Fr, 20.03.2026
Weiter wenig Aktivität am deutschen Brotgetreidemarkt
(AMI) Die zwischenzeitlich festeren Notierungen an der Euronext konnten sich am Kassamarkt nicht nachhaltig durchsetzen. Fehlende physische Impulse und eine verhaltene Nachfrage begrenzen am heimischen Brotgetreidemarkt den Preisspielraum nach oben zusätzlich.
Der deutsche Markt für Brotgetreide bleibt von hoher Volatilität geprägt. Nach den Preisanstiegen der Vorwoche wurden die Erzeugerpreise in der laufenden Berichtswoche regional teilweise wieder deutlich zurückgenommen, vereinzelt konnte das Vorwochenniveau gehalten werden. Kurzfristige Impulse vom Terminmarkt schlagen nur begrenzt auf den physischen Brotgetreidemarkt durch, da der Markt weiterhin gut versorgt ist. Die Kursentwicklung an der Euronext bleibt schwankungsanfällig und wird weiterhin stark von geopolitischen Unsicherheiten geprägt.
Aktuell werden für Brotweizen im Bundesmittel 174,18 (165-180) EUR/t frei Erfasserlager verlangt, knapp 2 EUR/t weniger als in der Vorwoche. Brotroggen vergünstigt sich hingegen um knapp 0,60 auf 151,65 (130-172) EUR/t, während Qualitätsweizen lediglich 0,30 auf 179,64 (172-190) EUR/t verliert. Eliteweizen verfehlt mit 183,75 (177-190) EUR/t das Vorwochenniveau nur knapp (-0,21 EUR/t).
Am Regionalen Erzeugermarkt liegt Niedersächsischer B-Weizen mit durchschnittlich 178 EUR/t ab Hof ebenfalls knapp unter der Vorwoche (-1,50 EUR/t). Die Spanne lag dabei in der aktuellen Berichtswoche bei 173-186 EUR/t.
Der schwächere Euro verbesserte zwar zuletzt die Wettbewerbsfähigkeit von EU-Weizen am Weltmarkt, dennoch bleibt die internationale Nachfrage insgesamt verhalten. Russland dominiert weiterhin das Exportgeschäft und setzt die westeuropäischen Herkünfte unter Wettbewerbsdruck. Die Exportperspektiven für deutsches Brotgetreide bleiben entsprechend begrenzt.
Die Nachfrage der Mühlen zeigte sich spürbar zurückhaltend. Nach den hohen Preisforderungen der Vorwoche wurden Käufe vielfach verschoben, der Fokus liegt überwiegend auf der kurzfristigen Bedarfsdeckung. Auf Erzeugerseite hat sich die Abgabebereitschaft zuletzt leicht erhöht. Restmengen der alten Ernte werden kontinuierlich vermarktet, wenngleich der Handel insgesamt ruhig bleibt. Der Vermarktungshorizont für alterntige Ware verschiebt sich vielerorts weiter in das zweite Quartal. Gleichzeitig ist ein zunehmendes Interesse an Vorkontrakten für Brotweizen der neuen Ernte zu beobachten, wobei Abschlüsse bislang meist in begrenztem Umfang erfolgen. Aktuell tendieren die Preise ex Ernte heterogen. Eliteweizen verzeichnet im Mittel ein Wochenminus von 2,40 auf 199,24 EUR/t. Qualitätsweizen vergünstigt sich um 1,50 auf 192,47 EUR/t. Demgegenüber verharrt Brotweizen mit gut 182,73 EUR/t auf Vorwochenniveau und Brotroggen kann sogar um 0,90 auf 153,96 EUR/t zulegen.