(DBV) Die Bewerbungsphase für das erfolgreiche Mentoring-Programm „Kompass“, einer Initiative des DBV-Fachausschusses Unternehmerinnen, geht vom 01.09. bis 15.10.2025 in die dritte Runde. Gesucht werden 10 Mentees, die aktiv in der Landwirtschaft sind, sich persönlich weiterentwickeln und Teil eines umfassenden Netzwerks in der Agrarbranche werden möchten. Das Programm startet im Februar 2026 in Berlin. Weitere Informationen zum Programm und Bewerbung sind auf der Homepage des DBV zu finden.
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Aktuelles aus dem Kreisverband
Aktuelles aus dem Landesverband
05.09.2025
05.09.2025
Milchmarkt Milch und Rind
(AMI, ZMB) In der 34. KW sank die Milchanlieferung im Wochenvergleich um 1,2 %, lag aber 2,3 % über dem Vorjahresniveau. 2024 war das Milchaufkommen zur gleichen Zeit wegen der Blauzungenkrankheit deutlich stärker zurückgegangen. Abgepackte Butter bleibt gefragt, Bestellungen steigen nach Ferienende leicht. Preis in Kempten am 03.09.2025 unverändert bei 7,00-7,60 EUR/kg. Blockbuttermarkt belebt sich, Angebot steigt, Preise sinken. Akteure agieren abwartend, Bedarf für Quartal 4 besteht. Kempten notierte hier am 03.09.2025 6,70-7,00 EUR/kg. Schnittkäsemarkt mit normaler Nachfrage und ausreichendem Angebot. Export uneinheitlich, Preise sinken bei neuen Abschlüssen.

MMP-Markt ruhig mit wenig neuen Abschlüssen und eher schwacher Nachfrage, die Preise zeigen sich leicht rückläufig. VMP-Markt ruhig, Nachfrage aus der Schokoladenindustrie verhalten. EU-Ware ist international wenig wettbewerbsfähig, Preise uneinheitlich mit schwächerer Tendenz. MP-Markt fest, Futtermittelware gefragt mit höheren Preisen. Lebensmittelware stabil, Molkenderivate stützen die Lage.
05.09.2025
Rindermarkt: Europäische Rindfleischerzeugung sinkt Milch und Rind
(AMI) Im ersten Halbjahr 2025 ist die Zahl der Rinderschlachtungen in der EU im Vergleich zum Vorjahreszeitraum deutlich gesunken. Von Januar bis Juni wurden insgesamt 10,5 Mio. Rinder für die Fleischerzeugung genutzt, das entspricht einem Rückgang von knapp 5 % gegenüber dem Vorjahr.
In 22 der 27 EU-Mitgliedstaaten wurden rückläufige Schlachtzahlen erfasst. Die wenigen Länder, die ihre Schlachtaktivitäten erhöht haben, zählen eher zu den kleineren Rindfleischproduzenten. Die Rückgänge im Vergleich zum Vorjahr fallen regional sehr unterschiedlich aus: Während Polen mit einem Minus von lediglich 0,4 % nahezu stabile Zahlen aufweist, wurden in den Niederlanden 12,1 % weniger Rinder geschlachtet.
Wie in den Vorjahren war Frankreich mit 1,9 Mio. Schlachtungen der größte Produzent, gefolgt von Deutschland. Beide Länder haben ihre Schlachtaktivitäten reduziert. Die Hauptursache für den Rückgang ist der vielerorts gesunkene Rinderbestand, der in den vergangenen Jahren kontinuierlich abgenommen hat. Von 2020 bis 2024 verringerte sich die Zahl der in der EU gehaltenen Rinder um 6 % oder 4,7 Mio. Tiere. Auch für das Jahr 2025 wird mit einem weiteren Rückgang des Bestandes gerechnet und damit mit weiterhin sinkenden Schlachtzahlen in der EU.
05.09.2025
Großes Angebot belastet Weizenkurse Pflanzen
(AMI) Die internationalen Weizenkurse stehen nach wie vor unter Druck. Nach den großen Ernten auf der Nordhalbkugel zeichnen sich nun auch auf der Südhalbkugel überdurchschnittliche Weizenernten ab. Dies dürfte den Wettbewerb am Weltmarkt weiter verschärfen.
Die Weizenkurse in Paris beendeten die zurückliegende Berichtswoche mit deutlichen Abwärtskorrekturen. Am 3. September 2025 schloss der Fronttermin September 25 bei 182,25 EUR/t, ein Minus von 10,25 EUR/t. Der aktivste Kontrakt, Dezember 25, notierte zuletzt bei 190,25 EUR/t und damit 3,75 EUR/t unter dem Niveau der Vorwoche.
Belastet wurden die Kurse vor allem durch das umfangreiche globale Angebot. Neben den großen Ernten in der nördlichen Hemisphäre drückte auch die Nachricht, dass Australien auf eine überdurchschnittliche Weizenernte zusteuert. Nach Angaben von ABARES dürfte die Ernte 2025 bei 33,8 Mio. t liegen und damit gut 22 % über dem 10-Jahres-Schnitt. In der Folge wird mit steigenden Exporten aus Australien gerechnet, was den ohnehin intensiven Wettbewerb am Weltmarkt zusätzlich verschärft.
Auch für Argentinien, einen weiteren wichtigen Weizenexporteur der südlichen Hemisphäre, stehen die Zeichen auf eine große Ernte. Nach Angaben der Getreidebörse von Buenos Aires befinden sich derzeit 99,5 % der 6,7 Mio. ha in einem normalen bis ausgezeichneten Zustand. Ergiebige Niederschläge im August kamen den Feldbeständen zugute. Eine offizielle Produktionsschätzung für 2025/26 gab die Börse zwar noch nicht ab, das USDA prognostiziert jedoch bereits 19,7 Mio. t – rund 1,1 Mio. t mehr als im Vorjahr. Die Weizenernte beginnt in Argentinien im November und reicht im Gebiet rund um Buenos Aires bis in den Januar hinein. Damit ist auch hier mit einem größeren Exportpotenzial zu rechnen. Wichtige Abnehmer sind neben dem Nachbarland Brasilien auch asiatische Destinationen wie Indonesien.
Russische Exporte verschärfen Wettbewerb
Wie schwer es derzeit ist, Weizen am Weltmarkt zu platzieren, zeigen die EU-Außenhandelsdaten. In den ersten beiden Monaten der Saison 2025/26 wurden lediglich 2,6 Mio. t exportiert – 44 % weniger als im Vorjahreszeitraum. Allerdings fehlen in den bisherigen Statistiken noch die Daten des größten Weizenerzeugers der Union, Frankreich.
Ein weiteres Baisse-Argument sind die rückläufigen Preise für russischen Exportweizen. Angesichts des großen Angebots gaben die Notierungen zuletzt deutlich nach. Russischer Weizen mit 12,5 % Proteingehalt lag am 2. September bei rund 230–232 USD/t fob, Partien mit 11,5 % Protein bei 226–228 USD/t fob – gut 4 USD/t weniger als vor zwei Wochen. Damit ist russischer Weizen aktuell rund 2 USD/t günstiger als das französische Pendant.
Begrenzt wurde der Preisrückgang allerdings durch die mangelnde Verkaufsbereitschaft russischer Erzeuger, die bisher nur zögerlich am Markt auftreten. Zwar wird erwartet, dass die russischen Exporte im August bei fast 4 Mio. t liegen und sich damit gegenüber Juli nahezu verdoppeln. Für beide Monate zusammengenommen bleiben die Ausfuhren mit 8,0 Mio. t jedoch deutlich hinter dem Vorjahreswert von 9,9 Mio. t sowie dem 5-Jahres-Durchschnitt von 8,1 Mio. t zurück. Insgesamt erwartet das Beratungsunternehmen SovEcon für das Gesamtjahr dennoch einen deutlichen Anstieg der russischen Exporte gegenüber dem Vorjahr um 2,9 auf 43,7 Mio. t – trotz des schwachen Starts in die laufende Vermarktungsperiode.
Ein ähnliches Bild zeigt sich in Deutschland: Viele Landwirte räumen derzeit lieber ihre Rapsbestände und halten am Weizen fest. Aufgrund der auseinanderklaffenden Preisvorstellungen fällt es Exporteuren schwer, passende Partien zusammenzustellen, um etwaige Anfragen aus Nordafrika zu bedienen.
05.09.2025
Getreide-Kassamarkt reagiert auf Kapriolen am Terminmarkt Pflanzen
(AMI) Der Kursverfall von 12 EUR/t vor dem Ende des September-Kontraktes in Paris geht am Kassamarkt zwar nicht spurlos vorüber, aber der Blick ist auf den Dezember-Kontrakt gerichtet.
n der 36. KW zeigt sich der deutsche Brotgetreidemarkt weiterhin von seiner ruhigen Seite. Die Handelsaktivitäten sind in allen Regionen stark limitiert. Hauptursache ist der anhaltende Preisverfall, der die ohnehin nur auf Sparflamme laufende Abgabebereitschaft der Erzeuger zunehmend drosselt. Die Erzeugerpreise für Mahlweizen und Brotroggen verloren mir Blick auf schwache Terminnotierungen im Schnitt 5 EUR/t gegenüber Vorwoche, Braugerste 1,50 EUR/t. Für Eliteweizen werden in der 35. KW 55 EUR/t weniger geboten als vor einem Jahr, für Qualitätsweizen 36,50 EUR/t und für Brotweizen 21 EUR/t. Braugerste liegt frei Erfasserlager 39,50 EUR/t unter Vorjahresniveau, Brotroggen 10,50 EUR/t.
Die geringe Abgabebereitschaft für Mahlgetreide wird allmählich zum Problem, beklagen die Handelshäuser. Exporteure finden nicht genug homogene Ware, um damit potenzielle Nachfrage zu bedienen. So soll es Anfragen aus Marokko oder Westafrika nach deutschem Weizen geben, die aufgrund fehlenden Verkaufsangebote nur mühsam bedient werden können.
Auf der anderen Seite fehlt es in Deutschland an qualitätsschwachem Brotweizen. So laufen aktuell drei Schiffe aus Schweden mit rund 10.000 t proteinschwächerem Mahlweizen im Rostocker Hafen ein. Außerdem kommen aus Dänemark 2.850 t Braugerste für die Malzfabrik.
Den Verlust vom Terminmarkt weist der Kassamarkt nicht ganz auf. Handelsunternehmen und Verarbeiter sind durchaus an Ware interessiert und lassen die Prämien nicht ins Bodenlose abgleiten. So verlor Weizen franko Mühle im Schnitt 2-3 EUR/t. Franko Hamburg wird prompter Qualitätsweizen am 03.09.25 mit 207 EUR/t bewertet und so 3 EUR/t schwächer. Brotweizen verlor dort nur 1 auf 197 EUR/t. Demgegenüber geben die Mühlen 3 EUR/t weniger für Brotweizen, franko Niederrhein für September-Ware 192 EUR/t für Lieferungen ab Oktober 199 EUR/t. Brotroggen wird am Niederrhein mit 182 EUR/t bewertet und damit 2 EUR/t unter Vorwochenlinie. Braugerste wird mit 229 EUR/t einen Euro unter Vorwochenlinie franko Oberrhein offeriert.

05.09.2025
Erste Qualitätsangaben zur deutschen Getreideernte Pflanzen
(AMI) Hinsichtlich der Qualität der Getreideernte 2025 sind zum gegenwärtigen Zeitpunkt nur sehr vorsichtige Einschätzungen möglich. Vom Max-Rubner-Institut wurde bisher nur eine zufällige Auswahl der Proben aus den Ländern analysiert worden. Repräsentativ für die deutsche Ernte sind diese Ergebnisse noch nicht.
So wurden für Weizen aus den Proben der Besonderen Ernte- und Qualitätsermittlung erst 73 % der Probeschnitte und 31 % der Volldrusche ausgewertet. Es muss daher mit einer deutlichen Anpassung bei den endgültigen Werten gerechnet werden, insbesondere da viele Proben aus dem Zeitraum nach der regenbedingten Ernteunterbrechung noch nicht analysiert werden konnten.
Beim Weizen weisen die bis dato analysierten Proben einen Rohproteingehalt von 12 % auf; die Ernte 2024 erreichte im Schnitt 11,6 %. Den höchsten durchschnittlichen Rohproteingehalt von 13,6 % weisen die bisher ausgewerteten Proben aus Bayern auf. Das Schlusslicht bildet Nordrhein-Westfalen mit 10,5 %. Auch der Sedimentationswert, ein indirektes Maß zur Bestimmung der Proteinqualität, liegt mit 40 mm etwas über dem Niveau des Vorjahreswertes von 38 mm. Insgesamt ist die Klebergüte als dehnbar und elastisch einzustufen, der Feuchtklebergehalt im Schrot von 22,6 % bleibt jedoch auf dem niedrigen Vorjahresniveau. Bezüglich des Kriteriums Fallzahl sind die bisher eingegangen Proben der Weizenernte bislang unauffällig, sie liegen im Mittel bei 337 s und damit unter den 356 s des Vorjahres. Allerdings wurde ein Großteil der bisher ausgewerteten Proben vor den anhaltenden, niederschlagsbedingten Ernteunterbrechungen gezogen. Bei Weizenbeständen, die in erntereifem Zustand über einen längeren Zeitraum Feuchtigkeit ausgesetzt sind, kann es zu einer Abnahme der Fallzahl kommen. Bei diesem Kriterium sind daher bei den endgültigen Werten größere Abweichungen möglich.
Mit 0,19 Gewichtsprozent wurde bislang bereits mehr Auswuchs als im Vorjahr (0,06 Gewichtsprozent) festgestellt, der ebenfalls bei verzögerter Ernte vermehrt auftritt. Das Hektolitergewicht zeigt sich in diesem Jahr mit 78 kg/hl etwas besser als die 75,4 kg/hl vom Vorjahr. Der Schmachtkornanteil liegt mit 0,38 Gewichtsprozent deutlich unter den 0,81 Gewichtsprozent des Vorjahres.

05.09.2025
Niederschläge begünstigen Auflaufen der Rapskulturen Pflanzen
(AMI) Die Rapsaussaat zur Ernte 2026 konnte regional abgeschlossen werden. Flächendeckende Niederschläge lassen dabei optimistisch auf die weitere Entwicklung der Kulturen blicken.
Ging es Ende August noch bergab, konnten sich die Rapsnotierungen an der Pariser Börse Anfang September wieder befestigen. Auf Wochensicht konnte das Niveau dennoch nicht gehalten werden. So schloss der Fronttermin November am 04.09.2025 bei 461,25 EUR/t und damit rund 4,25 EUR/t unter dem Niveau der Vorwoche. Auch Partien der Ernte 2026 können ihr Niveau nicht halten, hier fällt der Rückgang mit einem Minus von gut 3 Euro auf 463,25 EUR/t allerdings etwas weniger deutlich aus. Druck kam dabei insbesondere aus Kanada, denn auch an der Börse in Winnipeg ging es abwärts. Auslöser dafür war die Aussicht auf eine größere kanadische Ernte.
Auch auf Großhandelsebene geht es abwärts. So sind franko Hamburg zur Lieferung ab September mit 459 rund 1 EUR/t weniger möglich als noch in der Vorwoche. Das Minus wird hier allerdings durch eine leicht angehobene Prämie gedämpft. Zurückgenommen wurde dagegen das Aufgeld für Partien franko Niederrhein. Vor diesem Hintergrund wächst mit 466 EUR/t auch die Differenz zum Vorwochenwert auf 3 EUR/t. Dabei bleiben die Umsätze auch weiterhin überschaubar. Der Handel konzentriert sich ohnehin lediglich auf vordere Lieferpositionen, mit dem Abschluss langfristiger Kontrakte wird auch weiterhin abgewartet. Parallel dazu sind umfangreiche Rapsimporte angekündigt: Mehrere Lieferungen im Umfang von jeweils mehreren 10.000 t sollen in den nächsten Wochen eintreffen.
Auf Erzeugerebene können sich die Rapspreise den schwachen Vorgaben aus Paris nicht entziehen. So sind im Bundesdurchschnitt für Partien der Ernte 2025 rund 439 EUR/t im Gespräch und damit 4,70 EUR/t weniger als noch in der Woche zuvor. Die Meldungen aus den einzelnen Bundesländern rangieren dabei in einer Spanne von 418-460 EUR/t. Am heimischen Rapsmarkt dominiert ebenfalls Zurückhaltung. Sowohl Ölmühlen als auch Erzeuger warten vorerst die weiteren Entwicklungen ab. Landwirte konzentrieren sich vielmehr auf betriebsinterne Arbeiten wie Bonituren sowie die Kontrolle und Sortierung der eingelagerten Bestände. So bleiben nennenswerte Umsätze auch weiterhin aus.
Positiv wird indes von der Rapsaussaat berichtet, welche unter insgesamt günstigen Bedingungen gebietsweise abgeschlossen werden konnte. In vielen Regionen haben sowohl in der vergangenen als auch in der laufenden Woche flächendeckende Niederschläge eingesetzt, die für eine gute Bodenfeuchte sorgten und damit ideale Voraussetzungen für das gleichmäßige Auflaufen der Bestände geschaffen haben. Damit starten die Kulturen vielversprechend in die nächste Vegetationsphase. Nur vereinzelt benötigen die Kulturen noch Regen.
05.09.2025
Wettbewerb um die besten Kartoffelangebote Pflanzen
(AMI) Im LEH sorgen Sonderaktionen für Furore. Discounter mischen mit. Der Druck auf Erzeugerpreise steigt. Die müssen das wohl noch Wochen aushalten, was keine gute Nachricht für Landwirte ist – für Verbraucher schon. Ob die aber nachhaltig mehr Kartoffeln kaufen?
Wie immer um diese Jahreszeit wird im LEH kräftig für Speisekartoffeln geworben. Anders als im Vorjahr sind die Lieferanten bereit, auf immer niedrigere Preise einzusteigen. Am unteren Ende sind die Aktionen im LEH schon bei nur noch knapp 0,40 EUR/kg angekommen. Mancher Einkäufer im LEH stellte schon fest, dass der Verkaufspreis des Mitbewerbers niedriger war als sein eigener Verkaufspreis, was Konsequenzen nach sich zieht. Dabei ist der Höhepunkt der Werbewelle noch nicht erreicht. Üblicherweise ist der zum Ende des Monats zu verorten. Für die KW 39 werden wohl bald die Aufforderungen vor allem der Vollsortimenter zur Angebotsabgabe an die Lieferanten kommen. Auch wenn dann die Packungsgrößen für sogenannte Einkellerungs- oder besser Bevorratungskartoffeln größer als sonst üblich sein werden, der jetzige Tiefstpreis wird wohl nicht zu halten sein.
Mit dem Wettbewerb im LEH wächst derzeit der Druck auf die Erzeugerpreise. Diese Woche werden zwar in NRW und in Niedersachsen 14,00 EUR/dt notiert, für Sonderaktionen wird sich aber locker immer jemand finden, der es noch günstiger kann. Auch wenn ein Teil der Branche die Abwärtsspirale verhindern wollte, der Markt ist immer stärker. Aus Ostdeutschland werden Preise nahe der Marke von 10,00 EUR/dt genannt – nah von beiden Seiten.
Für den Verbraucher ist das gut. Er bekommt außerdem noch gute Qualitäten geliefert. Kompromisse bei der optischen Beschaffenheit der Kartoffeln muss wohl keiner eingehen, wenn man aus den Vollen schöpfen kann. Das wird nun auch noch ein paar Wochen so bleiben. Längst läuft überall die Haupternte für das Winterlager an. Das dürfte gut voll werden und bei manchem Erzeuger auch etwas zu klein sein. Daher werden aber die kommenden Herausforderungen noch nicht resultieren. Es sind vielmehr die vielen Neueinsteiger, die nicht über ausreichende oder überhaupt keine Lagermöglichkeiten verfügen. Die müssen verkaufen bzw. räumen – oder ihnen bringt noch jemand bei, wie ordentliche Feldmieten anzulegen sind. Ob sich das aber lohnt?
Doppelnutzungssorten haben derzeit weder in der Stärkeherstellung noch bei den Produzenten von Kartoffelprodukten für die menschliche Ernährung einen Markt. Sie sind auch Teil des Problems am überfüllten Speisekartoffelmarkt.
Gelegentlich ist zu hören, dass in Ost- und Südosteuropa im weiteren Verlauf noch zusätzlicher Bedarf an Speisekartoffeln aufkommen könnte. Im Norden Polens war es zu nass und Probleme mit Fäulnis treten auf, ab Südpolen fehlte Wasser und die Erträge könnten etwas zurückfallen. Die Erfahrung lehrt aber, dass die Zusatzmengen für Ost- und Südosteuropa nie ausreichen, um eine hierzuladen zu große Ernte zu entlasten. Sie sind allenfalls gut für die Stimmung, was aber nur ein kurzes Glück bedeuten kann, wenn dann deswegen während der Haupternte mehr zurückgehalten wird.

