Preise am deutschen Kassamarkt ziehen kräftig an
Die angespannte Marktlage spiegelt sich inzwischen auch deutlich am deutschen Kassamarkt wider. Ab 25 t frei Hof stieg der Preis für geschützten Harnstoff im März gegenüber dem Vormonat um 141 EUR/t auf 684 EUR/t. Kalkammonsalpeter verteuerte sich um 62 EUR/t auf 426 EUR/t, AHL um 55 EUR/t auf 409 EUR/t. Auch schwefelhaltige Stickstoffdünger zogen spürbar an: Ammoniumsulfatsalpeter stieg um 49 EUR/t auf 466 EUR/t, schwefelsaures Ammoniak um 38 EUR/t auf 369 EUR/t. Bei den Phosphatdüngern verteuerte sich Triple-Superphosphat um 45 EUR/t auf 607 EUR/t, Diammonphosphat um 53 EUR/t auf 792 EUR/t. Kornkali zeigte sich mit 327 EUR/t dagegen bislang weitgehend stabil. Marktberichten zufolge ist Ware grundsätzlich weiter verfügbar, doch das Angebot in einzelnen Segmenten hat sich spürbar verengt.

20.03.2026
Ruhiger Speisekartoffelmarkt
Pflanzen

(AMI) Der Absatz von Speisekartoffeln scheint etwas abgeflacht zu sein, möglicherweise aufgrund der kleineren Packmaße in den aktuellen Aktionen. Importe treffen im Lebensmitteleinzelhandel derzeit noch in geringen Mengen ein. Deren Einsatz lässt sich nur durch besonders gute Lagerqualitäten um einige Wochen verzögern.

In der aktuellen Woche berichten einige Abpacker von eher schleppenden Geschäften mit Speisekartoffeln. Immerhin wird mitunter auf einen insgesamt guten Februar verwiesen, dessen Absatztempo jedoch nicht überall gehalten werden konnte. Mit Aktionen, die weiterhin zahlreich, aber nicht mehr so oft in größeren Packmaßen stattfinden, erzielen manche Händler auch diese Woche einen ordentlichen Absatz. So oder so: Dem aktiven Angebot und den noch verfügbaren Lagermengen wird man in dieser Saison mit den Verkaufsmengen ohnehin nicht mehr gerecht. Dadurch werden Preisveränderungen zunehmend unwahrscheinlicher.

Die Erlöse der Landwirte variieren stark je nach Ausrichtung. Wer mit guten Qualitäten zu seinem langjährigen Vertragspartner kommt, erhält in der Regel die notierten Preise. Aktionsware muss günstiger beschafft werden und stammt meist aus Überschussregionen. Dort sind viele Landwirte auf alternative Absatzwege angewiesen, um ihre Lagervorräte abzubauen. Wer sein Glück im Export sucht, kann selbst für aufbereitete Ware kaum noch auf 10,00 EUR/dt hoffen.