Niedersächsisches Landvolk Kreisverband Rotenburg-Verden e.V.

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Auf dem neusten Stand

Lokales aus dem Kreisverband

Die wichtigsten Veranstaltungen und Verbandsinformationen auf einen Blick. Informieren Sie sich über anstehenden Events sowie lokale Nachrichten aus dem Kreisverband und erhalten Sie täglich aktualisierte Informationen zu den verschiedenen Betriebszweigen von unserem Landesverband.

Aktuelles aus dem Kreisverband

04.07.2024
Änderungen in der Geschäftsführung

Carsten Hoops ist neuer Geschäftsführer

Seit dem 01. Juli dürfen wir Carsten Hoops als unseren neuen Geschäftsführer begrüßen. Carsten Hoops kommt aus unserer Region und war zuvor viele Jahre lang als Bereichsleiter im Tiervertrieb bei der MASTERRIND tätig. Gerne steht er Euch künftig für Rückfragen per Mail unter hoops@landvolk-row-ver.de oder per Telefon am Standort Verden (Mo & Mi) unter 0 42 31 92 63 328 und am Standort Rotenburg (Di & Do) unter 0 42 61 63 03 228 zur Verfügung.

Alexander Kasten steht Carsten Hoops bis zum 01. September als stellv. Geschäftsführer zur Seite, danach wird er seine Tätigkeit als Justiziar beim Kreislandvolkverband Diepholz aufnehmen. Wir wünschen Alexander Kasten alles Gute für seine Zukunft und bedanken uns für sein Engagement für unseren Kreisverband. Wir freuen uns, dass er dem Landvolk an anderer Stelle erhalten bleibt.

01.07.2024
Afrikanische Schweinepest bei Wildschweinen in Hessen nachgewiesen

Seit September 2020 wird die Afrikanische Schweinepest (ASP) in Deutschland regelmäßig bei Wildschweinen in den Regionen zur Grenze nach Polen nachgewiesen. Vereinzelt gab es Ausbrüche in Schweine haltenden Betrieben in verschiedenen Bundesländern, so auch 2022 in Niedersachsen im Landkreis Emsland. Die Einschleppungsursache dort blieb ungeklärt. Jetzt wurde das für den Menschen ungefährliche ASP-Virus Mitte Juni 2024 bei einem Wildschwein im Landkreis Groß-Gerau südlich von Rüsselsheim nachgewiesen.

Das Wildschwein wurde von einem Jäger erlegt, da es offensichtlich krank war. Im Rahmen der sofort eingeleiteten veterinärbehördlichen Maßnahmen (z. B. die Suche nach Kadavern) wurden weitere fünf Wildschweine positiv auf ASP getestet. Alle fünf Tiere waren bereits verendet und befanden sich in einem engen Umkreis um den ersten Fund.

Vermutlich wurde das Virus durch Unachtsamkeit in den Landkreis Groß-Gerau gebracht. Dies könnte zum Beispiel das gedankenlose Wegwerfen eines Wurstbrotes in der Natur sein. Da das ASP-Virus in Salami oder Rohschinken weiterhin lange infektiös bleibt, kann ein Wildschwein sich durch das Fressen eines weggeworfenen Wurstbrotes infizieren. Innerhalb einer Wildschweinrotte geschieht die Weitergabe der Viren dann durch direkten und indirekten Kontakt. Für Wild- und Hausschweine endet eine Infektion mit dem ASP-Virus fast immer tödlich.

Der Landkreis bittet um die Beachtung folgender Punkte, um einen Eintrag des ASP-Virus in die Wildschweinepopulation oder in die Schweinebestände unserer Region zu verhindern:

Bürgerinnen und Bürger: Speisereste gehören nicht in die Natur. Bitte diese zu Hause oder nur in geschlossenen Mülleimern (z. B. auf Parkplätzen) entsorgen.

Landwirtschaft:

Oberstes Ziel ist, den Eintrag des Virus in einen Schweinestall zu vermeiden. Unter dem Stichwort „Biosicherheit“ gelten verschiedene Maßnahmen, die dies verhindern sollen, z. B. beim Betreten der Stallungen eigene Schutzkleidung tragen, den Personenverkehr im Stall beschränken, für einen intakten Zaun um das Betriebsgelände sorgen, etc.)

Jägerinnen und Jäger:

Verendet gefundene Wildschweine unbedingt dem Veterinäramt melden, mit der Trichinenprobe gleichzeitig eine Blutprobe abgeben. Vorsicht bei der Jagd in Gebieten, die aufgrund eines ASP-Nachweises als Restriktionsgebieten ausgewiesen sind.

Weitere Information zum Thema „Afrikanische Schweinepest“ gibt es HIER auf der Homepage des Landkreises Rotenburg.

26.06.2024
Deutscher Bauernverband zum Agrarpaket der Ampelfraktionen

Rukwied: Päckchen bleibt weit hinter Anforderungen zurück

Der Präsident des Deutschen Bauernverbandes, Joachim Rukwied, bewertet das von den Ampelfraktionen angekündigte Agrarpaket zur Entlastung der Landwirtschaft: „Dieses Päckchen ist ein längst überfälliger, aber nicht ausreichender Schritt. Es geht zwar in die richtige Richtung, bleibt jedoch weit hinter den Anforderungen der Landwirtinnen und Landwirte zurück. Echte Entlastungen sehen anders aus. Zudem bleibt es in vielen Bereichen weiterhin lediglich bei Ankündigungen, denen jetzt zwingend Taten folgen müssen. Unsere Landwirtinnen und Landwirte brauchen dringend Wettbewerbsgleichheit in der EU.“ Die nächsten Schritte müssten laut Bauernpräsident Rukwied zunächst eine Rücknahme weiterer geplanter Belastungen wie der Novelle des Tierschutzgesetzes und des Pflanzenschutzprogrammes der Bundesregierung sein. Dann müsse eine Lösung für erneuerbaren Agrardiesel und die Möglichkeit für eine steuerfreie Risikoausgleichsrücklage folgen. „Wir müssen feststellen, dass wir noch immer Lichtjahre von einer echten Kompensation der Belastungen und Steuererhöhungen der zurückliegenden Monate entfernt sind“, so Rukwied abschließend.

18.06.2024
Sommer-Tagesfahrt in die Heide

Die Bienenfreunde Verden laden ein

Die Bienenfreunde Verden, eine Interessen- und Aktionsvereinigung von Imkern, Landwirten und Jägerschaft im Landesverband Hannoverscher Imker e.V., laden am Samstag, den 17.08.2024, zum Tagesausflug in die Heide ein:

Dabei steht jedoch nicht nur die Pferdekutschfahrt durch die Heide und der anschließende Genuss von Buchweizentorte auf dem Programm, sondern auch das Anfahren von weiteren Stationen im Sinne der Interessen- und Aktionsvereinigung des Vereins. Um 8 Uhr startet die Veranstaltung in Verden mit eigenen Fahrzeugen oder in Fahrgemeinschaften. Die Ankunft beim Spargel- und Erdbeerhof Niemann in 29578 Eimke ist für 10 Uhr eingeplant. Dort begrüßt Hinrich Niemann die Besucherinnen und Besucher zur Hofführung und Vorstellung der Blühflächen an Spargelfeldern, sowie Insektenunterstützungs- und Nachhaltigkeitsprojekten. Im Rahmen des bundesweiten topagrar-Wettbewerbs 2020 „Bienen brauchen Bauern – Bauern brauchen Bienen“ war die Juri auch bei ihm. Die Vereinigung erhielt für ihre Aktivitäten anlässlich der Grünen Woche in Berlin einen Sonderpreis, den Hinrich Niemann und Fred Eickhorst in Empfang nahmen.

Aktuelles vorab HIER.

Nach einem Imbiss ist gegen 13:45 Uhr die Ankunft beim Heide-Kiosk-Höpen geplant, von wo aus um 14:00 Uhr die einstündige Kutschfahrt startet.

Nach einem kurzem Fußweg geht’s weiter zum Heideimker / Korbimkerei Heinrich Inselmann. Das Gros der Imker nutzt heute Magazinbeuten und kennt die Korbimkerei nur vom Hören/Sagen. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer dürfen sich auf den Besuch freuen, um die „Ursprungsimkerei“ von Heinrich Inselmann aus 1. Hand kennenzulernen. Danach bleibt Zeit für Gesprächsvertiefungen bei Kaffee und Kuchen.

Interesse geweckt? Dann meldet Euch bitte bis zum 3.7.24 an unter info@bienenfreunde-verden.de oder tel. unter 0152 2194 0831

17.06.2024
Statement Landvolk zur Bundesratsentscheidung Glyphosat

Änderung Pflanzenschutz-Anwendungsverordnung (PfSchAnwV)

Enttäuscht zeigt sich das Landvolk zur Entscheidung des Bundesrates zur Änderung der Pflanzenschutz-Anwendungsverordnung (PfSchAnwV), in der das pauschale Anwendungsverbot von Glyphosat in sogenannten Wasserschutzgebieten weiterhin zur Anwendung kommen wird.

„Damit wird unseren Landwirten ein weiteres Bein im Wettbewerb auf dem europäischen Markt gestellt. Mit diesem Anwendungsverbot gerät unsere Landwirtschaft noch weiter ins Abseits. Damit ist weder dem Verbraucher noch der Natur geholfen. Im Gegenteil: Die Ernährungssicherheit mit guten Lebensmitteln aus der Heimat wird gefährdet. Auch Umwelt und Klima werden durch den vermehrten Einsatz anderer Pflanzenschutzmittel sowie durch schlechtere Alternativen, wie das häufigere Pflügen, mehr belastet“, stößt diese Entscheidung auf absolutes Unverständnis bei Landvolk-Präsident Holger Hennies.

Es zeige einmal mehr, dass Sachargumente und selbst unabhängige Studien nicht mehr zählen. Selbst die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) habe Ende 2023 Glyphosat als sicher für Mensch und Umwelt eingestuft, und die Kommission habe daraufhin den Wirkstoff für weitere zehn Jahre zur Anwendung in der EU freigegeben.

„Unsere Landwirte gehen sehr verantwortungsvoll mit Pflanzenschutzmittel um. So viel wie nötig, so wenig wie möglich lautet bei entsprechender Indikation die Devise. Mit Glyphosat hingegen hätte auf tiefe Bodenbearbeitung verzichtet und somit auch das Risiko von Nitrateinträgen in das Grundwasser verringert werden können“, bewertet Hennies diese Fehlentscheidung, die der deutschen Landwirtschaft und der Umwelt schaden wird.

14.06.2024
FINKA: Maisanbau mit Striegel & Hacke

Viertes Projektjahr bietet Kennzahlen & Erfahrungsaustausch

Auf dem FINKA-Acker in Odeweg trafen sich vergangene Woche Interessierte zum Projektaustausch: Das Projekt FINKA (Förderung von Insekten im Ackerbau) verfolgt das Ziel wissenschaftlich zu untersuchen welchen Effekt der Verzicht von Insektiziden und Herbiziden auf die Ackerbegleitpflanzen und damit auch auf die Insektenvielfalt hat und wie sich die geänderte Bewirtschaftungsweise ökonomisch auf die Betriebe auswirkt. Hierzu arbeiten 30 Betriebspaare, bestehend aus einem konventionell wirtschaftenden und einem ökologisch wirtschaftenden Part, bis zum Projektende 2025 eng zusammen.

Erfolgreiche Ernte hängt von vielen Faktoren ab:
Auf seiner gut vier Hektar großen FINKA-Versuchsfläche hat Gert Bunke in diesem Jahr Mais angebaut. „Am sechsten Mai haben wir die Fläche gepflügt und den Mais gelegt. Kurz darauf wurde einmal blind gestriegelt und im weiteren Verlauf noch zweimal gestriegelt, nachdem der Mais bereits aus der Erde kam. Anfang Juni haben wir den Schlag dann das erste Mal gehackt“, berichtet Bunke. Unterstützt wurde er dabei von seinem ökologisch wirtschaftenden Projektpartner Jan-Harmen Hesse. Zusätzlich berät Beke Gredner von der Ingenieurgemeinschaft für Landwirtschaft und Umwelt (IGLU) die Landwirte. „Beim Maisanbau im Öko-Landbau spielt eine vernünftige Saatablage eine enorm wichtige Rolle. Richtung sechs Zentimeter wäre auf dieser Fläche zu empfehlen, denn der Mais darf auf der einen Seite nicht zu flach gelegt werden, um Vogelfraß zu vermeiden und um eine gute Voraussetzung für das Blindstriegeln zu schaffen, auf der anderen Seite darf er auch nicht zu tief gelegt werden, denn wir brauchen eine schnelle Entwicklung im Mais“, erklärt Gredner den Balanceakt. Auch beim Striegeln gäbe es Einiges zu beachten erläutert Hesse: „Für ein gutes Ergebnis muss man verschiedene Faktoren wie die Bodenverhältnisse, die Witterung und natürlich das Wachstumsstadium der Pflanze beachten“

Eine interessante Alternative zur Unkrautregulierung zeigt Andreas Jessen vom Bioverband Naturland auf: „Im ökologischen Feldgemüseanbau gehört das Abflammen von Unkräutern mittlerweile zu den Standardmaßnahmen. Auch im Mais ist der Einsatz von Abflammtechnik möglich, vor allem aus Dänemark liegen hierzu Erfahrungen vor. Der große Nachteil an dieser Methode ist leider der verhältnismäßig große Kostenaufwand.“

Betriebswirtschaftliche Auswertungen zeigen Unterschiede zwischen den Projektjahren auf:
Auf das Thema Kosten geht auch FINKA-Projektmitarbeiter Leen Vellenga vom Kompetenzzentrum Ökolandbau Niedersachsen GmbH (KÖN) bezugnehmend auf die Auswertung der betriebswirtschaftlichen Kennzahlen zum Silomais des Jahres 2022 und 2023 näher ein: „Das Einsparpotential an Pflanzenschutzmitteln pro Fläche ist im Silomais geringer als in anderen Kulturen. Auf den konventionell bewirtschafteten Vergleichsflächen wurde in den Anbaujahren 2022/2023 in der Regel eine Herbizidmaßnahme im Frühjahr durchgeführt, wodurch im Durchschnitt Kosten für die Beikrautregulierung von 69€/ha entstanden. Für die mechanische Beikrautregulierung im Mais waren demgegenüber in der Regel mehrere Striegel- und Hackmaßnahmen notwendig, ein zeitlicher Mehraufwand, der für landwirtschaftliche Betriebe auch arbeitswirtschaftlich nicht unterschätzt werden darf. Folglich ergeben sich größere Unterschiede in den Kosten der Beikrautregulierung. Auf der herbizid- und insektizidfreien Fläche lagen diese im Durchschnitt bei rund 109 €/ha. Insgesamt streuen die Ergebnisse je nach Standort und Bewirtschaftungsstrategie der Betriebsleiterinnen und Betriebsleiter sehr stark“

Auch die Datengrundlage zu den Erträgen im Silomais aus den Jahren 2022 und 2023 wurden ausgewertet und ergaben das sich die Silomaiserträge im Anbaujahr 2022 in den beiden Varianten „konventionell“ und „herbizid- und insektizidfrei“ durchschnittlich um 49 dt/ha (375 dt/ha konventionell, 326 dt/ha herbizid- und insektizidfrei) unterschieden. Auf den Ökoflächen wurden im Schnitt 307 dt/ha geerntet. Insgesamt schwankten die Maiserträge der unterschiedlichen Regionen Niedersachsens erwartungsgemäß recht stark. Im Anbaujahr 2023 konnten auf den herbizidfreien Silomais-Flächen durchschnittlich Erträge von 473 dt/ha erzielt werden, 26 dt/ha weniger, als auf der konventionellen Vergleichsfläche. Damit unterscheiden sich die Erträge im Jahr 2023 deutlich weniger als im Vorjahr, einem von Sommertrockenheit geprägten Jahr mit regional stark schwankenden Erträgen. Die Öko-Silomaiserträge lagen mit durchschnittlich 398 dt/ha in 2023 deutlich über dem Vorjahresniveau.

Wissenschaftliche Erkenntnisse zu den Projektauswirkungen auf die Flora:
Wie sich die veränderte Bewirtschaftungsweise auf die Ackerbegleitpflanzen auswirkt, erforscht im Rahmen des Projektes die Georg-August-Universität Göttingen. Sechs der konventionell wirtschaftenden FINKA-Betriebe hatten im Anbaujahr 2023 Mais auf den FINKA-Flächen angebaut. Vellenga erklärt: „Um positive Effekte für Insekten erzielen zu können sind vor allem die potenziell blühenden Individuen pro m² von Bedeutung. Mit 8 potenziell blühende Individuen konventionell, 27 herbizidfrei und 28 ökologisch wird hier im Mais wird schon ein großer Unterschied zur konventionellen Fläche deutlich, der beispielsweise im Winterweizen noch höher ausfällt“

Fazit: Daten bieten Grundlage um nach Projektabschluss auf Politik zuzugehen
Forschungen zur Projektauswirkung auf die Insektenvielfalt werden vom Leibniz-Institut zur Analyse des Biodiversitätswandels durchgeführt. Allerdings läuft die Auswertung der Daten aktuell noch. „Die ersten Ergebnisse zu der Fauna streuen bei allen Bewirtschaftungsweise stark. In der Tendenz weist die Ökofläche mehr Biomasse der am Boden lebenden gefangenen Insekten auf als die FINKA-Versuchsfläche und die konventionelle Fläche, die sich bei den derzeitigen Untersuchungsergebnissen ähneln. Da die Untersuchungen allerdings noch nicht abgeschlossen sind, lässt sich hierzu noch keine valide Aussage treffen“, gibt Vellenga Auskunft zum derzeitigen Stand der Untersuchungen. Man hoffe auf aussagekräftige Daten im Winter.

Auch wenn noch nicht alle Ergebnisse ausgewertet sind, sind sich die Projektpartnerinnen und Projektpartner sowie die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Feldtages einig darin, dass diese Daten eine wichtige Grundlage darstellen werden, um nach dem Projektabschluss mit der Politik in den Austausch darüber zugehen, welche Maßnahmen ergriffen werden müssten, um einen Verzicht auf Insektiziden und Herbiziden unter betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten realistisch zu gestalten. „Durch die lange Projektdauer kann eine super Datengrundlage hierfür geschaffen werden“, lobt Jessen das FINKA-Projekt.

10.06.2024
Tag des offenen Hofes 2024

Höfe der Region locken mit authentischen Einblicken in den Stall und auf den Acker

Gleich mehrere landwirtschaftliche Betriebe öffneten am Sonntag im Verbandsgebiet zum Tag des offenen Hofes ihre Hoftore und hießen insgesamt über 5.000 Besucherinnen und Besucher herzlich willkommen. Dabei boten die Landwirtsfamilien ein vielfältiges Angebot authentischer Einblicke:

Während der zentral gelegene Buschhof Schröder am südlichen Ende Rotenburgs sowie der Milchviehbetrieb der Familie Wortmann in Beppen-Thedinghausen den Schwerpunkt auf die Tierhaltung legte, stand auf dem Biohof Bremer und dem Bioland-Hof Wilkens, die ihren Tag des offenen Hofes gemeinsam veranstalteten, vor allem ihr abwechslungsreicher Ackerbau in Riepholm – Visselhövede sowie die zugehörige Verarbeitungskette im Fokus:

Buschhof Schröder: Das Vertrauen in unsere Branche stärken

Für Christoph und Ann-Cathrin Schröder war es bereits der zweite Tag des offenen Hofes, eine Veranstaltung, die alle zwei Jahre niedersachsenweit stattfindet. Noch aus dem Jahr 2022 weiß das Ehepaar daher auch um den großen organisatorischen Aufwand, der mit diesem Event einhergeht, doch die positiven Reaktionen der Besucherinnen und Besucher haben Schröders überzeugt gern erneut die Hoftore für zahlreiche Interessierte zu öffnen. „Natürlich verkaufen wir am Tag des offenen Hofes auch Produkte aus unserer Direktvermarktung, große Gewinne erzielen wir damit aber nicht. Uns geht es beim Tag des offenen Hofes auch nicht um einen wirtschaftlichen Profit, sondern darum unseren Kunden und allen anderen Interessierten ganz transparent zu zeigen, wie unsere Tiere gehalten werden und wie unser Betrieb funktioniert“, erklärte Ann-Cathrin Schröder. Gemeinsam mit ihrem Mann Christoph betreibt sie eine Pferdepension, eine Anguszucht in Form der Mutterkuhhaltung, die ganzjährig draußen sein dürfen, sowie eine Bullenmast in großzügigen halboffenen Tretmistställen mit Stroh und eine erfolgreiche Direktvermarktung. „Wenn die Leute am Ende des Tages von unserer Haltungsform genauso überzeugt sind wie wir und diese Regionalität, die wir bieten, zu schätzen wissen und daher auf unsere Produkte zurückgreifen, freuen wir uns natürlich umso mehr“, sagte Christoph Schröder. Doch Schröders geht es bei dem Event nicht nur um das Image ihres eigenen Hofes, sondern vor allem darum ein generelles Verständnis für die Landwirtschaft in der Gesellschaft zu schaffen. „Die Entfremdung der Bevölkerung von der Landwirtschaft durch den Strukturwandel ist deutlich spürbar und der Agrarsektor steht häufig gesellschaftlich und politisch in der Kritik. Wir möchten das Vertrauen in unsere Branche in der Bevölkerung wieder stärken und sind überzeugt, dass der beste Weg darin besteht die Menschen auf die Höfe einzuladen, damit diese einen ehrlichen und authentischen Einblick erhalten können.“, so Christoph Schröder. Auch der Rotenburger Landrat Marco Prietz ließ es sich nicht nehmen am Sonntag persönlich auf dem Buschhof vorbeizuschauen und lobte das Engagement der Familie: „Ich finde es klasse, was ihr hier auf die Beine gestellt habt! Da der Bezug zur Landwirtschaft heute in vielen Familien leider keine Selbstverständlichkeit mehr ist, ist es enorm wichtig geworden mit Aktionen wie diesen, auch gerade für Kinder, Landwirtschaft für alle erlebbar zu machen.“ Beim gemeinsamen Hofrundgang zeigten sich der Landrat und Marje Grafe, als ehrenamtliche Vertretung des Rotenburger Bürgermeisters, offen für die Sorgen der Gastgeber und des Kreislandvolk-Vorsitzenden Christian Intemann. Themen wie der Wegebau, die Wolfsproblematik und die fehlende Entbürokratisierung wurden angesprochen.

Biohof Bremer und Bioland-Hof Wilkens: Den Blick auf regionale Wertschöpfung gerichtet

Christina und Olaf Wilkens sowie Nadia Bremer und ihr Geschäftspartner Claas Grünhagen bieten mit Lein, Quinoa, Linsen und Buchweizen eine bunte Fruchtfolge, welche die Besucherinnen und Besucher beim Gang entlang des Riepholmer Modell-Ackers auf eigene Faust erkunden konnten. Auskunft zu den vielfältigen Acker- und Sonderkulturen boten dabei auch die anschaulichen Informationstafeln seitlich des Lehrpfades. Doch das Programm versprach weitaus mehr, denn es sollte ein ganzheitlicher Einblick in die regionale Lebensmittelerzeugung geboten werden: „Uns ist es heute besonders wichtig, die gesamte Wertschöpfungskette aufzuzeigen und das Bewusstsein und die Wertschätzung für die Regionalität zu steigern“, machte Bremer ihr Anliegen deutlich.

Mit spannenden Fachvorträgen zu Themen wie Photovoltaik, Wertschöpfungsketten sowie Bodenfruchtbarkeit und Fruchtfolge, konnten besonders die Erwachsenen ihr Wissen weiter vertiefen. Für ein umfassendes Verständnis der Nahrungsmittelproduktion gab es zudem auch weitere Einblicke in den Arbeitsalltag der Landwirtinnen und Landwirte, z.B. in Form einer Maschinenausstellung mit Mähdrescher, Striegel und Drillmaschine. Die Kinder konnten währenddessen auf dem Schulbauernhof „ackern und rackern“ im Rahmen von großartigen Mitmachaktionen ihr Interesse für die Landwirtschaft mit allen Sinnen entdecken. Auch den Kleinen wollte man dabei auf spielerische Weise die Wertschöpfungsketten aufzeigen. So konnten die Kinder nicht nur direkt neben dem Waffelstand selber Mehl mahlen, sondern bei der Hühnerstallführung auch sehen, wo die Eier herkommen, welche gemeinsam mit dem Mehl aus eigener regionaler Produktion zu leckeren Waffeln verarbeitet wurden.

Auch die weiteren kulinarischen Köstlichkeiten versprühten unverkennbar Regionalität: So gab es Eis aus dem Öl der eigenen Sonnenblumen- und Leinernte, Brot aus den Emmer- und Roggenkörnern von den umliegenden Feldern und Eintopf aus der eigenen Erbsenernte dazu Bratwürste von den Rindern aus eigener Haltung. Für Begeisterung sorgte auch der Stand der kleinen Manufaktur Umami Ferment, die aus den Riepholmer Erbsen und Roggen eine Sojasoßenähnliche Alternative herstellt.

„Wir sind überwältigt von den tollen Gesprächen, die wir heute führen konnten. Mich freut es wirklich sehr wie viele interessierte Menschen heute nicht nur zum Kaffee trinken vorbeigekommen sind, sondern vor allem, um wirklich etwas über unsere Betriebe und Bewirtschaftungsweisen zu erfahren“, berichtete Olaf Wilkens erfreut und schon etwas heiser. Mit seiner Frau betreibt er auf dem Bioland-Hof neben dem Ackerbau auch noch eine Selbstpflück-Heidelbeerplantage, eine Hühner- und Rinderhaltung, sowie Agri-PV und eine Ferienwohnung. Auch Nadia Bremer zieht ein positives Fazit: „Viele Leute aus der direkten Nachbarschaft, aber auch viele aus Bremen und umzu, haben sich heute dem Thema der regionalen Wertschöpfung geöffnet und mein Eindruck ist, dass es dabei viele Aha-Moment gab“ Neben ihrem großen Herzensprojekt, der Direktvermarktung, führt sie mit ihrem Biohof abgesehen von dem vielseitigen Ackerbau noch eine kleine aber feine Rinderherde, mit 10 bis 15 Tieren, die auf 10 ha Grünland weiden. Darüber hinaus gibt Nadia Bremer Führungen und Workshops zum Thema Biolandwirtschaft und möchte diesen Bereich künftig auch noch weiter ausbauen.

Milchviehbetrieb der Familie Wortmann: Melkrobotoren, Mitmachaktionen und Musik

Auf dem Gelände „Zum Heesen 1“ kamen in Beppen-Thedinghausen die Besucherinnen und Besucher alle auf ihre Kosten. Neben einem Einblick in den modernen Stall mit insgesamt 360 Milchkühen und sechs Melkrobotoren gab es auf der daneben liegenden Wiese nicht nur eine Vielzahl an landwirtschaftlichen Maschinen, sondern auch eine große Anzahl an Ausstellern zu sehen sowie Musik von den Jagdhornbläsern “Allerort”. Am Stand der Feuerwehr übten Groß und Klein mit einem Schlauch Zielschießen, drehten am Glücksrad und warfen mit Pümpeln auf eine riesige Zielscheibe. Zu gewinnen gab es tolle Preise. Direkt daneben spielten Kinder entweder mit ferngesteuerten Treckern, im Sand oder auf einer Hüpfburg. Zudem gab es zahlreiche Infostände wie beispielsweise von der hiesigen Rehkitzrettung, der landwirtschaftlichen Bildungsarbeit vom gemeinnützigen Verein NEUA e. V. sowie den Dorfhelferinnen. Für das leibliche Wohl in Form von Kaffee und Kuchen sorgten die LandFrauen und zahlreiche weitere Stände – darunter Burger aus Intschede, Käse, Erdbeeren, Bio-Eis, Bratwurst und Pommes. Johanna Wortmann, die den Betrieb gemeinsam mit ihrem Freund Michael und ihrer Schwester Alena bewirtschaftet zeigte sich zufrieden mit dem Tag und bedankte sich bei allen helfenden Händen.

Das Landvolk bedankt sich

Als großen Erfolg verbucht auch der Rotenburger Kreislandwirt Christian Intemann den Tag des offenen Hofes 2024: „Wir bedanken uns von ganzem Herzen bei den Höfen, die heute mit viel Schweiß und Herzblut einen großen Beitrag in Punkto Öffentlichkeitsarbeit für unsere gesamte Branche geleistet haben. Ebenso möchte ich mich bei den zahlreichen Besuchern bedanken, die uns und unserer Arbeit mit viel Interesse und Offenheit begegnet sind.“

06.06.2024
Wir brauchen wirksame Mittel für gesunde Pflanzen

Landvolk: Pauschales Glyphosat-Verbot ist unbegründet und umweltschädlich

Wenn am 14. Juni über die Änderung der Pflanzenschutz-Anwendungsverordnung (PflSchAnwV) im Bundesrat entschieden wird, sollte das pauschale Anwendungsverbot von Glyphosat in sogenannten Wasserschutzgebieten gestrichen sein. Das fordert das Landvolk Niedersachsen. „Gerade im Hinblick auf Dürre, Unwetter, Kriege und wirtschaftlicher Abhängigkeiten ist die Ernährungssicherheit wichtig, wofür unsere Landwirte gesunde Pflanzen auf dem Acker brauchen. Um diese vor Krankheiten und Schädlingsbefall zu schützen, sind Pflanzenschutzmittel nötig. Dazu gehört auch der Wirkstoff Glyphosat. Studien zeigen, dass bei sachgemäßer Anwendung keine Gefahr von Glyphosat ausgeht“, sieht Thorsten Riggert, Vorsitzender des Ausschusses Pflanze beim Landvolk Niedersachsen, nun die Politikerinnen und Politiker in der Pflicht, den Sachargumenten bei der Abstimmung zu folgen und keine nationalen Alleingänge beim Wirkstoff Glyphosat zu unternehmen. „Nationale Anwendungsbeschränkungen würden erneut enorme Wettbewerbsnachteile für deutsche Betriebe mit sich bringen“, ist sich Riggert sicher und fordert für die Landwirtinnen und Landwirte die uneingeschränkte Zulassung des Wirkstoffs in Deutschland.

„Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat Ende 2023 Glyphosat als sicher für Mensch und Umwelt eingestuft. Anschließend hat die Kommission den Wirkstoff für weitere zehn Jahre zur Anwendung in der EU freigegeben, sodass das generelle Anwendungsverbot in Deutschland europarechtswidrig geworden ist“, erklärt der Vorsitzende den Sachverhalt. In einer Eilverordnung hob die Bundesregierung das Totalverbot in Deutschland vom 1. Januar 2024 bis zum 30. Juni 2024 auf. Nun liegt der neue Entwurf der PflSchAnwV dem Bundesrat vor und muss bis zum 30. Juni bestätigt werden, damit die neue Verordnung ab 1. Juli 2024 gelten kann. „Unsere Landwirte gehen sehr verantwortungsvoll mit Pflanzenschutzmittel um. So viel wie nötig, so wenig wie möglich lautet bei entsprechender Indikation die Devise“, erklärt Riggert und verweist auf die vielen invasiven Arten, für die es keine natürlichen Möglichkeiten gebe, diese in Schach zu halten.

Auch im Sinne der Nachhaltigkeit und der CO2-Klimabilanz sei der Einsatz des Wirkstoffes positiv zu sehen. Bäuerinnen und Bauern, die in Wasserschutzgebieten wirtschaften, müssten andernfalls vermehrt auf schlechtere Maßnahmen zurückgreifen, wie zum Beispiel das tiefe Pflügen. „Gerade das haben unsere Landwirte zum Schutz des Klimas und der Umwelt in den vergangenen Jahren stark zurückgefahren, um der Erosion entgegenzuwirken und CO2-Emissionen zu verringern. Ohne Glyphosateinsatz müssten zudem weitere Pflanzenschutzmittel zur Kompensation zum Einsatz kommen, die sich negativ auf die Umwelt und das Klima auswirken würden“, schildert Riggert die Folgen des Verzichts, wo hingegen mit Glyphosat auf tiefe Bodenbearbeitung verzichtet und somit auch der Nährstoffeintrag in das Grundwasser verhindert werden könne.

Presse-Hintergrund:
In der alten PflSchAnwV war geregelt, dass ab 1. Januar 2024 ein generelles Anwendungsverbot von Pflanzenschutzmitteln (PSM) mit dem Wirkstoff Glyphosat herrschen sollte. Ende 2023 hat die EU per Verordnung den Wirkstoff für weitere zehn Jahre bis zum 15.12.2033 zugelassen. Entscheidend war dafür ein Bericht der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (European Food Safety Authority, EFSA) zur Risikobewertung des Wirkstoffs Glyphosat, in dem festgestellt wurde, dass aus wissenschaftlicher Sicht bei fachgerechter Anwendung von diesem keine „inakzeptablen Risiken“ ausgehen.

04.06.2024
Aufruf zur Europawahl

Jede Stimme zählt

Liebe Mitglieder,

am 9. Juni 2024 steht die Europawahl an – ein entscheidender Tag für die Gestaltung der Zukunft der Landwirtschaft. Auch wenn die EU weit weg erscheint, so haben die demokratisch gewählten Vertreterinnen und Vertreter mit ihren Entscheidungsmöglichkeiten einen enormen Einfluss auf das Leben im ländlichen Raum. Denn die Entscheidungen, die auf EU-Ebene getroffen werden, haben direkte Auswirkungen auf unsere Betriebe und damit auf unsere zukünftigen Lebens- und Wirtschaftsgrundlagen.

Als Mitglied des Landvolk-Kreisverbandes Rotenburg-Verden bist du/sind Sie die Stimme des ländlichen Raums und die Teilnahme an dieser Wahl ist damit entscheidend für den weiteren Weg der landwirtschaftlichen Branche. Wir möchten daher alle Mitglieder dazu ermutigen, aktiv am demokratischen Prozess teilzunehmen und wählen zu gehen. Denn wir benötigen in der kommenden Wahlperiode Menschen in Brüssel, die sich für eine starke und zukunftsorientierte Landwirtschaft in einem gemeinschaftlichen Europa einsetzen.

Jede Stimme zählt!

Mit freundlichen Grüßen Euer Landvolk-Team

30.05.2024
EU im Fokus

Schülerschaft der Berufsfachschule Agrar stellen MdEP McAllister Fragen zum Thema Landwirtschaft

Anfang der Woche war MdEP David McAllister (CDU) zu Besuch bei der BBS Verden. Unter Anderem stellte er sich den Fragen der Schülerschaft der Berufsfachschule Agrar zum Thema EU und Landwirtschaft. Auch unser Vorsitzender Jörn Ehlers sowie unser Geschäftsführer Alexander Kasten waren mit dabei. Auf Ehlers Acker direkt neben der BBS erklärte er, was es mit dem Begriff „regenerative Landwirtschaft“ auf sich hat. McAllister forderte alle anwesenden Schülerinnen und Schüler dazu auf, am 9. Juni wählen zu gehen - für die allermeisten wird es das erste Mal sein. Verabschiedet hat er sich mit dem Satz: „Deutschland schreibt man mit EU.“

Aktuelles aus dem Landesverband

13.02.2026
Weizenkurse an der Euronext unter Druck
Pflanzen

(AMI) Der Weizenmarkt bleibt von Exportwettbewerb und Wechselkurs geprägt. Der WASDE setzt keine neuen Akzente. Fundamental dominiert weiter die komfortable Angebotssituation.

An der Börse in Paris gaben die Weizenkurse in der Berichtswoche wieder nach. Auch wenn es jüngst wieder aufwärts ging, war der Fronttermin März zur Wochenmitte von Schwäche geprägt. So schloss der Kurs am 10.02. bei 189,50 EUR/t, was im Vorwochenvergleich einem Minus von -3,75 EUR/t entsprach. Zum 12.02. erholte sich die Notierung wieder leicht auf 192,25 EUR/t. Belastend wirkten vor allem die verschlechterten Exportaussichten infolge des festen Euro sowie der anhaltend scharfe Wettbewerb am Weltmarkt. Günstige Offerten aus Argentinien und weiterhin wettbewerbsfähige Schwarzmeer-Herkünfte setzen die Paritäten in Nordafrika unter Druck. Wetterseitig ließ die Risikoprämie nach: Die Frostsorgen in der Ukraine und in Russland haben sich mit Blick auf Schneebedeckung und ausbleibende Schadensmeldungen beruhigt. Aus dem physischen Markt kamen stützende Impulse. Zurückhaltende Abgeber und die weiterhin beeinträchtigte Binnenschifffahrt begrenzten den Kursrückgang in Paris.

In Chicago schloss der März-Kontrakt am 11.02.2026 bei umgerechnet 165,87 EUR/t und damit 2,14 EUR/t über dem Niveau der Vorwoche. Allerdings ist die Zunahme zu großen Teilen ein Wechselkurseffekt. In US-Dollar fiel die Wochenbewegung deutlich geringer aus als in EUR/t. Die jüngste Schätzung des USDA (WASDE) lieferte nur wenig neue Impulse – entsprechend reagierte der Markt eher verhalten bis leicht schwächer, weil die Bilanz „komfortabel“ blieb und damit kein Überraschungsmoment entstand.

13.02.2026
Verhaltene Nachfrage am Brotgetreidemarkt dämpft Preisentwicklung
Pflanzen

(AMI) Der Handel am Markt für Brotgetreide bleibt weiterhin verhalten. Geringe Vermarktungsbereitschaft der Erzeuger, fehlende Nachfrage seitens der verarbeitenden Industrie und rückläufige Preise prägen das Geschehen.

Der heimische Brotgetreidemarkt bleibt in der 07. KW ohne neue Impulse. Trotz weiterhin beträchtlicher Warenbestände in den landwirtschaftlichen Betrieben der einzelnen Regionen bleibt die Vermarktungsbereitschaft auf Erzeugerseite angesichts des aktuellen Preisniveaus gering. Verkäufe erfolgen derzeit überwiegend aus Liquiditätsgründen oder aufgrund begrenzter Lagerkapazitäten. Ohnehin ist auch seitens der verarbeitenden Industrie kaum Nachfrage nach heimischem Getreide zu verzeichnen. Dabei machte sich unter anderem ein deutlicher Rückgang beim Bedarf nach Qualitätsweizen bemerkbar. So verläuft der Handel auch weiterhin in ruhigen Bahnen. Die kommenden Karnevalstage dürften die Umsätze im Rheinland zusätzlich limitieren. Die Ernte 2026 spielt indes auch weiterhin kaum eine Rolle. So bleibt das Kontraktgeschäft auch weiterhin unterentwickelt.
Auf Erzeugerebene haben sich die Preise insgesamt rückläufig entwickelt. Qualitätsweizen verliert gegenüber Vorwoche 2,90 EUR/t auf 171,20 EUR/t. Auch die Brotweizenpreise rutschen ab und verzeichnen ein Minus von 1,70 EUR/t auf 167,90 EUR/t. Die Preise für Eliteweizen und Brotroggen bewegen sich mit jeweils 178,50 und 143,70 EUR/t nur knapp unter dem Vorwochenniveau.
Auch auf Großhandelsebene geht es abwärts. Franko Hamburg sind für Brotweizen zur Lieferung ab März mit 203 EUR/t rund 3 EUR/t weniger möglich als noch in der Vorwoche. Partien zur Lieferung ab Mai werden mit einem Aufschlag von 3 EUR/t bewertet. Am Niederrhein verharrt der Preis für Brotroggen dagegen auf dem Niveau von 187 EUR/t.

13.02.2026
Preisaufschläge sorgen für regionale Impulse beim Raps
Pflanzen

(AMI) Sowohl für Ware in den Lägern als auch für Vorkontrakte zur kommenden Ernte ziehen die Erzeugerpreise an. Die festeren Preise setzen regional Anreize zur Vermarktung, auch wenn die Handelsaktivität insgesamt überschaubar bleibt.

Nahezu ungebremst bewegen sich die Rapsnotierungen an der Pariser Börse weiter aufwärts. So schloss der Fronttermin Mai am 12.02.2026 bei 488 EUR/t und damit rund 2,25 EUR/t über dem Niveau der Vorwoche. Am 02.02. wurden mit 473,75 EUR/t sogar noch 14,25 EUR/t weniger notiert. Dabei bleibt der Export von EU-Raps, trotz der festen Gemeinschaftswährung, rege. Gleiches gilt für die Importe in die Union, auch wenn die Einfuhren angesichts der größeren Ernte bislang insgesamt rund 40 % hinter der Vorjahresmenge zurückbleiben.
Dabei blieb die Gemeinschaft im Dezember mit einem Anteil von mehr als drei Viertel der monatlichen Lieferungen Hauptabnehmer für australischen Raps. Laut Oil World wurden rund 462.000 Tonnen in die EU geliefert, deutlich mehr als im November, was die stetige Nachfrage der europäischen Ölmühlen bestätigt.
Indes konnte sich auch der Handel an den deutschen Häfen etwas beleben. Das betrifft insbesondere den Nordosten des Landes. Gehandelt werden dabei vorrangig Partien der alten Ernte, Vorkontrakte der kommenden Ernte spielen bislang kaum eine Rolle. Auf Großhandelsebene sind bei leicht angehobenem Aufgeld (+1) franko Hamburg zur Lieferung ab Mai rund 494 EUR/t im Gespräch, ein Plus von 11 EUR/t im Vergleich zur Vorwoche. Gleiches gilt für Partien franko Niederrhein, welche sich auf Wochensicht um 10 auf 502 EUR/t verteuern. Für Vorkontrakte der kommenden Ernte sind bis zu 469 EUR/t möglich.
Am Kassamarkt bleibt die Handelsaktivität überschaubar. Gebietsweise setzt das festere Preisniveau jedoch auch einen Anreiz zur Vermarktung. Für Partien der Ernte 2025 erhalten Erzeuger im Mittel rund 461,70 EUR/t und damit 4,60 EUR/t mehr als noch in der Woche zuvor. Die Meldungen aus den einzelnen Bundesländern rangieren in einer Spanne von 437-485 EUR/t. Dabei signalisieren auch die Ölmühlen regional Bedarf.

13.02.2026
Große Kartoffelvorräte deckeln Preisentwicklung
Pflanzen

(AMI) Umfragen bestätigen, dass weiterhin kaum Chancen auf höhere Kartoffelpreise bestehen. Mit steigenden Kosten sinken so die Erlöse der Erzeuger. Zuletzt war die Nachfrage tendenziell etwas ruhiger als zuvor.

Weiterhin warten Speisekartoffelerzeuger weitgehend umsonst darauf, dass die Aufwendungen für die Langzeitlagerung honoriert werden. Sowohl der Markt für Speise- als auch für Verarbeitungskartoffeln sind so voll, dass der Angebots- und Preisdruck aufrechterhalten bleiben. Besonders schwer haben es diese Saison qualitativ nicht ganz so gute Partien, für die fast kein Markt zu finden ist und für die zu fast jedem Preis versucht wird irgendwo ein Unterkommen zu finden. Manchmal funktioniert das im Export, wenn die Knollen nicht gewaschen werden müssen. Mit Sack- und Absackkosten und Preisen von unter 10,00 EUR/dt ist die Erlössituation denkbar schlecht. Noch weniger gibt es für vertragsfreien Verarbeitungsrohstoff, der bei den wenigen Umsätzen auch schon mal bei 1,00 EUR/dt liegen kann. Für schöne Speisekartoffeln gibt es mehr als 10,00 EUR/dt aber auch nicht immer so viel, wie Erzeugergemeinschaften notieren.
Von der Nachfrageseite ist diese Woche häufiger von Enttäuschungen zu hören. Mancher hatte sich für diese Woche mehr erhofft – vielleicht kommt ja noch was. Traditionell ist aber die Woche vor dem Karnevalswochenende zumindest in den Hochburgen eher nachfrageschwach.
Bei den Exporten tut sich weiterhin auch nicht viel. Es ist immer noch zu kalt für Verladungen in einige Destinationen und da, wo man gut hinfahren kann, sind auch wieder Anbieter aus Frankreich zur Stelle, die für weniger als 10,00 EUR/dt ab Station Kartoffeln auf den Weg schicken.
Eine Änderung der prekären Marktsituation ist eher nicht in Sicht. Eine Umfrage bei Bauerverbänden und Landwirtschaftskammern zeigt, dass die Vorräte überall noch sehr groß sind, was sowohl für Speise- wie auch für Verarbeitungskartoffeln gilt und auch für Vorräte, welche Direktvermarkter angelegt haben. Wenn mal die Vorräte deutlicher abgebaut werden konnten, dann, weil sich der Lagerhalter eine alternative Verwertung zum angepeilten Vermarktungsziel gesucht hat. Vermutlich müssen diesen Weg noch eine ganze Reihe von Erzeugern gehen.

13.02.2026
Zwiebelmarkt unter Druck
Pflanzen

(AMI) Regional endet die Vermarktung frischer Ware und es wird schrittweise auf Kühllagerbestände umgestellt. Trotz steigendem Sortieraufwand bleibt das Angebot hoch – Preisanpassungen sind nicht in Sicht.

Regional beenden erste Erzeuger in den kommenden Tagen die Vermarktung frischer Ware, und es erfolgt lokal schrittweise die Umstellung auf Zwiebeln aus den Kühllagern. Mit dem Fortschreiten der Saison steigt der Sortieraufwand. Dennoch bleibt das Angebot weiterhin sehr umfangreich, sodass sich keine Preisanpassungen durchsetzen lassen. In der laufenden 7. Woche liegen die Preise für gelbe, mittelfallende Zwiebeln, je nach Region und Qualität, weiterhin zwischen 14,00 und 17,00 EUR/dt in Big Bags ab Station.
Die Nachfrage nach roten Zwiebeln ist stetig. Der Sortieraufwand ist teils höher als bei gelben Zwiebeln und bei ersten Erzeugern neigt sich die Vermarktung bereits dem Ende entgegen. Dennoch kann auf ein ausreichendes Angebot zurückgegriffen werden, um die Nachfrage zu bedienen.

13.02.2026
Webinar zum genetischen Pflanzenschutz im Weizen am 25.02.
Pflanzen

Am 25.02.2026, 11:00-12:00 Uhr veranstaltet der Getreidefonds Z-Saatgut e.V. (GFZS) ein Webinar aus der KornKompetenz-Online Seminarreihe. Thema ist „Genetischer Pflanzenschutz im Weizen – Sortenresistenzen gegen Brand- und Blattkrankheiten gezielt nutzen“. Referent ist der Leiter des Sachgebietes Mykologie und abiotische Schadursachen der LWK Niedersachsen Dr. Hendrik Hanekamp.
Für die Teilnahme ist eine vorherige Anmeldung nötig. Weitere Informationen sowie die Anmeldemaske finden Sie unter https://www.z-saatgut.de/webinare/

13.02.2026
20 Jahre Vogelgrippe in Deutschland
Geflügel

(FLI) Das hochpathogene aviäre Influenzavirus H5N1 wurde Mitte der 1990er Jahre in China identifiziert und gelangte über Zugvögel nach Europa. In Deutschland wurde es erstmals am 14. Februar 2006 nachgewiesen – ein Ereignis, das starke öffentliche Reaktionen auslöste und zu umfangreichen Schutzmaßnahmen führte. Der Ausbruch markierte zugleich den ersten breiten Einsatz der Real-Time-PCR, die seitdem stetig weiterentwickelt wurde. Moderne Sequenzierverfahren ermöglichen heute die schnelle Analyse kompletter Virusgenome und verbessern Rückverfolgung, Risikobewertung und Behördenabstimmung. Parallel hat sich H5N1 global weiterverbreitet und wiederholt Ausbrüche in Europa und Deutschland verursacht – einschließlich ungewöhnlicher Ereignisse wie Euterentzündungen bei Milchkühen in den USA. Im Geflügelsektor führte das Virus zu erheblichen wirtschaftlichen Schäden und zeitweisen Lieferengpässen. Der Schutz von Nutztieren und Wildvögeln und die Bewertung potenzieller zoonotischer Risiken bleiben zentrale Herausforderungen.