Niedersächsisches Landvolk Kreisverband Rotenburg-Verden e.V.

Unsere Tradition: Die Zukunft sichern

10 Erwartungen der Landwirtinnen und Landwirte

für eine produktive, nachhaltige und systemrelevante Landwirtschaft in Niedersachsen

Die Landwirtschaft ist bereit zur Weiterentwicklung, steht aber unter großem Anspruchsdruck. Sie soll Ernährung sichern, Klima schützen, Tierwohl umsetzen, Flächen erhalten, Umwelt schützen, Arbeit und Heimat bieten und ländliche Räume stabilisieren. Dafür braucht sie Unterstützung, und es gelingt nur mit verlässlichen politischen Rahmenbedingungen und praktikablen Lösungen.

Daraus folgen 10 Erwartungen für das Jahr 2026:

1. Agrar- und Ernährungswirtschaft als Schlüsselbranche in Niedersachsen anerkennen und stärken

Politische Priorität für Investitionen und Wettbewerbsfähigkeit. Investitionswille ist da!

  • Agrar- & Ernährungswirtschaft als tragende Schlüsselbranche in Niedersachsen anerkennen
  • Aktive Förderung aus allen Politikbereichen auf Landesebene
  • Eindeutige Unterstützung für nachhaltige Produktivität auf Bundes- und EU-Ebene
  • Exportstrategie des Bundes unterstützen

2. Planungssicherheit für nachhaltige Investitionen der Generationen schaffen

Kurzfristige Regeländerungen verhindern Investitionen, langfristige Entscheidungen!

  • Langfristige, verlässliche Rahmenbedingungen
  • Keine politischen Alleingänge, da Wirtschaft im Wettbewerb steht; im System denken!
  • Klare Übergangsfristen und verbindliche, langfristige Zusagen für Betriebe und Investoren

3. Bürokratie abbauen durch mehr Vernetzung & Zielvorgaben statt Mikrosteuerung

Regelungsdichte blockiert Praxis, schnelle Entscheidungen für Innovation und Akzeptanz sind erforderlich.

  • Zielwerte vorgeben statt Detailregelungen für die Umsetzung
  • Mehr Vertrauen geben, auf risikoorientierte Kontrollen konzentrieren
  • Berichts-, Melde- und Genehmigungspflichten reduzieren
  • Doppelerfassungen streichen, digitale, vernetzende Lösungen forcieren
  • Verfahren beschleunigen, Entscheidung schneller treffen

4. Investitionen ermöglichen – mit rechtlichem Freiraum und schnellen Genehmigungen

Stallbau, Umbau und Modernisierung hängen im Genehmigungsverfahren fest.

  • Bauen und Modernisieren im Bestand privilegieren
  • Genehmigungsfiktionen einführen, mehr Eigenverantwortung und Risiko zulassen
  • Förderanträge vereinfachen, weniger Detailauflagen
  • Innovationsfreiräume durch Befreiungsoptionen schaffen

5. Tierhaltung weiterentwickeln und international zukunftsfest machen

Wertschöpfung und Versorgungssicherheit brauchen stabile, bedarfsgerechte Nutztierhaltung.

  • Kein Bestandsabbau durch politische Vorgaben
  • Tierwohlgerechte Modernisierung aller Haltungsformen gezielt unterstützen
  • Bundesförderung fortsetzen
  • Export im Rahmen der internationalen Wirtschaftskreisläufe stärken
  • Keine nationalen Alleingänge, sondern Einbindung in globale Wirtschaftskreisläufe
  • Aktives Wolfsmanagement zum Schutz der Weidehaltung

6. Praxistaugliches Dünge- und Pflanzenschutzrecht für klimaangepassten Pflanzenbau schaffen

Effizienter, resilienter Pflanzenbau im Klimawandel braucht variable betriebs-, standort- und klimaangepasste Düngung und Pflanzenschutz.

  • Über Ziele statt über Einzelvorgaben steuern
  • Verursacherprinzip konsequent anwenden
  • Betriebsebene statt Schlagmeldung, detailorientierte Dokumentationspflichten reduzieren
  • Befreiungsoptionen ermöglichen
  • System wie ENNi mit risikoorientierter Kontrolle bundesweit einsetzen
  • Klar an Gerichtsurteilen orientieren
  • Bedarfsgerechte und wissenschaftsbasierte Pflanzenschutzzulassung vorantreiben
  • Innovationsdynamik im integrierten Pflanzenbau stärken

7. Klimaschutz mit Fokus auf effiziente Landwirtschaft verfolgen

Effiziente Landwirtschaft schafft Einklang von Klimaschutz, Produktivität und Wettbewerbsfähigkeit.

  • Klimastrategien nur mit integrierten, praxisgerechten Maßnahmen
  • Einheitliche Klimabilanzierung auf Produktebene mit betrieblich steuerbaren Indikatoren priorisieren
  • Fokus auf Effizienz, Produktivität und integrierten Pflanzenbau
  • Fair besetzter Klima-Rat
  • Klare Förderanreize statt zusätzlicher Auflagen
  • Wasserrecht an den Klimawandel anpassen, Ernährungssicherheit priorisieren
  • Produktionsverlagerung und Standortbenachteiligung in Niedersachsen verhindern

8. Landwirtschaftliche Flächen konsequent schützen, produktionsintegriert kompensieren

Versorgungssicherheit braucht landwirtschaftliche Fläche in Bewirtschaftung.

  • Flächenverbrauch begrenzen
  • Vorrang für landwirtschaftliche Nutzung sichern
  • Produktionsintegrierte Kompensation nutzen
  • Kein zusätzliches Agrarstrukturrecht ohne Mehrwert

9. Betriebliche Kooperationen fördern – Umweltleistungen honorieren

Anerkennung von Kooperationen steigert Erfolge bei Umweltleistungen.

  • Bestehende Kooperationen (z. B. Niedersächsischer Weg, Trinkwasser-, Arten- und Bodenschutz) anerkennen & verlässlich finanzieren
  • Partnerschaftlich weiterentwickeln (Version 2.0)
  • Förderkonditionalitäten streichen (GLÖZ etc.)
  • Agrar-Umweltkooperationen gezielt fördern

10. Ländlichen Raum in Europa wertschätzen und stärken, weniger regulieren

EU-Recht soll Innovation, Wettbewerbsfähigkeit & Lebensqualität im ländlichen Raum fördern:

  • Lebens- und Arbeitsperspektiven im Ländlichen Raum fördern
  • Regionale Kooperationen gezielt fördern
  • Regionale Budgets für standortgerechte Projekte erleichtern
  • EU-Ordnungsrecht begrenzen
  • Innovationshemmnisse durch Detailregeln im Förderrecht abbauen, Freiräume schaffen