Die wichtigsten Veranstaltungen und Verbandsinformationen auf einen Blick. Informieren Sie sich über anstehenden Events sowie lokale Nachrichten aus dem Kreisverband und erhalten Sie täglich aktualisierte Informationen zu den verschiedenen Betriebszweigen von unserem Landesverband.
Ende letzter Woche haben sich EU-Agrarministerrat und EU-Parlament zur GAP-Reform bzw. den entsprechenden Vorschlägen der EU-Kommission positioniert. Auch die gemeinsame Marktorganisation ist in Verhandlung. Während Kommission und Ministerrat die Marktorganisation für Krisenzeiten als ausreichend erachten, möchte das Parlament eine Wende vollziehen: Es soll für alle Agrarsektoren ein Mechanismus installiert werden, der in Krisenzeiten für Erzeuger eine Strafabgabe vorsieht, die im Vergleich zum Vorjahr die Produktion erhöht haben. Der DBV-Verbandsrat hat sich mit Blick auf die GAP-Verhandlungen für eine Prüfung ausgesprochen, ob die öffentliche Intervention nur denjenigen Unternehmen zur Verfügung stehen soll, die mit Anlieferungsreduktionen ihrer Verantwortung für den Gesamtmarkt nachkommen. EU-Kommission, -Agrarministerrat und -Parlament gehen nun in die Trilog-Verhandlungen, die im 1. Quartal 2021 abgeschlossen werden sollen.
Das Thünen-Institut hat eine Status-Quo-Darstellung zur Milcherzeugung sowie dem Handel von Milchprodukten veröffentlicht. Von 2010 bis 2019 ist die Milcherzeugung in Deutschland um 12 Prozent gestiegen mit weiter leicht steigender Tendenz. Vor allem in Nordwest-Niedersachsen und Schleswig-Holstein hat die Produktion erheblich zugenommen. Die Ausfuhren von Milchprodukten haben im Jahr 2019 einen Wert in Höhe von fast 10 Mrd. EUR erreicht. Das Außenhandelssaldo ist positiv und beträgt ca. 2 Mrd. EUR. In den vergangenen 20 Jahren haben die Hälfte der Betriebe die Milcherzeugung eingestellt. Der Bericht ist hier abrufbar.
(AMI) – Die Exporte von deutschen Zucht- und Nutzrindern fielen im Zeitraum von Januar bis September dieses Jahres im Vergleich mit dem Vorjahr geringer aus. Beim Vergleich mit 2019 wurden nun 5 % weniger Tiere exportiert. Zuvor konnten seit 2013 jedes Jahr steigende Exportzahlen beobachtet werden. Der Hauptgrund für diese Entwicklung ist der gesunkene Rinderbestand in Deutschland, wodurch weniger Rinder für den Außenhandel zur Verfügung stehen. Zusätzlich lassen verschärfte Vorschriften für längere Tiertransporte in sogenannte Drittländer außerhalb der EU sowie teilweise keine Zulassung von Abfertigungen die Vermarktung dorthin deutlich zurückgehen. Nach wie vor sind die Niederlande der mit Abstand größte Abnehmer für deutsche Rinder. Fast drei Viertel aller ausgeführten Rinder fanden in unserem Nachbarland ihr Ziel. Dabei handelt es sich mit fast 90 % zum größten Teil um schwarzbunte Nutzkälber, welche dort für die Kälbermast verwendet werden. Während die Niederländer nur leicht geringere Stückzahlen abnahmen, waren die Rinderlieferungen nach Italien und Spanien stärker rückläufig. Deutlich erhöht wurden dagegen die Lieferungen ins Vereinigte Königreich, Marokko und Algerien, allerdings auf relativ niedrigem Niveau.
(AMI) – Mittlerweile werden auch die Schlacht- und Zerlegekapazitäten bei den Rindern durch mit Corona infizierte Mitarbeiter reduziert. So wurde im Süden die Schlachtstätte in Ulm wegen Corona infiziertem Personal vorübergehend geschlossen. Gleichzeitig wird das Angebot an Schlachtrindern umfangreicher eingestuft. Dadurch kommt es im Handel mit Schlachtrindern zu Preisdruck. In der Folge werden besonders Schlachtkühe zu deutlich schwächeren Preisen gehandelt. Bei den Jungbullen fällt die Nachfrage größer aus als bei weiblichen Schlachtrindern und die Preisnachlässe sind nur geringfügig.
(AMI) – Über die ersten drei Quartale 2020 haben die privaten Haushalte deutlich mehr Geld für Bio-Milch im LEH ausgegeben als im Vorjahreszeitraum. Laut AMI Analyse des GfK-Haushalts-panels lagen die Ausgaben der Bio-Kunden bei den Vollsortimentern und Discountern 20,5 % über dem Vorjahreswert. Auch die sonstigen Einkaufsstätten, beispielsweise die Direktvermarktung, Wochenmärkte und Abokistenhändler, haben insgesamt gegenüber dem Vorjahr zugelegt (+6,6 %). Insbesondere im ersten Halbjahr 2020 zeigte sich, dass die Verbraucher neben dem ökologischen Erzeugnis auch Regionalität und Erzeugernähe zu schätzen wissen. Insgesamt lagen die Ausgaben der deutschen Haushalte für Bio-Milch rund 18 % über dem Vorjahreszeitraum.
(AMI) – Die deutsche Anlieferung von Bio-Milch hält weiterhin nicht mit der stark wachsenden Nachfrage Schritt. Für den Bio-Milchmarkt bedeutet diese komfortable Angebotssituation eine Konsolidierung und Spielraum für Preiserhöhungen – auf Erzeuger- und Verbraucherebene. Wie bereits in den Monaten zuvor, bringt auch der August des laufenden Jahres lediglich ein kleines Mengenplus zum entsprechenden Vorjahresmonat. Mit insgesamt 104,3 Mio. kg Bio-Milch beträgt im achten Monat des Jahres das Plus 3,3 % zum Vorjahresmonat. In der Summe stiegen von Januar bis August 2020 die Bio-Milchmengen in Deutschland um 4 % und bauen damit von Monat zu Monat den Vorsprung zum Vorjahr ab. Überdurchschnittlich wächst die Bio-Milchproduktion im Osten des Landes. Hier haben die Landwirte im Betrachtungszeitraum des aktuellen Jahres 10 % mehr als im Vorjahr angeliefert. Stark nach unten gezogen wird das Plus im Osten durch den Rückgang der Bio-Milchmenge in Thüringen. Die drei trockenen Jahre in Folge haben in Kombination mit der schwierigen Futtersituation die Milchmengen schrumpfen lassen. Die Landwirte lieferten von Januar bis August 2020 ganze 6 % weniger als im Vorjahr. Erheblich stiegen hingegen die Bio-Milchmengen in Mecklenburg-Vorpommern und auch in Sachsen/Sachsen-Anhalt wird mehr Bio-Milch als im Vorjahr gemolken. Im Bundesgebiet West sind die Bio-Milchmengen im selben Zeitraum mit 3,3 % leicht unterdurchschnittlich gestiegen. Bayern und Baden-Württemberg werfen die größten Mengen in die Waagschale, das Bio-Milchaufkommen wächst jedoch leicht unterdurchschnittlich. Mit die höchsten Zuwachsraten schreibt hier noch Niedersachsen, gefolgt von Schleswig-Holstein.
Das Ergebnis der Sommergerstenernte 2020 in Deutschland kann sich trotz vieler widriger Umstände sehen lassen. Mit einem Durchschnittsertrag von 54,7 dt/ha, das sind 7 % mehr als im Vorjahr, wurden laut der Besonderen Ernteermittlungen voraussichtlich 2 Mio. t Sommergerste geerntet. Aufgrund des durchschnittlichen Anteils an Partien mit einem Eiweißgehalt von 9 bis 11,5 % sowie einer sehr guten Sortierung ist die Selektionsrate aus der Gesamtsommergerstenmenge hoch, so dass die Braugerstengemeinschaft mit einem braufähigen Anteil von 1,2 Mio. t rechnet. Dieser hat einen durchschnittlichen Eiweißgehalt von 11 % im Vorjahr waren es 11,4 %.
Nach sehr guten Aussaatbedingungen im Frühjahr, die Anbaufläche vergrößerte sich um 3 % auf 367.000 ha, verschlechterten sich die Vegetationsbedingungen für Braugerste in weiten Teilen Deutschlands. Fast sechs Wochen ohne Niederschlag und ungewöhnlich hohen Temperaturen im April und Anfang Mai sorgten vielerorts für lückige und dünne Bestände. Kühlere Temperaturen und die ersehnten Niederschläge im Mai konnten irreversible Schäden gerade noch verhindern. Allerdings sorgten regional die Nachtfröste im Mai für Laternenblütigkeit bzw. Taubährigkeit. Im Vergleich zum Vorjahr blieben bei moderaten Sommertemperaturen und gut verteilten Niederschlagsmengen weitreichende Bestandsschäden aus.
Niederschläge auf beiden Seiten des Atlantiks löschen das Feuer an den Terminbörsen und die Gewinnmitnahmen tun ihr Übriges, so rutschen die Weizenkurse in Paris zurück auf ein Zweiwochentief. Und die 8 EUR/t, die der Terminmarkt verloren hat, fehlt jetzt auch bei den Kassapreisen. Allerdings nur im Inland beim Mühlengeschäft. Der norddeutsche Exportmarkt zahlt immerhin noch 204 EUR/t und damit nur4 EUR/t weniger als in der Vorwoche. Das spiegelt auch sehr deutlich die Nachfrageentwicklung wider. Selbst bei rückläufigen Forderungen springt das Kaufinteresse der Mühlen nicht an. Zum einen sind sie bis Jahresende gut mit Rohstoff versorgt, zum anderen warten sie in dem fallenden Markt auf weiteren Preisrückgang. Exporteure an den Hafenstandorten haben mit den schwächeren Preisen auch ihr Kaufinteresse zurückgenommen, bleiben am Brotgetreidemarkt aber einziger Umsatzgarant.
Die Erzeugerpreise für Mahlweizen tendieren ebenfalls schwächer, verloren allerdings mit durchschnittlich 1,25 EUR/t deutlich weniger als die Großhandelspreise, hatten im Vorfeld aber mit 5 EUR/t auch ein deutlich geringeres Plus verzeichnet. Brotweizen gab nur geringfügig nach und wird gestützt von den sogar festen Futterweizenpreisen. Das Verkaufsinteresse hat sich mit der Preisschwäche deutlich reduziert. Weiterhin übersteigt das Angebot jedoch die Nachfrage, was in den kommenden Tagen zu weiteren Preisrücknahmen führen dürfte. Denn es zeichnet sich derzeit nicht ab, dass die Kurse ihren Abwärtstrend beenden dürften. Die Verkäufe der Landwirtschaft waren in den vergangene 14 Tagen sehr lebhaft und schlossen Partien der Ernte 2020 und der Ernte 2021 mit ein. Immerhin hatten die Mahlweizenpreise seit Saisonbeginn um 9 % zugelegt und verzeichneten in der 43. KW ein Plus von 12 % gegenüber Vorjahreslinie. Regional wird von einem bereits deutlich ausgedünnten Angebot gesprochen, vor allem in den Regionen, in denen die niedrigen Erträge für kleine Ernten gesorgt hatten. Während einige Erzeuger größere Mengen vermarkteten, konzentrieren sich andere auf ihre Feldarbeiten. Mit den Regefällen der vergangenen Tage haben sich die Aussaatbedingungen verbessert, für viele Rapsfeldbestände kam er jedoch zu spät. Es wird wieder von Umbruch gesprochen. Die Aussaat von Wintergetreide kommt gut voran und die jungen Feldbestände haben sich gut entwickelt.
Die Roggenpreise wurden ebenfalls zurückgenommen, nachdem sie auf Erzeugerstufe in der vergangenen Woche den Spitzenpreis von 141,50 EUR/t erreicht hatten, soviel wurde seit Februar 2020 nicht mehr bewilligt. Aktuell wird noch von 140,60 EUR/t gesprochen und mit dem reichlichen Angebot könnte der Preisdruck auch noch länger anhalten als beim Weizen.