Mi, 02.06.2021
Konventionelles Proteinfutter ab 2022 für Biohennen verboten
(bioland 4/21) Mit der neuen EU-Ökoverordnung dürfen Hennen, Broiler, Enten, Gänse und Puten ab 2022 nur noch reines Bio-Futter bekommen. Das kostet mindestens zwei Cent mehr je Bio-Ei. Das Bio-Mischfutterwerk Meyerhof zu Bakum produziert bereits Mischungen in reiner Bio-Qualität. Das bislang häufig verwendete konventionelle Kartoffeleiweiß oder der Maiskleber sind dann tabu. Nur für die Jungtieraufzucht gibt es Ausnahmen. Die Pflicht, ab 2022 auch Bruderhähne nach Bioland-Richtlinien aufzuziehen, verschärft die Situation: Je Biohenne sind dann 10 % mehr Bio-Futter nötig, um den zugehörigen Bruderhahn zu versorgen. Die Kosten dafür muss der Hennenhalter über den Verkauf der Eier erwirtschaften. Große Umschichtungen im Futtermittelmarkt seien die Folge: Wenn konventionelles Kartoffeleiweiß fehlt, verlieren Körnerleguminosen ihre Bedeutung als Proteinkomponenten. Sie sind dann nur noch Energielieferanten in der Mischung. Soja, Sonnenblume, Raps und Lein müssen künftig verstärkt ins Futter für Monogaster. Der Bedarf an europäischem Soja wächst weiter. Um hochwertige Proteine wie Bio-Kartoffeleiweiß, Bio-Maiskleber, Bio-Sesamkuchen oder Bio-Reiskleber werde ein „Verteilungskampf“ entstehen. Die Futterumstellung auf 100 % Bio schlägt mit bis zu 2 Cent je Ei zu Buche, rechnete Joost-Meyer zu Bakum vor. Zusätzlich müssten Eiervermarkter ihre Kunden auf den Bruderhahnauf-schlag in Höhe von derzeit 4 Cent/Ei vorbereiten.