Fr, 27.02.2026
Weizenkurse fester, Nachfrageimpulse bleiben verhalten
(AMI) EU-Weizen bleibt am internationalen Wettbewerb unter Druck, was den Kursspielraum nach oben auch in den kommenden Wochen begrenzen dürfte.
Nachdem es an der Pariser Terminbörse bis zur Wochenmitte bergab ging, konnten die Weizennotierungen zuletzt wieder zulegen. Der Fronttermin März 2026 schloss am 26.02.2026 bei 193,25 EUR/t und lag damit leicht um 0,50 EUR/t unter dem Vorwochenniveau. Zwischenzeitlich erreichte der Kontrakt mit 197 EUR/t den höchsten Stand seit Mitte August 2025. Der Erntekontrakt 2026 verbuchte mit einem Wochenplus von 4,75 EUR/t auf 202,50 EUR/t einen etwas stärkeren Anstieg.
Belastend wirkt unter anderem die laufende Weizenausschreibung Algeriens, deren endgültiges Buchungsvolumen bislang unklar ist. Angesichts der anhaltenden diplomatischen Spannungen zwischen Algerien und Frankreich war bereits im Vorfeld davon auszugehen, dass französischer Weizen erneut nicht berücksichtigt wird. Marktteilnehmer hofften zunächst auf eine stärkere Nachfrage nach Weizen anderer EU-Herkunft, was sich bislang jedoch nicht bestätigt hat. Auch aus Marokko, dem mit Abstand wichtigsten Absatzmarkt der EU, wird Nachfrage gemeldet. Demnach suchen zwei Käufer jeweils 30.000 t Weichweizen zur Verschiffung im Februar/März 2026. EU-Weizen erweist sich im internationalen Wettbewerb jedoch derzeit als kaum konkurrenzfähig.
Die Exportofferten aus wichtigen Lieferländern wie Russland, der Ukraine oder Argentinien bleiben reichlich verfügbar und preislich teils deutlich unter dem Niveau westeuropäischer Ware. Entsprechend dürfte der verschärfte Exportwettbewerb das Aufwärtspotenzial der Weizennotierungen auch in den kommenden Wochen begrenzen. Gleichwohl belaufen sich die EU-Weichweizenausfuhren im bisherigen Wirtschaftsjahr auf rund 15,38 Mio. t und liegen damit über dem Vorjahreswert von 14,02 Mio. t. Im Wirtschaftsjahr 2023/24 hatten die Exporte zu diesem Zeitpunkt allerdings bereits 21,31 Mio. t erreicht.
Unterstützung erhielten die Kurse zuletzt von teils kräftigen Niederschlägen in wichtigen französischen Anbauregionen, die den Krankheitsdruck erhöhten.