Fr, 06.10.2023
Starke osteuropäische Importkonkurrenz am int. Getreidemarkt
Sowohl die Notierungen für Weizen als auch für Mais konnten ihr Niveau in der 40. KW nicht halten und gaben nach. Im Fokus standen dabei insbesondere die regen Handelsströme über das Schwarze Meer.
An der Pariser Börse ging es in der laufenden Handelswoche abwärts. So schloss der Fronttermin am 04.10.2023 bei 234 EUR/t und damit rund 7 EUR/t unter dem Niveau der Vorwoche.
Unter Druck gerieten die Notierungen dabei durch die jüngsten Entwicklungen in Osteuropa, denn ein von der Ukraine entwickelter Seekorridor erhöht die Exportkonkurrenz zu europäischen Partien. Weizen aus der Ukraine wird deutlich preisgünstiger offeriert und profitiert daher für Abnehmer aus anderen Währungsländern von einer gesteigerten Wettbewerbsfähigkeit. So teilte die ukrainische Marine zuletzt mit, dass 12 Frachtschiffe bereit seien, durch einen noch jungen Schwarzmeer-Schifffahrtskorridor in die ukrainischen Häfen einzulaufen. Die Pläne Kiews, den Umschlag über den litauischen Hafen Klaipeda zu verstärken, sowie ein Aufschwung der ukrainischen Exporte auf dem Landweg stützten ebenfalls die Erwartungen, dass das Land die Handelsströme wiederbeleben kann, die durch den Rückzug Russlands aus dem Schwarzmeergetreideabkommen und die anschließenden Angriffe Moskaus auf ukrainische Getreidehäfen gedämpft wurden. Hinzu kommen rege russische Exporte, welche das Angebot zusätzlich vergrößern sowie die Aussicht auf eine große US-Weizenernte. Demgegenüber konnten die ausbleibenden Niederschläge in Australien und Argentinien sowie die voraussichtlich wiederbelebte Nachfrage Chinas nach französischem Weizen kaum Wirkung entfalten.
Auch die Pariser Maisnotierungen konnten ihr Niveau in der 40. KW nicht halten. So schloss der Fronttermin am 04.10.2023 bei 204,75 EUR/t, in der Vorwoche wurden noch rund 211,75 EUR/t notiert. (Quelle: AMI)
