Fr, 29.09.2023
Paris: Getreidekurse übertreffen Vorwochenniveau
Die Situation am Schwarzen Meer zeigt Kurswirkung. Die Verunsicherung über die ukrainischen Exporte über den Seeweg treiben die Kurse.
An der Börse in Paris können die Getreidenotierungen auf Wochensicht zulegen. Am 28.09.2023 schloss der Fronttermin für Weizen bei 239,50 EUR/t – gegenüber der Vorwoche ein Anstieg um 3,25 EUR/t. Der Maiskurs verzeichnete hingegen ein Wochenplus von rund 2 auf 210,25 EUR/t.
Die jüngsten Geschehnisse am Schwarzen Meer zeigten Kurswirkung. Russland griff erneut Hafenanlagen der Ukraine an. Das schürte die Besorgnis darüber, ob die Ukraine tatsächlich in der Lage ist, Getreideexporte über das Schwarze Meer zu tätigen. Zuvor hatte das Land eine alternative Exportroute über das Schwarze Meer geschaffen und erste Schiffe mit Ladungen von Weizen verließen den Hafen von Tschornomorsk. Nun aber verschieben sich die Verladungen, um die Gefahrenzone über das Schwarze Meer so gering wie möglich zu halten. So wurde von ersten Schiffen berichtet, die den Hafen Odessa verließen, nahe der rumänischen Grenze.
Indes bleibt die Konkurrenz zu osteuropäischem Getreide groß, insbesondere Deutschland und Frankreich leiden unter dem enormen Angebotsdruck, vor allem aus Russland. Nach jüngsten Angaben der EU-Kommission exportierte die Gemeinschaft im laufenden Wirtschaftsjahr bis zum 24.09.2023 rund 6,88 Mio. t Weizen, im gleichen Zeitraum im Vorjahr wurden mit 9,42 Mio. deutlich mehr verschifft. Die größten EU-Exportländer sind hierbei neben Rumänien mit 1,78 Mio. t und Polen mit 1,35 Mio. t auch Frankreich mit 1,23 Mio. t und Bulgarien mit 0,94 Mio. t. Die größten Empfängerländer sind Marokko mit 1,29 Mio. t, Nigeria mit 725.519 t und Algerien mit 471.841 t. Diese drei Länder machen rund 36 % der bisherigen EU-Weizenexporte aus.
In Frankreich wird auf weitere Käufe Chinas gehofft, das Land kaufte vor einigen Wochen große Mengen des französischen Getreides. Die Exportaussichten für Deutschland sind derzeit getrübt, insbesondere in Richtung Drittländer. Die russische Konkurrenz dominiert den Markt. Dabei steht deutscher Weizen meist nur in der zweiten Reihe, zumal die Qualität der deutschen Ware durch die erheblichen Niederschläge während der Ernte beeinträchtigt ist. Marktteilnehmer hoffen auf Verkäufe von Futterweizen nach Spanien, da das Land auf große Importe angewiesen ist, nachdem eine große Dürre die heimische Ernte drastisch eindämmte. (Quelle: AMI)