Gülleausbringung nach Mais in der Regel verboten!

2012-09-26 15:30 von landvolk (Kommentare: 0)

Gemäß Düngeverordnung dürfen Düngemittel wie zum Beispiel Gülle, Jauche, flüssige Gärreste, Geflügelkot oder flüssiger Klärschlamm auf Ackerland nach der Ernte der letzten Hauptfrucht nur dann ausgebracht werden, wenn - abgesehen von auf dem Feld verbliebenem Getreidestroh - im Herbst noch ein Anbau erfolgt. Eine Düngung ist dann nur bis zur Höhe des aktuellen N- Düngebedarfes der Kultur zulässig. Bis zu der in der Düngeverordnung genannten Höchstmenge von 40 kg/ha Ammonium-N bzw. 80 kg/ha Gesamt-N darf nur gedüngt werden, wenn noch ein Düngebedarf in dieser Höhe gegeben ist. Achtung: Maisstroh ist kein Getreidestroh!

Demnach ist eine Düngung immer dann verboten, wenn die im Herbst angebaute Kultur keinen herbstlichen N-Düngebedarf mehr hat. Bei der Aussaat von Wintergetreide nach spät räumenden Vorfrüchten im Oktober ist dies, insbesondere auf langjährig organisch gedüngten Flächen, der Fall. Der vorhandene Stickstoff im Boden reicht in der Regel für die kurze Zeit der Jugendentwicklung des Getreides bis zur Vegetationsruhe vollkommen aus.

Unter Berücksichtigung der N-Nachlieferung des Bodens sowie der spät räumenden Vorfrüchte ist in der Regel im Herbst eine Güllegabe nach Mais, Kartoffeln, Raps, Zuckerrüben, Körnerleguminosen und Gemüse nicht möglich.

In diesen Fällen stellt die Ausbringung der genannten Dünger einen CC-Verstoß dar, der Prämienkürzungen nach sich zieht (3% Kürzung).

Vor diesem Hintergrund kommt einem ausreichenden Güllelagerraum eine noch größere Bedeutung zu! Informieren Sie sich über Fördermöglichkeiten, z.B. im Rahmen der AFP-Förderung.

Aus pflanzenbaulicher Sicht war in den vergangenen Jahren eine frühe Grunddüngung des Getreides mit Gülle bei entsprechenden Witterungs- und Bodenverhältnissen durchaus sinnvoll. Daher soll an dieser Stelle auf die Möglichkeit der Verschiebung der Sperrfrist hingewiesen werden.

Nähere Infos zur DüngeVO, zur Verschiebung der Sperrfrist und zur AFP-Förderung erhalten Sie auf der Seite der LWK Niedersachsen: http://www.lwk-niedersachsen.de

Zurück